Gleich mehrere Autofirmen haben ihre Montagelinien umgestellt und stellen Mitarbeiter ab, um die dringend benötigten Beatmungsgeräte herzustellen (dafür werden teilweise 3D-Maschinen genutzt) oder Atemmasken und Visiere zu produzieren – als Geschenke an die jeweiligen Regierungen. Außerdem kann man nicht benutzte Atemmasken spenden, wie es die Firmen VW, Mercedes, Audi, Opel und BMW getan und insgesamt mehrere Hunderttausend Atemmasken für die Nutzung in Krankenhäusern zur Verfügung gestellt haben. Denn seit die Autoproduktion ruht, sind auch die Lackieranlagen der großen Werke abgeschaltet – die dort nicht gebrauchten Atemmasken können an Krankenhäuser abgegeben werden.

Hilfe von SEAT
Das spanische, zur Volkswagen AG gehörende Autunternehmen SEAT hat mit Erlaubnis von der spanischen Zulassungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (AEMPS) in seinem Stammwerk in Martorell in der Provinz Barcelona nun ihre Montagelinie für die Produktion des Seat Leon umgestellt. 150 Mitarbeiter sind jetzt mit der Serienfertigung der wichtigen medizinischen Geräte beschäftigt. Das Projekt nahm mit bei SEAT gedruckten Zahnrädern, Getriebewellen und dem angepassten Motor eines Scheibenwischers Gestalt an. Jedes Beatmungsgerät hat mehr als 80 elektronische und mechanische Komponenten und wird einer gründlichen Qualitätskontrolle und einer UVLicht-Sterilisation unterzogen. Das Gerät mit dem Namen OxyGEN wird kostenlos zur Verfügung gestellt und wurde von der Firma Protofy.xyz unter der medizinischen Koordination von Dr. Manel Puig Domingo (Germans Trias i Pujol Institut für gesundheitswissenschaftliche Forschung), Dr. Oriol Estrada (Germans Trias i Pujol Krankenhaus) und Dr. Josep María Nicolás (Clínic Krankenhaus) entworfen. Carsten Isensee, Vorstandsvorsitzender der SEAT S.A. sowie Vorstand für Finanzen und IT, betont: „Die Reaktion auf den Mangel an medizinischer Versorgung ist eine Priorität und auch eine Verantwortung für ein Unternehmen mit großen industriellen Kapazitäten wie SEAT. Wir brauchen jetzt jegliche Unterstützung, um die Verbreitung von COVID-19 gemeinsam zu bekämpfen.“ SEAT arbeitet derzeit auch an anderen Projekten und analysiert deren Durchführbarkeit. Sie werden angekündigt, sobald sie alle notwendigen Gesundheitstests bestanden haben und von den entsprechenden Behörden freigegeben sind. Um dieses Produkt zu verwirklichen, arbeitet ein Team von Fachleuten unter anderem aus den Bereichen Produktion, Gesundheit und Notfälle, Entwicklung, Logistik und Qualität seit zwei Wochen zusammen.
Hilfen von Zettl Automotive und FCA
Auch der bayerische Zulieferer Zettl Automotive produziert Atemschutzmasken, wenn auch im Auftrag der Landesregierung. Die Firma näht eigentlich Sitzbezüge. Für die Masken wird Zettl von dem Vlies-Hersteller Sandler mit Material für eine Million Schutzmasken beliefert, wie das bayerische Wirtschaftsministerium mitteilt. “Die fertigen Masken werden vom THW an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen verteilt”, sagt eine Sprecherin. Der italienische Autokonzern FCA plant eine seiner Fabriken zur Herstellung von Atemschutzmasken umzubauen. Fiat Chrysler Automobiles (FCA) will die Masken anschließend an medizinisches Personal spenden. Ziel sei es, mehr als eine Million Gesichtsmasken pro Monat zu produzieren. Nach Unternehmensangaben sollen die Schutzmasken in einem asiatischen Werk hergestellt werden.
Hilfe von Jaguar und VW Jaguar
Land Rover wird in seinem Prototypenbau die Produktion von Gesichtsvisieren für Schlüsselpersonal in Krankenhäusern einrichten. Dazu nutzt das Unternehmen seine Rapid Prototyping-Kapazitäten. Das wiederverwendbare Visier erfüllt die Standards des britischen National Health Service (NHS) und wurde zusammen mit einem Team von dessen Gesundheitsexperten entwickelt. Volkswagen hat damit begonnen, Halterungen für Gesichtsschilde im 3D-Druckverfahren herzustellen. Das geschieht als Teil einer transnationalen Initiative mit Airbus und dem 3D-Druck-Netzwerk „Mobility goes Additive“, in dem 250 Unternehmen zusammengeschlossen sind. Die von Airbus entwickelten Halterun
gen sollen in Spanien genutzt werden. Der Initiative war eine Anfrage der spanischen Behörden vorausgegangen. Ziel der Aktion ist es, bis dahin so viele Halterungen wie möglich zu produzieren. Quellen: u.a. Auto Medienportal

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