Der Chor Cap Pela

Sieben Stimmen, große Begeisterung!

Wann haben sie das letze Mal gesungen? Ohne es zu bemerken, hier und da, beim Kochen, Autofahren, einfach so, nebenbei. Sie summen, singen zur Radiomusik, oder bei Konzerten, auf Festen, zu CDs. Singen ist ein menschliches Grundbedürfnis, neben essen, trinken, schlafen, lachen, kommunizieren. Es ist etwas Vertrautes und Individuelles, es ist in uns, vom Tag unserer Geburt an. Was man mit der reinen Stimme machen kann, führt die siebenköpfige A-Capella-Gruppe „Cap Pela“ vor.

Stimmig und familiär
Vier Frauen und drei Männer singen, zwischen Sounds, Rhythmik, Groove und Melodie, in mitreißenden Harmonien und professionellen anspruchsvollen Arrangements mit erstaunlicher Vielfalt an vokalen Möglichkeiten ihr abwechslungsreiches Repertoire.
Joaquim Domènech arrangiert und komponiert die Lieder. Er singt die Bass- und Bariton-Stimme im Chor und setzt stimmlich die perkussiven Akzente.
Carol singt den Mezzosopran, Sofia den Sopran und alle beide sind seine Schwestern. Begoña de La Iglesia singt ebenfalls den Mezzosopran und ist Joaquims Frau. Guillem Ramón singt die Tenorstimme, ebenso Santi Francia, der Partner von Esther Barceló, die auch den Sopran abdeckt. Sie sind seit 1994, über 27 Jahre, zusammen unterwegs und als die mallorquinische Gesangsgruppe bekannt. Ihr Manager Àngel Pujol ist vor acht Jahren dazugestoßen. Der wohl wichtigste Mann ist der Techniker Rafael Rigo, der quasi als achtes „inkognito“ Bandmitglied von Anfang mit dabei ist. Und was wäre eine Band ohne einen guten Sound?
Kennengelernt haben sich alle zum Studium auf Lehramt am Konservatorium in Palma. Sie alle spielen Instrumente, dabei sind das Piano, die Querflöte, das Saxophon, die Violine. In den Pausen saßen sie zusammen zum Essen und irgendwann entstand die Idee einen Chor zu gründen. „Als Studenten hatten wir nicht viel Geld und so entstand unser Name, denn „cap pela“ bedeutet auf Catalan „ohne Geld“, mit dem schweigsamen A davor ist die Richtung klar“ erklärt Begoña.

Ihr Repertoire
„Let the sunshine in“, „Moondance”, „Sittin´on the dock of the bay“, „Singing in the rain“, „Eleanor Rigby“, „Sweet Dreams“ … Sie interpretieren in ihrem unbegrenzten Repertoire bekannte Songs aus Soul, Jazz, Pop, Gospel, Blues, Reggae und lassen nichts aus. Sehr beeindruckend ist es, wenn sie den sehr komplexen Song „Bohemian Rhapsody” von Queen singen. Bravo! Mit in ihrem Programm sind nicht nur eigene Stücke, sondern auch traditionelle katalanische Lieder wie z. B. „La Dame de Mallorca“. Das wunderschöne klassische katalanische Volks- und Weihnachtslied „El cant dels ocells“ („Der Gesang der Vögel“ von der wunderschönen CD „Per Nadal“) singen sie in ihrer Hochsaison, die sie nämlich immer um die Weihnachtszeit haben. Insgesamt haben sie acht CDs auf dem Markt, die man bei ihren Konzerten kaufen kann, auf ihrer Webseite und in dem Plattenladen Espai Xocolat (C/. Font i Monteros 18 in Palma).

Besondere Konzerte
Wieviele Konzerte Cap Pela bislang gegeben hatten, konnte uns Begoña nicht beantworten, aber es waren sehr sehr viele… Alle ihre Konzerte sind begehrt, aber zur Weihnachtszeit sind die Eintrittskarten schnell vergeben. Familien aus drei Generationen sind keine Seltenheit unter ihren Gästen. Seit mehr als 10 Jahren bieten sie über das Bildungszentrum der Insel (Consell de Educación) den Schulen Konzerte als Ausflüge für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren an. Es finden dann dreimal am Tag, drei Tage lang, didaktische Konzerte statt. Sie sprechen über ihre Stimmen, singen für und mit den Kindern, erklären die Akkorde und die Musik. „Pro Turnus 500 Kinder, das sind dann mal locker 1.500 Kinder pro Tag, im Konservatorium der Musikschule. Es ist eine tolle Sache“ erklärt Begoña.
Sie alle sind begeistert von ihren Konzerten, die in Deutschland stattfanden, denn „das Publikum ist locker und tanzt gerne, ist gesangsfreudiger. Sie sind alle immer sehr aufgeschlossen und lieben ganz besonders die mallorquinischen Stücke.“ Zum „Internationalen Festival für Vokalmusik Leipzig“ wurden sie eingeladen, sangen auf dem Festival „Voicemania“ in Wien und waren auch in Paris. Dort hatte Cap Pela 2010 die Ehre das beliebte liturgische Lied „La Sibil·la“, das von der UNESCO zum Kultur- und immateriellen Erbe der Menschheit erklärt wurde, in der Pfarrkirche Saint-Eustache vorzutragen. Und auch wenn es lange her ist, werden sie nie den Auftritt vergessen, den sie 1998, ganz zu Beginn ihrer Cap Pela-Karriere, in der Stierkampfarena in Palma als Vorgruppe für B.B. King hatten. „Eigentlich wären wir ihm gar nicht begegnet, da wir früh dran waren, aber wie der Zufall es will, kam B.B. King früher. Er war in Begleitung seines langjährigen Freundes aus Kindertagen, der immer bei ihm war und sich um ihn kümmerte. Rührend, wie sie miteinander umgingen, sehr liebevoll und respektvoll. B.B. King war sehr herzlich und ganz normal. Er lud uns zu sich ins Catering ein und wir redeten und waren sehr glücklich über dieses Zusammentreffen, einfach unvergesslich ist das!“
Am Sonntag, dem 6. Juni um 19 Uhr (ausverkauft, Zusatzkonzert um 17 Uhr) treten Cap Pela im Teatre Xesc Forteza auf (C/. dels Blanquers 5, in Palma, Vorverkauf 12 €, Abendkasse 14 €, www.palmacultura.cat). Sie werden symphonisch begleitet vom Orchester der Universität und dem Orchester Lauseta. Am Sonntag, 20. Juni um 19 Uhr, treten sie in der Iglesia y Claustro de Santa Ana in Muro auf. Dort ist der Eintritt gratis!

Infos:
FB: CAP PELA
www.cappela.es, info@cappela.es

Nermin Goenenc, Roman Hillmann. Fotos: Privatarchiv Chor, Roman Hillman

- Anzeige -