Die Firma Tecta feiert mit fünf Reeditionen den 100. Geburtstag der Schule

Nicht nur die Bauhaus-Bewahrer und Museumsgründer haben in diesem Jahr viel zu feiern. Auch der Möbelhersteller Tecta, denn mit 30 Bauhaus-Ikonen keiner hat mehr lizenzierte und reedierte Bauhaus-Originale in ihrem Portfolio als die Firma aus Lauenförde. Das Bauhaus und die Bewahrung ihrer Möbel-Kunst war auch der eigentliche Grund für die Firmengründung vor über 50 Jahren. Da gibt es von der Bauhaus-Wiege, im Original 1921 von Peter Keler designt, über den Cantilever Chair von Marcel Breuer (1928) den Weißenhof-Armchair von Mies van der Rohe (1927) oder die Liege auf Rädern, ebenfalls von Marcel Breuer (1928).
Zum Anlass des Bauhaus-Jubiläums wagte Tecta ein Experiment unter dem Motto “BauhausNowhaus”. Die Initiative zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass die Konzepte, Ideen und Möbel der Bauhaus-Ära auch heute noch so faszinierend und funktional wie vor hundert Jahren sind. Es wurden vier deutsche Designer eingeladen, sich je einen Klassiker auszusuchen und nach den eigenen Vorstellung neu zu gestalten. Es sei durchaus legitim, auf Basis der Bauhaus”Regeln” alte Entwürfe zu modifizieren oder auch neue Entwürfe zu kreieren, denn wie Tecta-Chef Christian Drescher meint: „Unser Ausgangspunkt ist der Gedanke, dass das Bauhaus ja eine Schule war, ein Experimentierfeld.“

Das Bauhaus-Siegel
Woran Sie die originalen BauhausReeditionen von Tecta erkennen? Das Bauhaus-Archiv in Berlin genehmigt ausschließlich werkgetreue und in Lizenz hergestellte Reeditionen der originalen Bauhaus-Modelle. Diese werden mit dem Signet von Oskar Schlemmer ausgezeichnet, das er 1922 für das Staatliche Bauhaus Weimar entwarf. Bis heute orientieren sich die Bauhaus-Modelle von Tecta exakt an den Proportionen der Originale.

Fünf Ikonen neu gesehen
Katrin Greiling wagte sich etwa an eine Neuinterpretation von Walter Gropius’ Sessel F51, entworfen 1920 für das Direktorenzimmer im Bauhaus Weimar. „Die Erdenträgheit in Wirkung und Erscheinung schwebend überwinden“, benannte es Bauhaus-Gründer Walter Gropius. Seine würfelförmige Kragkonstruktion des Direktorensessels F51 glich diesem prophetischen Zitat – für ein neues Kapitel des Sitzens der Moderne:
der Kragidee. Greiling aktualisierte das rechtwinklige Stück für einen zeitgenössischen Auftritt und tauchte sein hölzernes Gestell kurzerhand in farbigen Hochglanzlack. Hinzu kommen neue Bezugsstoffe der Firma Kvadrat.Etwas unauffälliger ist die Neuinterpretation von Tobias Groß. Er verwandelt das minimalistische Klappwunder K10 von Erich Brendel aus dem Jahr 1924 in ein frisches, farbiges Möbel mit Überraschungen. Als unauffälliger Kubus scheint sich Erich Brendels Tisch Entdeckungen zu entziehen. Dann aber zaubert er ein Lächeln in die Gesichter der Betrachter: er entfaltet sich, wird ein Schweizer Kreuz und spiegelt seine Inspirationsquelle – die strengen Linien des Direktorenzimmers von Walter Gropius.


Groß bezog außerdem den Sessel D1 von Bauhaus-Architekt Peter Keler (1925) mit farbigen Samtstoffen. Sein Ziel: den D1 in zeitgemäßen Kolorierungen markanter zu gestalten. So legte er für den „Rahmen“ des Sessels dunklere Farbtöne auf, den Innenraum, also Sitz- und Rückenfläche, gestaltete er um eine Nuance heller.
Gleich zwei Designerinnen interpretierten Marcel Breuers zusammenklappbaren Stahlrohrklubsessel D4 mit Stoffgurtbespannung aus dem Jahr 1927 neu, im Original entworfen als Allrounder “für Schiffe, Sportplätze, Terrassen, Sommerhäuer, Gärten und Gartencafés”, wie es damals hieß. Die zur Stickerin ausgebildete Esther Wilson befasste sich dafür intensiv mit dem ursprünglichen Bauhaus-Manifest und markierte im Original-Layout einzelne Wörter, die ihr wichtig erschienen. Die Farbblöcke übertrug sie dann als minimalistische Stickereien auf die textilen Flächen des D4.
Kerstin Bruchhäuser fand ihre Inspiration in der Ferne und näherte sich der Ikone, die 1980 in die ständige Sammlung des Museum of Modern Art New York aufgenommen wurde, mit der traditionellen koreanischen Pojagi-Technik, einer Art symmetrischem Patchwork.
Infos: www.tecta.de und www.bauhausnowhaus.de

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