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Als Wahl-Insulaner oder Tourist, der die Insel besucht, spielen Aktivitäten auf, im, unter und sogar über dem Wasser eine entscheidende Rolle bei der Freizeitgestaltung – oder auch bei der Wahl einer Sportart. Deshalb wollen wir ihnen einige Möglichkeiten vorstellen. Entsprechende Firmen, bei denen man Kurse machen oder sich alles ausleihen kann, gibt es viele, speziell im Norden der Insel (Port de Pollença, Port d’Alcúdia, Playa de Muro, Can Picafort), an der nördlichen Ostküste (Cala Millor, S’Illot) sowie ïm Südwesten.

Kajak: Paddelnd übers Meer
Fangen wir gemütlich mit einem Kajak an. Ein umweltfreundlicher Sport, der nur mit eigener Energie funktioniert. Dabei paddelt man auch in manch unbekannten Gefilden, entdeckt verborgene Grotten und einsame Strände. Wer dies nicht alleine machen will, kann auch geführte Touren buchen. Eine ideale, unkomplizierte, gleichwohl aber faszinierende Möglichkeit für den in Maßen sportiven Urlauber jeden Alters – auch wenn man das Kajakfahren nicht unterschätzen sollte… Auf Mallorca sind viele Freizeitsportler in Verbänden organisiert und davon lässt sich kaum einer den alljährlichen Trip zur Insel Sant Elm entgehen, der immer Mitte Juni stattfindet.

Seekajak für die Insel
Zudem ist das Kajakfahren nicht nur eine schöne Sportart, sondern auch ein eher günstiges Hobby. Auch wenn es in Bezug auf das Boot extreme Unterschiede gibt – von Plastik bis Fiberglas reicht die Spanne – kann man für insgesamt 1.000 Euro alles Benötigte kaufen. Oder natürlich auch leihen bei einem der Anbieter. Dabei ist es auf der Insel natürlich wichtig, ein spezielles Seekajak zu haben. Es unterscheidet sich vor allem in Bezug auf die Paddel, denn diese sind verschränkt, sprich: die Blätter stehen in einem bestimmten Winkel zueinander. Dadurch wird der Luftwiderstand und somit der Kraftaufwand beim Paddeln verringert. Seekajaks sollten auch eine spitz zulaufende Rumpfform haben, um die Wasserlinie quasi “zu schneiden”. Zudem liegen sie so besser im Wasser, sind bei Wellengang einfacher zu handhaben und sie werden dadurch schneller. Günstige einfache Modelle verfügen hingegen über eine flache und breite Unterseite. Auch der Transport für den Hobbysportler ist angenehm, denn mit höchstens 25 Kilo Gewicht passt ein Kajak auf jeden Dachgepäckträger.
Training ist wichtig
So harmlos das Kajakfahren auch aussieht, sollte man sich doch zuvor in Kursen das nötige Wissen aneignen. Dazu gehören das Verhalten an Klippen, beim Umkippen (Stichwort Eskimorolle), das Annähern an den Strand und natürlich auch das richtige Ein- oder Aussteigen. Bei all dem ist Balance-Gefühl das wichtigste.

Kite Surfing: Rasant mit Flugmomenten
Schon als Zuschauer ist man fasziniert von dem teils rasanten Gleiten übers Meer, zwischendurch gekrönt von kurzen Flugmomenten. Doch dieses faszinierende Spiel mit Wellen und Luft kann man ohne den Besuch einer KitesurfSchule meist nicht ausüben. Diese relativ junge Sportart (erst Mitte der 90er Jahre wurden die ersten Kitesurf-Events veranstaltet) hat speziell in den letzten Jahren großen Zulauf erfahren. Eine Kitesurf-Ausrüstung besteht aus mehreren Teilen. Die drei wichtigsten bilden dabei das Board, die Bar mit den Steuerungs- und Sicherheitsleinen und der Kite selbst. Hier gibt es große Unterschiede in Bauart und Größe, so dass die Ausrüstung an Körpergewicht und Können des Sportlers sowie an unterschiedliche Windstärken angepasst werden kann. Dabei unterscheidet man zwischen drei Board-Typen: Twin Tips, Mutant-Boards und Directional-Boards, die auch Waveboards genannt werden. Der Auftrieb kommt durch die Dynamik beim Gleiten über Wasser. Die Kraftübertragung der Steuerungs-bewegungen durch die Füße auf dem Brett erfolgt in den meisten Fällen über Fußschlaufen, doch es werden vereinzelt auch feste Bindungen eingesetzt. Die Kitebar oder einfach nur Bar genannt verbindet den Sportler über 24-30 Meter lange Steuerungs- und Sicherheitsleinen mit dem Kite und ermöglicht dessen Steuerung hinsichtlich der Richtung und der Kraftentwicklung. Kites gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die Größe des Schirmes ist dabei auch von der Windstärke abhängig. Die meist gefahrenen Größen sind 9-12 qm. Besonders Anfänger sollten darauf achten, keinen zu großen Drachen zu verwenden.

Wakeboarding: Wie Wasserski, aber mit einem Brett
Kennen Sie Wakeboarding? Wenn nicht, dann können Sie es lernen oder ausüben – und zwar bislang nur an zwei Plätzen auf der Insel: in Palmanova und in Port d’Alcúdia an dem kleinen Binnensee. Hier waren sogar schon die Ex-Königin Sophia und ihre Enkelkinder zu Gast. Letztlich ist es dem Wasserskifahren sehr ähnlich, allerdings ist beim Wakeboarding nur ein Brett an die Füße geschnallt. Dabei zieht ein Motorboot, ein Jetski oder ein Wasserskilift, Cable genannt, den Wakeboarder mit etwa 28 bis 39 km/h (je nachdem, ob Boot oder Lift) an einem Seil übers Meer. Der besondere Kick dabei sind Sprünge über spezielle Rampen (auch Obstacles genannt).

