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Sein Autor Miguel Cervantes sagte: “Wer viel liest und viel reist, sieht viel und weiß viel”.

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Was dem Deutschen sein “Faust”, ist dem Spanier sein “Don Quijote de la Mancha”. Es ist wohl keine Übertreibung, wenn man sagt, dass dieses Werk von Miguel de Cervantes eines der berühmtesten Bücher in der Geschichte der Literatur ist. Es berichtet von den Abenteuern und Missgeschicken des fahrenden Ritters in La Mancha, wurde im 17. Jahrhundert geschrieben, und es heißt, es sei das am häufigsten übersetzte Buch nach der Bibel. Diese Ära ist bekannt als das Goldene Zeitalter der spanischen Literatur. 2002 wählte eine Gruppe von 100 Autoren aus 54 Ländern dieses Werk zum besten Roman in der Geschichte der Menschheit. Heute, also rund 400 Jahre nachdem das Buch erstmals erschien, empfehlen wir Ihnen, auf den Spuren des “Ritters von der traurigen Gestalt” zu wandeln, der Realität und Fiktion nicht mehr voneinander unterscheiden konnte. Es ist zugleich eine Reise durch einige der bezauberndsten Landschaften Spaniens, die man in sieben Tagen mit dem Auto bewältigen kann. Sie führt durch 13 Städte und Gemeinden im Landesinneren.

Tag 1: Alcalá de Henares
Der Beginn der Route ist auch der Beginn des Autors, nämlich Alcalá de Henares bei Madrid, dem Geburtsort von Miguel de Cervantes (1547-1616). Sein Geburtshaus kann man man – samt dazugehörigem Museum – auch besichtigen. Es ist eine Reise ins 16. und 17. Jahrhundert mit einer alten Küche, dem Esszimmer, dem Wohnraum der Damen und sogar einer chirurgischen Praxis (Cervantes‘ Vater war Chirurg). Weiter geht es zur Plaza de Cervantes, der Universität oder der Kathedrale.

Tag 2: Madrid
Madrid ist natürlich eine längere Reise wert, aber der Ort, der mit Cervantes in Zusammenhang steht, sind die Kirche und das Kloster der Unbeschuhten Trinitarierinnen (Calle Lope de Vega, 18). Es gibt Hinweise, dass Cervantes und seine Frau hier begraben wurden. Deshalb wurde hier ein Grabdenkmal zu seinen Ehren mit einer Gedenktafel geschaffen, die ein Fragment eines seiner Werke trägt: “Die Zeit ist kurz, die Sehnsucht wächst, die Hoffnung schwindet und angesichts dessen stelle ich das Leben über meinen Wunsch zu leben”. Weitere Orte in Madrid sind die Taverne Casa Alberto (dort schrieb Miguel de Cervantes Persilus und Sigismunda sowie den zweiten Teil des Quijote), die Druckerei Juan de la Cuesta (wo 1605 die Erstausgabe des Quijote gedruckt wurde), die Nationalbibliothek (mit einer Erstausgabe) und der Plaza de España (mit einem Denkmal des Schriftstellers mit seinen Figuren). Das Touristenbüro der Stadtverwaltung (ebenfalls an der Plaza Mayor) veranstaltet geführte Touren.

Tag 3: Esquivias – Toledo 40 Kilometer weiter kommt man nach Esquivias in der Provinz Toledo. Hier wurde Cervantes‘ Frau geboren, hier heirateten die beiden 1584 und lebten eine Zeitlang im sogenannten „Casa de Cervantes“. Heute ist das Wohnhaus als Museum zu besichtigen. Nur dreißig Autominuten entfernt liegt die eindrucksvolle Welterbestadt Toledo, bekannt als „Stadt der drei Kulturen“, denn sie beherbergt die wundervolle Kathedrale und Moscheen wie die El Tránsito mit dem interessanten Sephardischen Museum. Einen herrlichen Panoramablick gibt´s vom Aussichtspunkt El Valle

Esquivias

Tag 4: Consuegra – Alcázar de San Juan
Etwa 60 Kilometer entfernt von Toledo liegt Consuegra. Dort sieht man die berühmten Windmühlen, oder sind es Riesen, mit denen man kämpfen muss, wie Don Quijote in seinem Wahn dachte? Sie alle haben Namen, die mit Quijote zusammenhängen. Besonders interessant ist die Mühle „Sancho“, denn sie besitzt noch den Originalmechanismus aus dem 16. Jahrhundert. In Consuegra können Sie die Gelegenheit nutzen, typische Gerichte aus La Mancha zu kosten: Gachas (Mehlbrei), Migas (frittierte Brotkrumen) und Duelos y Quebrantos (Spiegeleier mit Schinken und Chorizo).
Etwa 30 Autominuten entfernt liegt Alcázar de San Juan. Hier wurde Cervantes zum Ehrenbürger des Ortes ernannt und man behauptet, dass er in der Pfarrei Santa María la Mayor getauft wurde. Besuchen Sie auch das Museumshaus des Edelmanns und das Cervantes-Informationszentrum.

