Seit fünf Jahren verstärken ausländische Polizisten im Sommer die spanische Guardia Civil im Rahmen des Plan Turismo Seguro.
Auf Mallorca sind auch deutsche Beamte dabei, die in Artá und Santa Margalida im jeweils vierwöchigen Einsatz sind.

EL AVISO besuchte Polizeikommissarin Alina Pepping (26) auf der kleinen Wache in Cala Ratjada. In Wuppertal ist sie Teil einer Hundertschaft, die bei Fußballspielen oder Demonstrationen Präsenz zeigt, auf Mallorca hilft sie deutschen Urlaubern, ihre Probleme zu lösen.
EL AVISO: Sommerpolizei auf Mallorca – klingt wie ein Traumjob. Haben sich viele Kollegen auf die Stelle beworben?
Alina Pepping: Nein, tatsächlich nicht. Ich glaube, das wird allgemein sehr wenig kundgetan. Viele Kollegen wussten gar nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Ich werde auch von ganz vielen Urlaubern hier darauf angesprochen, weil das so wenig bekannt ist. Außerdem gibt es ja nicht so viele Kollegen, die Spanisch sprechen.

EA: Woher können Sie die Sprache?
AP: Ich hatte in der Schule SpanischLeistungskurs und war zum Schüleraustausch ein halbes Jahr in Costa Rica.
EA: Also Spanisch ist Voraussetzung. Was wird noch erwartet?
AP: Grundsätzlich richtet sich das Angebot an den Streifendienst, weil wir hier auch den Streifendienst unterstützen. Aber bei einer Hundertschaft sitzt man ja auch nicht gerade den ganzen Tag im Büro. Bewerben können sich also Kollegen, die im Kontakt mit dem Bürger stehen und quasi auf der Straße arbeiten wollen.

EA: Wie ist es denn, hier auf Mallorca zu arbeiten?
AP: Gut. Die Kollegen sind super nett. Ich fahre, je nachdem wie es eingeteilt ist, mit ein oder zwei Kollegen normal zur Streife raus. In Artà ist die Hauptwache und die ist für die ganze Küstenregion von Cala Ratjada bis Cala Millor zuständig.
EA: Was haben Sie im Dienst erlebt in den vier Wochen?
AP: Es ist doch relativ ruhig hier. Gut klar, wenn wir auf Streife sind, kommen die Leute einfach auf einen zu, wenn sie die deutsche Uniform sehen, auch wegen Kleinigkeiten. Ob man da parken darf, oder jemand bittet um Hilfe, weil sein Auto zugeparkt ist. Aber ich habe auch schon bei der Anzeigenaufnahme geholfen oder ich bin zur Wache gefahren, wenn es ein komplexerer Sachverhalt war und es Verständigungsschwierigkeiten gab.

EA: Worum ging es da?
AP: Um häusliche Gewalt zum Beispiel, eine Frau wurde von ihrem Ex-Freund bedroht. Oder jemandem wurde das Auto aufgebrochen und Geld gestohlen. Oder es gab einen Unfall und der andere Teilnehmer hatte keine Versicherung, solche Sachen.
EA: Wie reagieren die Leute auf Sie?
AP: Sie sind erfreut und auch erleichtert. Ich meine, es ist ja klar, wenn man hier ein Problem hat und die Sprache nicht spricht, ist es natürlich eine enorme Erleichterung, wenn man dann jemanden hat, der einen richtig versteht.
EA: Würden Sie nächstes Jahr gern wieder nach Mallorca kommen?
AP: Eigentlich schon, aber es muss auch von der Urlaubsquote her in Deutschland passen. Da einen ganzen Monat während der Urlaubszeit im Sommer zu fehlen, ist schon schwierig. Aber grundsätzlich ist das echt eine gute Erfahrung und ich kann es jedem empfehlen.
Wichtige Telefonnummern für den Notfall: Notruf 112, Polizei 091, Guardia Civil 062, Anzeige können Sie unter der Nummer 902 102 112 erstatten (mehrsprachige Betreuung)
Christiane Sternberg, Foto: Marcos Gittis

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