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Nicht nur die Tennislegende Rafael Nadal ist in der Mallorca-Industriemetropole Manacor zu Hause, sondern auch das Monastir La Santa Familia. Das Nonnenkloster ist die einzige benediktinische Residenz auf der ganzen Insel und wurde erst im April 1969, nach einem Konzil, gegründet. Am Anfang befand sich das Kloster im Zentrum der Stadt und hatte keinerlei wohnbaren Komfort, sprich kein fließendes Wasser und keinen Strom. Bald darauf hat eine Nonne ein sehr großzügiges Grundstück, nicht weit weg von der Stadtmitte, geerbt und das heutige Gebäude wurde auf diesem errichtet. Viel Geld stand für den Bau nicht zur Verfügung, so wurden einige Türen aus dem alten Kloster ausgebaut, restauriert, angepasst und in die neue Behausung wieder eingebaut. Die Einrichtungsgegenstände und das bescheidene Mobiliar wurden auch mitgenommen und erweisen bis heute ihren treuen Dienst. Der besondere Charme der Vergangenheit ist im ganzen Claustrum zu spüren.

Bete und arbeite – ora et labora
Der Tag der fleißigen Ordensschwestern beginnt schon sehr früh, spätestens um 05:30 Uhr sind alle wach und versammeln sich in der kleinen Kapelle zum ersten gemeinsamen Gebet des Tages. Anschließend wird gemeinsam gefrühstückt und der weitere Tagesablauf besprochen, denn es gibt schließlich viel zu tun! Allein der große Klostergarten nimmt viel Zeit in Anspruch, die die Nonnen gerne investieren, vor allem in die Pflege und
Instandhaltung der Obstbäume. Denn aus den Früchten des eigenen Gartens wird Marmelade gemacht und zum Kauf angeboten. Gekocht wird die Konfitüre je nach Bedarf und in dem dafür extra eingerichteten Raum. Drei große Stahltöpfe, die auf Gaskochern stehen, fallen einem direkt ins Auge, wenn man die helle Küche betritt. In der Mitte steht der Arbeitsbarren auf dem die Zutaten zum Köcheln zubereitet werden und die Einmachgläser, in die die Marmelade nach der Fertigstellung abgefüllt wird. Rechts ist ein großes Industriespülbecken, in dem die Zutaten sowie das Kochzubehör nach jeder Anwendung gereinigt werden, denn Sauberkeit hat eine sehr hohe Priorität! Links steht ein Schreibtisch aus Aluminium auf dem sich so einiges an Vertriebsdokumenten befindet und sogar ein klostereigenes Kochbuch. Die Rezepte sind traditionell und das Geheimnis der köstlichen, hausgemachten Konfitüre sind frische Zutaten ohne Konservierungsstoffe.

Nicht nur süß, sondern auch deftig
Am beliebtesten und meistverkauften ist die ErdbeerKonfitüre sowie die Orangen-Konfitüre mit einem Hauch von Schokolade. Die Marmeladen aus Feigen, Aprikosen und Pflaumen sind allerdings auch sehr begehrt. Alle sind ab 4,50 Euro pro Glas erhältlich. Die tüchtigen Frauen des Benediktiner-ordens haben nicht nur süße Brotaufstriche zu bieten, sondern auch deftige in Form von Pasteten, zum Beispiel aus Oliven oder Tomaten. Zur Verdauung gibt es dann den selbst hergestellten Likör aus Zitronen, Mandarinen, Nüssen, Feigen oder auch aus Orangen. Bei der Herstellung der Pasteten und der Liköre gilt auch: Keine Konservierungsstoffe! Die Idee, diese vielfältigen Produkte herzustellen, entstand mehr aus der Not als aus der Tugend heraus. Da die Abtei bis heute auf Selbstfinanzierung angewiesen ist, sind die Nonnen früher in eine Lederfabrik arbeiten gegangen und haben so ihren Lebensunterhalt verdient. Leider blieb auch der Arbeitgeber der Gottesfrauen von der spanischen Wirtschaftskrise nicht verschont und somit standen die Damen ohne weitere Einnahmen da. Aufgeben kam niemals in Frage! So wurde die Eingebung selbstgemachte Produkte herzustellen in die Tat umgesetzt. Die hausgemachten Leckereien kann man auch in der Inselhauptstadt Palma erwerben: im Mercat de S`Oliver oder in der Feinkostabteilung von Corte Ingles.

Sogar in Deutschland erhältlich
„Es gibt sie noch, die guten Dinge“ lautet das Motto von Manufactum, einem Onlinehändler in Deutschland. Ganz getreu diesem Slogan, kann man sich den Fruchtaufstrich aus Orangen mit Schokolade ganz bequem ins Haus nach Deutschland liefern lassen. Die geschäftstüchtigen Benediktinerinnen haben Einnahmenquellen nicht nur durch die Marmeladen, Liköre und Pasteten, sondern auch aus der Töpferkunst und der Herberge. Schwester Elena ist sehr geschickt in der Herstellung von Vasen, Kerzenständern, Fruchtschalen, Lampenschirmen und Skulpturen. Diese Kunstwerke sind allerdings nur vor Ort im Kloster zu erwerben. Wer dem ganzen Geschehen in dem sehr schlichten Monastir beiwohnen möchte, hat als Herbergsgast die Möglichkeit dazu. Ab 35 Euro pro Tag und Person kann man die Nonnen, die momentan nur zu dritt sind, bei ihrem täglichen Tun unterstützen, gemeinsam mit ihnen beten oder man kann sich einfach in sein Zimmer zurückziehen und für sich sein. Eine Teilnahme am sonntäglichen Gottesdienst, der im Sommer um 18:00 Uhr beginnt und im Winter um 17:00 Uhr, ist für Jedermann möglich, denn im Kloster der heiligen Familie ist jeder herzlich willkommen. Mehr Informationen unter: http://www.mongesbenedictines.wix.com/ monges-benedictines oder Facebook: Monges Benedictines de la Santa Família Tel.: 971 551 484
Juliane Mayol Pons

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