Ein bisschen Historie…
Entstanden ist diese Sportart vor allem in den 1980er Jahren als Mischung aus Wasserski und Wellenreiten. In Ermangelung von guten und hohen Naturwellen ließen sich Surfer manchmal von Booten ziehen. Daraus entwickelte sich das Wakeboarden bzw. Wakesurfen. Beinahe olympisch hätte es vor ein paar Jahren werden können, als 2011 das Internationale Olympische Komitee Wakeboarden als eine von sieben Sportarten auf die sogenannte Short List für die Olympischen Spiele 2020 setzte, aus der dann eventuelle neue Disziplinen ausgewählt werden. Letztendlich wurde Wakeboarden jedoch nicht aufgenommen. Zu den wichtigsten Merkmalen eines Wakeboards gehören die Rocker (Biegungen), die Channels (Führungskanäle), die Form des Bretts sowie die Gestaltung der Finnen. Wakeboards sind durch ihren Schaum-, Waben- oder Holzkern schwimmfähig, zwischen 111 und 147cm lang und ca. 38 bis 50cm breit. Der Boarder erreicht die Höhe für seine Sprünge durch gezielten Druckaufbau und den Zug der Anlage nach oben, der ihn in die Luft katapultiert und ihm Zeit für Drehungen (Rolls) und Grabs gibt. Diesen Druckaufbau nennt man „Cut“, ein Trick mit Board über dem Kopf ist ein „Invert“.

Stand up Paddling: Wie ein hawaiianischer König

Wissen Sie eigentlich, woher das Stehpaddeln (auch Stand up Paddling, kurz SUP, genannt) stammt? Polynesische Fischer haben sich einst auf ihren Kanus stehend von Insel zu Insel bewegt. Und auf Hawaii galt später nur dem König und Auserwählten das Privileg, sich stehend übers Meer zu bewegen. Von Surfern wurde das Stehpaddeln eigentlich anfangs nur genutzt, um schneller hinaus aufs Meer Richtung Welle zu kommen. Als eigene Sportart kam das Stehpaddeln eher aus der “Not” heraus, sprich in Gefilden ohne große Wellenbewegung in Mode – so wie auf Mallorca.
Raue Oberfläche
Dabei nutzt man ein Surfbrett und bewegt sich aufrecht auf diesem stehend mit Hilfe eines Stechpaddels nach vorne. Nutzte man anfangs noch normale Surfbretter, wurden mit der Zeit spezifi sche SUP-Bretter entwickelt, die beispielsweise durch eine raue oder gummierte Oberfläche besseren und sicheren Stand gewährleisten. Für den Fall der Fälle ist der Paddler mit einem Boardleash (Verbindungsleine zwischen Brett und Knöchel) wie beim Surfbrett oder beim Kitesurfen mit dem Brett verbunden. Apropos: Es gibt sogar aufblasbare SUP Bretter, die zwar leicht zu transportieren sind, aber natürlich nicht die eigentlich benötigte Steifheit der richtigen Bretter erreichen.

Natur und Fitness pur
Das besondere am Stehpaddeln ist das einzigartige Naturerlebnis, das durch kein Motorengeräusch gestört wird. Man kann überall hin paddeln, jederzeit innehalten, die Landschaft genießen, ins Meer schauen oder bei ruhiger See auch ein Sonnenbad auf dem Board nehmen. Nebenbei bemerkt ist es auch ein ganzheitliches Körpertraining. Man stärkt Oberkörper, Arme, Rücken und natürlich auch die Bauch- und Beinmuskulatur. Gleichgewichtsgefühl, Koordination und Kondition werden gleichfalls trainiert. Diese Vorteile haben auch Yogis erkannt, die auf dem Brett ihre Yoga-Übungen absolvieren.

Katamaran-Segeln: Auf zwei Rümpfen über die Wellen

Für Segeleinsteiger scheint das Katamaran-Segeln ein wenig einfacher zu sein, für “normale” Segler ist es eine zusätzliche Erfahrung. Doch der Hauptunterschied, nämlich die Tatsache, dass man es bei einem Katamaran mit zwei Rümpfen zu tun hat, macht auch Segelerfahrenen schnell klar, dass man damit nicht nur schneller übers Meer sausen kann, sondern trotz größerer Stabilität ebenso wie bei Jollen ein entsprechend hohes Kielgewicht fehlt und somit die Kentergefahr auch weitaus höher ist. Kurse sind daher nicht nur Neulingen angeraten.
Schon wieder die Polynesier
Wer es erfunden hat, darüber streiten sich die Experten. Gerne wird auch hier auf Polynesier verwiesen, die erstmals zwei Kanus miteinander verbanden. Doch erst 1953 baute der Engländer James Wharram das erste ozeantaugliche Doppelkanu names Tangaroa. Und mit seinem Nachfolger Rongo, einem 12-Meter-Katamaran, folgte 1959 die erste Transatlantik-Passage. Der Pionier begründete damit seine Firma, für die er nach dem Vorbild der polynesischen Zweirumpfboote über seetüchtige Katamarane mit off enem Brückendeck entwarf, deren Rümpfe flexibel aber sicher nach polynesischer Art mit Leinen oder Gurten fi xiert werden und die eff ektiv mit einfachen, günstigen Werkstoffen gebaut werden können. Er hat auch neue Technologien und wegweisende Bauweisen entwickelt. Seine Baupläne wurden mehr als 10.000 mal verkauft.


Martina Zender Fotos: u.a., Watersports Mallorca, El Spot, Mallorca Wakepark, Món d’Aventura

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