Schmuckdesignerin und Chefkoch in Artà

Sie sind seit vielen Jahren ein Paar: Mona Werner und Sascha Latka aus Artà. Sie: Goldschmiedemeisterin aus Norddeutschland mit eigenem Schmuck-Geschäft Mona. Er: Koch aus Bonn stammend mit eigenem Lokal namens L’Atrio. Die eine erfreut Augen und Herz mit ihren feinen Schmuckkreationen, der andere sorgt mit kulinarischen Genüssen für gute Gefühle im Magen.

Schmuckgeschäft Mona

In diesem Frühjahr konnte Mona Werner ihr 10-jähriges Jubiläum am Standort in Artà feiern. Coronabedingt fiel jedoch eine größere Feier aus. Im Lockdown von Mitte März bis Mitte Mai arbeitete sie nicht in ihrer offenen Werkstatt im Geschäft in Artàs Zentrum sondern sie verlegte kurzerhand ihren Arbeitsplatz in die heimischen vier Wände. “Wenn ich ehrlich bin, hat diese Zwangspause ohne Kontakt sogar meine Fantasie und Kreativität beflügelt. Niemand hat mich gestört, ich konnte meinen Ideen freien Lauf lassen und habe mich zusätzlich noch um meinen Online-Shop gekümmert.” Denn der blieb ja – Corona hin oder her – weiterhin bestehen. “Ich habe viele Stammkunden, die dann halt nicht in mein Geschäft kamen, um ihre Wünsche zu äußern, sondern wir haben alles via Internet besprochen. Sie konnten, Zoom und Skype sei Dank, alles sehen, und die Post sorgte für den Versand – das hat gut funktioniert.” Aber natürlich hat sie den direkten Kontakt zu ihren Kunden vermisst, und auch ihre beliebten Goldschmiede-Kurse sind bis heute ausgefallen, bei denen beispielsweise Brautpaare sich ihre Trauringe selber anfertigen können. “Sobald die Situation aber wieder einfacher wird, biete ich das wieder an.”

Mona Werner, die von Ringen über Ohrringe und Armbänder bis Ketten und Broschen jede Art von Schmuck – auch in Absprache mit ihren Kunden – designt und anfertigt, dabei Gold, Silber, Platin, Edelsteine, Perlen, aber auch mitgebrachten alten Schmuck verwendet, hatte zudem vermehrt spezielle Nachfragen bezüglich ihrer Mallorca-Umrisse, die sie als Anhänger für Ketten und Bettelarmbänder, aber neuerdings auch in Form von Ringen kreiert. “Viele Urlauber, die sonst regelmäßig Mallorca besuchen, vermissen die Insel und wollen sie wenigstens als schöne Schmuck-Erinnerung bei sich tragen.”

Restaurant L’Atrio

Vor sieben Jahren startete Sascha Latka sein erstes Restaurant in Artà, Na Creu. Im Dezember 2015 zog er um in die Fußgängerzone und eröffnete das El Faro. Im Februar 2018 kam das L’Atrio am Kreisel von Artà hinzu. Seit Januar nun hat er sich aufs L’Atrio fokussiert. Der Corona-Schock wandelte sich bald in Aktion, denn bei Latka ging es quasi nahtlos über in Abholservice, dann Lieferservice in Kombination mit Abholservice. “Wir belieferten Kunden bis Son Servera und Sant Llorenç sowie Cala Ratjada und Colònia Sant Pere und starteten zudem mit meinem ehemaligen Nachbarn vom El Faro, der Bäckerei Pa y més, eine besondere Aktion, bei der man nicht nur sein Brot, sondern auch mein Essen in der Bäckerei kaufen und abholen konnte. Das war sehr erfolgreich”, erinnert sich Latka. So erfolgreich, dass er den Abholservice – diesmal in seinem Lokal – weiterführt. “Wir haben in dieser Zeit viele neue Kunden gewonnen und etliche Menschen essen zur Zeit lieber zuhause, da ist das Abholen auch weiterhin eine gute Alternative.”

Im hübschen Ecklokal mit seinen zwei zu öffnenden Fensterfronten und den Terrassentischen speist man mediterrane Küche mit einigen Ausflügen in die asiatische Küche. Seine Gäste lieben die verschiedenen Tartar-Varianten (Rind, Thunfisch, Lachs und geräucherter Matjes), die kleinen Won ton-Säckchen mit Garnelen, den Caesar’s Salad à la Sascha, seine Wok-Gerichte und natürlich das Fleisch hervorragender Qualität, darunter sein Klassiker, die Kalbsleber mit Apfel, Zwiebeln und Kartoffelpüree. Pizzafreunde freuen sich über die pizza-ähnlichen sogenannten “Pinsa Romanas”, die unter dem Motto “Don’t call it Pizza!” angeboten werden. Damit bezeichnet man einen bis zu 72 Stunden fermentierten Sauerteig ohne Hefe, dafür angereichert mit Reis- und Sojamehl, der mit verschiedenen Belägen angeboten wird (etwa Thunfisch, Lachs, Burrata, Pilze, Pluma Ibérico) und viel bekömmlicher als eine normale Pizza ist.

Apropos: Wer nicht nur vor Ort essen, sondern sich gute Produkte, die Sascha verarbeitet, auch mit nach Hause nehmen will, findet diese in schönen Vitrinen im Restaurant. Zudem – und da schließt sich der Kreis – ist dort auch Schmuck seiner Partnerin Mona ausgestellt.

- Anzeige -