Tag 5: Campo de Criptana – El Toboso – Mota del Cuervo
Heute geht es nach Campo de Criptana, auch “Land der Riesen” genannt, weil seine berühmten Windmühlen anscheinend diejenigen waren, die Cervantes tatsächlich zu den Abenteuern seines Don Quijote inspirierten. Führungen werden das ganze Jahr über angeboten. Nächste Station ist El Toboso: “Dulcinea von Toboso ist das schönste Weib auf der Welt, und ich bin der unglücklichste Ritter auf Erden, und es wäre nicht recht, wenn diese Wahrheit durch meine Schwäche eine Einbuße erlitte.” Dies sind nur einige der Worte, die Don Quijote seiner ewigen Liebe widmete, Dulcinea von Toboso. Im Ort kann man das Museum und Wohnhaus der Dulcinea besuchen, das einem herrschaftlichen Haus des 16. Jahrhunderts nachempfunden ist und 200 signierte Editionen des Quijote zeigt, die von Prominenten aus der Politik und Kultur stammen. Der Überlieferung nach gehörte dieses Haus Ana Martínez Zarco de Morales (“die süße Ana”), die Cervantes‘ Vorbild für die Dulcinea war.Darüber hinaus finden Sie auf dem Plaza Mayor das Denkmal, das El Toboso der Dulcinea und ihrem Geliebten widmete. Und wieder 15 Kilometer weiter kommen sie nach Mota del Cuerva, ebenfalls mit pittoresken Mühlen.

Toboso,Plaza Dulcinea

Tag 6: Argamasilla de Alba – Ossa de Montiel – Villanueva de los Infantes

Circa 50 Kilometer weiter kommt man nach Argamasilla de Alba, wo man einen Besuch im Casa Medrano nicht auslassen darf, wo sich die MedranoHöhle befindet, in der Cervantes gefangen war und der Sage nach die Niederschrift der Abenteuer des sinnreichen Junkers begann. Andere wiederum behaupten, besagter Ort sei Villanueva de los Infantes. Als nächste Station steht Ossa de Montiel auf dem Programm, in dessen Umgebung zwei Passagen spielen, die von besonderer Bedeutung im Buch sind: die magische Höhle von Montesinos (wo er durch die Zeit reiste) und die Burgruine Rochafrida. Ein Besuch der Höhle bedingt eine vorherige Reservierung (Infos Fremdenverkehrsbüro). Ebenfalls einen Besuch wert ist Villanueva de los Infantes mit dem Haus des Don Diego de Miranda, der der Überlieferung zufolge der Ritter Grünmantel ist, dessen Heldentaten Don Quijote so oft erwähnt. Oder Sie besuchen den Naturpark Lagunas de Ruidera, eines der schönsten Feuchtgebiete Spaniens.

Tag 7: Ciudad Real – Almagro
Eine Tour wie diese wäre unvollständig ohne einen Besuch im Quijote-Museum von Ciudad Real mit originellen Reproduktionen der Hauptfiguren des Werks, die “miteinander sprechen”. Auch hübsch: das Stadttor Puerta de Toledo oder die Kathedrale Santa Maria de Prado. Später fahren Sie nach Almagro, eines der reizvollsten Dörfer Spaniens.
Allein die Plaza Mayor ist wirklich einmalig mit dem Komödienhof aus dem 17. Jahrhundert (es gibt geschauspielerte Führungen) oder das interessante Nationale Theatermuseum.

Ciudad Real Statue vor dem Museum

Extra-Tipp: Der Cervantes Zug
Wer einen kleineren Trip ohne Auto machen will, kann den sogenannten Cervantes-Touristenzug nutzen, der zwischen Madrid und Alcalá de Henares verkehrt. Auf der Fahrt lassen Schauspieler in passender alter Kleidung Passagen aus seinem berühmten Roman “Don Quijote” lebendig werden. Inbegriffen sind auch Besichtigungen in Alcalá de Henares, es gibt anschließend Zeit für eigene Erkundungen und Mittagessen. Die Fahrt wird im Frühling (April bis inkl. Juli) und Herbst (September bis Anfang Dezember) jeweils samstags angeboten und beginnt am Madrider Bahnhof Atocha. Preise: 22 Euro, Kinder 4 bis 11 Jahre 16 Euro.
Quellen: u.a. spain.info

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