Corona-Kommentare

… und Jesus weinte Jesus vor dem Covid 19-Virus
Lukas 19, 41-44. „Als er näherkam und die Stadt (Anmerk.: Jerusalem, Jesus) sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.“
Es gibt viele Interpretationen und Visionen, die auf der ganzen Welt über Covid 19 kursieren. Politiker, Journalisten, Wissenschaftler, Ärzte, Forscher, Historiker und andere – alle äußern ihre Meinungen und machen ihre Vorhersagen. Wir selbst beteiligen uns an der Flut von Kommentaren, Ratschlägen und der Suche nach Erleichterungen und Lösungen mit der Formulierung und dem Versenden von WhatsApps, SMS und anderen Kommunikationsformen, in der guten Absicht, einander zu helfen.
Es ist bemerkenswert, dass es in den meisten unserer Botschaften, Initiativen und Manifestationen, die den gemeinsam Schmerz und die Verwirrung lindern sollen, nur sehr wenige gibt, die eine transzendentale Vision aus dem Glauben als gültige innere Hilfe für unser Leben abbilden oder sogar vorschlagen: Gott erscheint nicht mehr in unseren Manifestationen. Warum? Halten wir ihn für nutzlos? Ist es nicht in Mode, ihn zu benennen? Provoziert es spöttisches Lachen? Ruft man mit Gott Aberglauben an? Schämen wir uns, dass andere wissen, dass Gott für uns von grundlegender Bedeutung ist?
Jesus steht auch jetzt vor dem Covid 19 – so wie er zu seiner Zeit um seine liebste Stadt Jerusalem geweint hat, begleitet er uns heute in dem Schmerz und der Verwirrung, die in uns eindringen. Und er wiederholt uns die Worte, die er an sein Jerusalem gerichtet hat: „Wenn Sie an diesem Tag auch die Botschaft des Frie
dens kennen würden!“ Aber wir scheinen uns längst für eine Todesbotschaft entschieden zu haben, die auf den Abgrund zusteuert.
Wir können uns vorstellen, dass Jesus heute zu uns sagen will: Kennt Ihr nicht den Pfad, den Ihr geht? Seht Ihr nicht, dass die Menschheit auf dem Weg zur totalen Zerstörung ist? Habt Ihr nicht bereits bestätigt, dass wir im Begriff sind, die Natur zu zerstören, die mein Vater für Euch geschaff en hat? Könnt Ihr nicht sehen, dass Ihr Euch gegeneinander in Wölfe verwandelt habt? Wie viele Kriege gibt es zwischen Euch? Warum begrüßt Ihr alle Gesetze Eurer Parlamente zugunsten des berüchtigten Todes: Sterbehilfe und Abtreibung? Warum macht Ihr Geschäfte mit der Unschuld und Gesundheit der Schwächsten, indem Ihr Drogen und Prostitution konsumiert? Warum trennt Ihr mich von Euren Kindern und Jugendlichen und erlaubt ihnen nicht, mich kennenzulernen? Warum stellt Ihr mich in ihren Augen als Manipulator ihres Gewissens dar? Warum vertreibt Ihr mich aus Euren Schulen und Universitäten?
Und Jesus fährt fort: In meiner Zeit auf Erden
erlebte ich als Bruder von Euch allen auch Tod, Zerstörung, Hass, Falschheit und Nachahmung Gottes. Ich habe nie zugestimmt, mich als Soldat zu präsentieren, um das einfallende Reich zu zerstören. Ich habe nie akzeptiert, mich als Richter von irgendjemanden durchzusetzen. Ich hatte nie vor, alle Kranken in meinem Land zu heilen. Ich habe nie einen Fuß in die Finanzwelt gesetzt, um die Armen aus ihrer Notlage zu befreien. Ich war und bin überzeugt, dass das Wichtigste in meinem Leben war, das GLÜCK zu den Herzen zurückzubringen, die zu mir kamen und mir vertrauten. Deshalb habe ich für alle Zeiten laut verkündet: ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN. Und ich habe Dich eingeladen, an diesem Glück teilzunehmen, das nur mein Vater geben kann. Aus diesem Grund sage ich jetzt zu Euch allen: „Komm zu mir, Du, der Du müde und belastet bist.“ Ich bin an Deiner Seite. Ich verlasse Dich nicht. Ich kann Ihre Pläne für den TOD, die Zerstörung meiner Brüder und Schwestern und der Natur, des Krieges, der Verachtung, der Ungerechtigkeit, der Vergewaltigung, des überfl üssigen Geldes, der gottlosen Erziehung von Kindern und Jugendliche nicht akzeptieren. Und Jesus sagt zu uns: Wie? Hast du noch nicht verstanden? (Vgl. Mk 8,21) – „Wer Ohren hat zu hören, der höre“ (Mk 4,23)
Wie ist unsere Antwort? Wie lange werden wir unsere Augen bei seiner „Botschaft des Friedens“ bedecken?
Tomeu Pastor Oliver


Der Autor Pater Tomeu Pastor Oliver ist Mitglied des Franziskanerkonvents San Antonio de Padua in Artà. Er stammt aus einer traditionsreichen mallorquinischen Familie, und war in den letzten Jahren für Sonderaufgaben nach Rom in das Mutterhaus des Ordens berufen, bevor er Ende 2019 wieder nach Artà zurückkehrte.

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