Abdel Flitti, geboren 1966 in Oujda in der Nähe der algerischen Grenze im Nordosten von Marokko, kam mit 23 Jahren nach Mallorca. Er erfüllte sich damit seinen Traum vom Leben auf Mallorca. Sein freundlicher und offener Geist half ihm, sich in kurzer Zeit zu integrieren und da wo er lebt, ist er ein beliebter Zeitgenosse.

Die Skulpturen
Als Autodidakt modelliert, schraubt, schweißt, formt er so lange an einer Skulptur, bis seine Botschaft sich in dem Objekt manifestiert. Er bringt in seinen Arbeiten seine Bedenken, seine Besorgtheit, seinen Sinn für Ästhetik und seine Liebe zur Natur zum Ausdruck. Beim Entwerfen der teils figurativen, teils kubistischen Skulpturen empfindet er eine Art Spielfreude. Er erzählt, dass er als Kind sein Spielzeug selber gebaut hat und es waren immer funktional-bewegliche Dinge, die rollen, fliegen, hüpfen konnten und das Material dafür lag auf der Straße rum. Stöcke, Dosen, Verschlüsse, Nägel, Plastik, Schnüre, Steine, Holz…

Das Recyceln von Material liegt nah und bis heute findet er es in Werkstätten und auf Schrottplätzen. Ein Stück gebrochenes Metall z. B. eines Fahrradzahnrads inspiriert ihn, daraus lässt er den Kopf eines Flamingos entstehen und die Fahrradstangen werden zu den langen Beinen des Vogels. Eleganz strahlt diese Skulptur aus. Die Ölkatastrophe, die der gesunkene Öltanker „Prestige“ 2002 vor der galicischen Küste verursachte, brachte ihn dazu, diese Skulptur zum Gedenken der vielen verendeten Vögel herzustellen. Die Rosen in Edelstahl stehen für Schönheit, für Liebe – verewigt und glänzend sollen sie erhalten bleiben und werden zum Vermittler der Poesie in seiner Kunst. Genauso verfährt er mit dem in Edelstahl gegossenen Werk „Oliva“: Das Stück eines Olivenbaumes mit Zweigen und Oliven als Hommage an diesen prachtvollen Baum, der genügsamer Zeitzeuge der Geschichte ist und von vergangenen Zeiten berichtet, von Generationen von Menschen, von Krankheit und Kriegen. Ein Baum, der hunderte Jahre alt werden kann, wenn man ihn lässt. Der wenig Wasser braucht und der Sonne trotzt. Die Natur ist Abdel Flittis größte Inspiration, dort entstehen in der Ruhe vor seinem geistigen Auge seine Skulpturen. Beeindruckend ist auch riesige „Reißverschluss“ mit einer Größe von 2,65 Meter. Es gibt auch eine etwas kleinere Version und jeder kann sich nach Lust und Laune an den Verschluss hängen.

Wurzel Marokko
Es gibt viele gute Künstler in seiner Heimat. Die Menschen dort sind ständig in Bewegung und arbeiten hart für ihren Lebensunterhalt. Eigentlich war Flitti schon als Kind Skulpteur, ohne zu wissen, was es ist, denn er baute das, was er sah, einfach nach. Er wäre nicht fort gegangen, wenn da nicht dieser Professor seiner Schule gewesen wäre, mit wunderschönen Fotos über die Alhambra, Granada, Spanien und die spanischen Inseln. Das hat die Sehnsucht in ihm ausgelöst in die Ferne zu gehen. So kam es, dass er schon bei seiner ersten Reise seine Heimat für immer verließ. Allerdings ist er weiterhin tief verbunden mit seinem Land, hält den Kontakt zu Familie, Freunden, Künstlern und pfl egt seine Traditionen und Gebräuche.
Ausstellungen
Seine erste Einzelausstellung auf der Insel zeigte er 2010 im Real Club Náutico im Hafen von Pollença. Zu seiner Einzelausstellung im Hotel Formentor 2011 kamen viele Künstler, u. a. auch einige Bildhauer der Insel. Er traf sich mit ihnen und es folgten unzählige Gruppenausstellungen. Wer seine Skulpturen sehen will, hat bei der nächsten Ausstellung Gelegenheit dazu: „Flitti Art/ Skulpturen“ fi ndet in der Associació de Veins de Port de Pollença statt und läuft vom 7. bis 21. August. Mit dabei ist der großartige Künstler Rachid Amkhaou, der seine gemalten Werke vorstellt. C/. de Mestral, 15, Tel.: 971 866 413.
abdelfl itti@gmail.com
Facebook: Flitti Art Sculpture
Instagram: Abdel Flitt
Nermin Goenenc, Roman Hillmann. Fotos: Abdel Flitti

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