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Der alte Wagen ist kaputt, für einen Neuen ist kein Geld da. Als Alternative bleibt der Gebrauchtwagen. Mit dem Kauf sind sie einer von 70.000 Menschen jährlich (Statistik für 2018) auf den Balearen. Im Schnitt kostet hier ein Wagen rund 5.000 Euro, während man in Deutschland knapp 12.000 Euro fur einen Gebrauchtwagen zahlt. Allerdings sollten Sie einen kleinen Trip aufs Festland einplanen, denn dort sind die Preise erheblich günstiger. Auf den Balearen verzeichnet man den zweithöchsten Durchschnittspreis von ganz Spanien (Platz 1: Madrid). Konkret: Auf den Balearen liegt der Kaufpreis etwa 550 Euro höher als der spanienweite Durchschnitt. Neben der Summe, die der Verkäufer will, wird auch noch die Übertragungssteuer fällig. Basis der Berechnung ist der Restwert des Autos. Liegt der ermittelte Wert der sogenannten “potencia fiscal” über 15, müssen acht Prozent, liegt er darunter müssen vier Prozent an das Finanzamt gezahlt werden.

Händler oder privat?
Da vor einigen Jahren auch in Spanien die Sachmängelhaftung eingeführt wurde, sind die Wagen beim Gebrauchtwagenhändler teurer geworden, da sie eine Jahres-Garantie geben müssen. Aber dadurch ist auch garantiert, dass sie kein Kuckucksei verkaufen. Manche Händler allerdings wollen sich aus ihrer Verantwortung “stehlen” und versuchen die vorgeschriebene Sachmängelhaftung auszuschließen durch Klauseln im Kaufvertrag wie “Gekauft wie gesehen” oder “Gekauft wie probegefahren”. Von solchen Autos und Händlern: Finger weg!
Generell sind Käufe von Privat schwieriger, weil da jede Garantie wegfällt. Da hilft nur: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Versuchen Sie bei Zweifeln vor dem Verkauf einen Check durch eine Werkstatt anzuregen.

Was sollte man checken?
Gehen Sie auf alle Fälle mindestens zu zweit zu einem Besichtigungstermin, wobei Ihr Begleiter sich im besten Falle mit Autos auskennt. Ein bisschen Menschenkenntnis hilft ebenfalls. Beobachten Sie den Verkäufer: Wirkt er ruhig oder nervös? Beantwortet er alle Fragen oder versucht er abzulenken? Akzeptiert er eine Probefahrt? Drängelt er? Hier weitere Punkte, auf die Sie achten sollten:
Tipp 1: Überprüfen und vergleichen Sie die Daten der Papiere mit den Angaben des Verkäufers. Ist das Scheckheft ordentlich geführt? Achtung: Spanier sind nicht wirklich Scheckheft-Pfleger, daher sollte ein Fehlen hier nicht wirklich ein Ausschlusskriterium sein.
Tipp 2: Checken Sie den Öl-Einfüllstutzen. Sieht man eine dicke Ölkruste, könnte dies ein Rückschluss auf unterlassenen Ölwechsel oder eine defekte Zylinderkopfdichtung sein.
Tipp 3: Lackschäden und Steinschläge. In Spanien legt man generell keinen so hohen Wert auf die unversehrte Optik eines Wagens. Insofern werden Steinschlag- oder Lackrisse selten repariert oder bearbeitet. Gleiches gilt für den Innenraum. Autos sind hier eher von praktischem Nutzen. Da sind abgenutzte Sitzflächen und ein allgemein ungepflegter Innenraum keine Seltenheit. Eine Lackierung überprüft man am besten mit Blickrichtung gegen das Licht. Bei allzu vielen Wellen und Dellen könnte ein Unfall vorgefallen sein. Ansonsten sind Dellen und Beulen in Spanien üblich. Hier parkt man mit “Körperkontakt”…
Tipp 4: Sind Pedale, Hebel, Lenkradkranz etc. stark abgerieben, hängt die Fahrertür tiefer als die Hintertür? Dies sind Zeichen für starke und langjährige Belastung. Entspricht der abgenutzte Zustand dem angegebenen Kilometerstand?
Tipp 5: Türen, Motorhaube oder Kofferraumdeckel schließen schief? Oder Sie entdecken auffällige Spaltmaße? All dies könnten Zeichen für einen größeren Unfall sein. Wird dieser vom Verkäufer verschwiegen, sollte dies zu denken geben.
Tipp 6: Checken Sie den Auspuff, indem Sie den Endschalldämpfer im Leerlauf mit einem Lappen zuhalten. Zischt es, ist der Auspuff durchgerostet.
Tipp 7: Wurden Verschleißteile erneuert? Eigentlich ein gutes Kriterium, aber erzählt der Verkäufer von vielen Reparaturen, so könnte dies auch ein Zeichen sein, dass die nächsten drohen.
Tipp 8: Checken Sie ALLE Leuchten und Funktionen inklusive Heizung (auch im Hochsommer!), den Scheibenwischer samt Sprühanlage und die Sitzverstellfunktionen.

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