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Nach dem Jurastudium, gab es einen Abstecher in die Gestaltung, dann war Sie im Gesundheitsbereich tätig, gemalt hat sie immer: Johanna Simon, die öffentliche Auftritte meidet und ihre Bilder lieber im Stillen schafft. Jetzt stellt sie aus in THE PLACE .

EL AVISO: Ihre Lieblingsmotive sind Meer und Wasser – welche Rolle spielt Mallorca für Sie?
Johanna Simon: Seit ich denken kann, bin ich immer gerne am Meer gewesen, mit meiner Familie, immer im Süden. Das ist für mich eigentlich das Wichtigste, am Wasser zu leben. Hinzu kommt der mediterane Livestyle, der mir sehr gefällt. Mallorca ist es dann geworden, weil ich hier jemanden kennengelernt habe.

EA: Das Licht höre ich von vielen Künstlern…
JS: Für mich ist es mehr die Stimmung und die Atmosphäre. Ich setze mich nicht nach draußen und male live, ich gehe eher spazieren, mache große Runden mit meinem Hund, schaue sehr viel auf das Meer und lasse mich von allen möglichen Dingen inspirieren – und dann male ich im Atelier.

EA: Ihre liebste Methode ist die Mischtechnik…
JS: Mixed Media, das ist richtig. Ich kombiniere viele Techniken miteinander. Mein Ursprung ist dabei immer die Acrylmalerei. Ölmalerei hatte ich zuvor gelernt. Die Technik ist im Grunde die selbe, Acryl trocknet nur schneller. Und wo ich gehe und stehe, sammele ich Gegenstände, Zeitungsausschnitte, Fotos, Muscheln, Steine. Ich habe mein großes Arsenal und das wandert nach und nach in die Bilder. Da ist immer ein persön-licher Bezug, auch in Bildern, die ich für jemanden male.

EA: Gibt es eine Umgebung, eine Tageszeit oder andere Umstände, die Ihre Kreativität beeinflussen?
JS: Ich bin einen Morgenmensch und es ist tatsächlich so, dass ich viele Ideen zu meinen Bildern träume. Daraus entsteht oftmals eine Serie, bei der ich ungeplant anfange, und am Ende kommt dann etwas heraus, das sich im Laufe der Malerei verändert hat.

EA: Ihre Motive sind meist abstrakt, aber auch gegenständlich. Wie entscheidet sich das?
JS: Ich mag die Liebe zum Detail, das kommt aber meist erst am Ende hinzu, dass ich beispielsweise etwas einarbeite, das man erst auf den zweiten Blick sieht. Mir gefallen Bilder, die sich harmonisch in Räume einfügen. Man soll zunächst das Farbspiel sehen und wenn man näher herantritt, die Detailarbeit, den kleinen Fisch, die Perlen, die Muscheln. Meine Bilder sollen positiv sein, wenngleich ich auch gesellschaftskritische Themen wie Umweltschutz verarbeite, organische Farbtöne wähle. Man kann in meinen Meeresbildern beispielsweise auch mal Ölflecken erahnen.

EA: Wie sind Sie zur Malerei gekommen?
JS: Mein Großvater ist ursprünglich Dekorateur, mein Urgroßvater Schreiner, die ganze Familie hat einen Bezug zu Handwerk und Kunst. Ich habe seit frühester Jugend immer Farben geschenkt bekommen. Ich habe viel Zeit mit meinem Großvater verbracht und der hat immer mit mir gemalt. Er hat gesagt, heute malen wir mal die Sonne und dann sind wir raus gefahren, und ich habe gemalt, und eine Woche später hat er gesagt, nun malen wir die Sonne nochmal, mal schauen, wie Du sie jetzt malst. Dann habe ich immer wieder Kurse besucht und mir vieles selbst beigebracht.

EA: Und Ihre Technik?
JS: Natürlich habe ich mich auch von anderen Künstlern inspirieren lassen, etwa von Emma Lindström durch das Fluidpainting. In Bezug auf die Mischtechnik und Collagearbeit ist mir erst im nachhinein bewusst geworden, dass mein Großvater das immer schon gemacht hat, der hat immer Fotos eingearbeitet und mit Collagen gearbeitet. Von seiner Arbeit hat er immer Musterkataloge mit Geschenkpapier mitgebracht und daraus haben wir gebastelt.

EA: Sie bezeichnen sich selbst weitgehend als Autodidakt. Ist das ein Hindernis?
JS: Nein, ich bin sehr Freiheit liebend und ich muss das so machen, wie ich es mache. Da spielt das keine Rolle.

EA: Sie sind trotzdem längere Zeit mit Ihrer Malerei im Hintergrund geblieben, Ihre erste größere Ausstellung war 2015 in Bonn…
JS: Ja, habe mich mit meinen Bildern sehr lange im größeren Bekanntenkreis bewegt, und fast nur dort verkauft. Zurzeit stelle in THE PLACE in Cala Ratjada aus und es sollen weitere hochklassige Hotels hinzukommen. Das ist für mich auf Mallorca der Anfang, über den Bekanntenkreis und private Netzwerke hinaus zu gehen.

EA: Was planen Sie für Ihre Zukunft?
JS: Ich möchte irgendwann eine eigene Galerie eröffnen und ich habe vor, über Bilder hinaus mehr zu kreieren, etwa ganz verrückte Lampen zu bauen mit Fischen, Ketten und so weiter, etwas opulenter. Ein weiterer Traum ist es, große Wandflächen zu gestalten, etwa für Foyers oder den gastronomischen Bereich.
Das Gespräch führte Frank Heinrich

Ausstellung Hotel The Place in Cala Ratjada

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