Der Coronavirus: Besteht berechtigter Grund zur Sorge oder ist alles nur Panikmache?

Die Zeitungen und Medien sind momentan voll davon und verbreiten Angst und Schrecken. Konkret ist der Coronavirus zwar außerhalb von China bislang nur in Einzelfällen aufgetreten, aber auf Grund der vielen Verflechtungen und Kontakten mit chinesischen Bürgern – allein im Januar gab es 300.000 Flüge von oder nach China von Europa aus – ist man überall alarmiert. Der Artikel wurde zum Redaktionsschluss am 24. Januar geschrieben, seitdem kann sich einiges verändert bzw. verschlechtert haben.

Was bewirkt der Coronavirus?
Angesteckt hatten sich die ersten Patienten offenbar durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion bei einem Besuch auf einem Markt mit exotischen Tieren. Sie bekamen Fieber, hatten starken Husten und bei schweren Fällen führt es zu einer Lungenkrankheit mit tödlicher Folge. Bekannt sind bislang an die 2.000 Fälle, wobei Wissenschaftler von einer viel höheren Zahl ausgehen. Einzelne Infizierte wurden auch schon in Frankreich, weiteren asiatischen Ländern und den USA entdeckt. 56 Patienten sind bislang gestorben. Tendenz steigend. Bisher gehen Experten – auch das deutsche Robert Koch-Institut – davon aus, dass der neue Virus nicht so ansteckend, somit nicht so gefährlich ist wie der Virus Sars, der das Schwere Akute Atemwegsyndom verursachte, dem vor 17 Jahren in China rund 1.000 Menschen zum Opfer fielen. Die Ansteckung verläuft in den meisten Fällen harmlos und wird nicht erkannt. Gefährlich wird der Virus vor allem für ganz junge und alte Personen, speziell wenn sie an anderen Erkrankungen leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

Vorbeugemaßnahmen in China
Im Kampf gegen eine Verbreitung der Lungenkrankheit in China sind in der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei strikte Bewegungsbeschränkungen für rund 40 Millionen Menschen erlassen worden, das öffentliche Verkehrssystem wurde quasi still gelegt. Eine drastische, aber auch wichtige Maßnahme angesichts der verstärkten Reiselust der Chinesen anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes am 25. Januar. Insgesamt sind mit der Provinzhauptstadt Wuhan mindestens elf Städte abgeschottet worden. Doch auch in anderen Regionen gibt es Restriktionen. So wurde der Kaiserpalast in Peking für Besucher geschlossen. Das Weltkulturerbe besuchten 2019 über 19 Millionen Menschen, die maximale Zahl der Besucher musste täglich auf 80.000 begrenzt werden. Doch derartige Menschenansammlung sind der perfekte Nährboden für die Verbreitung. Andere Großveranstaltungen in der Hauptstadt und unzählige Feiern zum Neujahrsfest wurden abgesagt, insofern bringt der Virus auch wirtschaftlich gesehen zur Zeit große Einbußen. So wurden auch die Kinos geschlossen und gleich sieben Neustarts abgesagt. Im vergangenen Jahr spielten chinesische Kinos allein über das Neujahrsfest rund fünf Milliarden Yuan ein, umgerechnet 650 Millionen Euro.

WHO: Noch keine internationale Notlage
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sah bislang – wie gesagt, unser Artikel stammt vom 24. Januar – noch keinen Grund, eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite auszurufen. China selbst hätte umfangreiche Maßnahmen getroffen. Die WHO empfehle somit keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen, allerdings solle man nicht dorthin fliegen, wenn man es vermeiden kann. Das Risiko für Reisende in Wuhan werde als “moderat” eingeschätzt. Allerdings nimmt die WHO den Ausbruch dennoch extrem ernst. Man sieht: Keiner weiß nix genaues…

Grippe ist gefährlicher
Bei allem Viren-Schrecken sollte man eine andere, ebenfalls hochgefährliche, aber weit weniger schlagzeilenträchtige Krankheit nicht vergessen: Grippe. Laut Statistik sterben in Deutschland alljährlich – je nach Intensität der Grippewelle – bis zu 20.000 Menschen daran, vornehmlich sind es auch hier eher ältere Menschen.

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