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Prozessionen sind nicht immer religiös-friedlich. Im Fall der Prozessionsspinnerraupen sind sie sogar höchst gefährlich

Wenn man nicht weiß, was es ist, sehen die putzigen Raupen (lateinisch Thaumetopea processionea), die derzeit in langen Ketten aus ihren Nestern von den Kiefern oder Pinien herunterziehen, noch recht harmlos aus. Ja sogar in gewissem Sinne attraktiv. Dieser Gedanke weicht aber bald schierer Angst. Denn jeder Kontakt mit den Tierchen beziehungsweise mit ihren nesselnden Brennhaaren verursacht Schmerzen. Es kann sogar eine Raupendermatitis oder Asthma dadurch ausgelöst werden. Vor allem unsere Tiere leiden darunter. Zumal die Raupen ihre Haare bei Gefahr “abwerfen” und diese vielleicht durch Wind weitergetragen werden. Deshalb sollte man sich auch nicht in der Nähe von Nestern aufhalten. Apropos: Die seltsame Verkettung begründen Wissenschaftler damit, dass die Tiere so für Angreifer wie Vögel als eine Art Schlange erscheinen und sie so abschrecken.
Arme neugierige Hunde
Aktuell sind denn auch die Tierarztpraxen voll mit Hunden (seltener Katzen), die durch das Gift der Raupe schwerste Vergiftungserscheinungen erleiden. Innerhalb einer Stunde treten Schwellungen auf. Es können Fieber, Atemnot und Krämpfe folgen, das entzündete Gewebe kann unter Umständen absterben. Dann verlieren die betroffenen Tiere Haut- oder Zungenteile. Bei sehr sensiblen Hunden kann ein intensiver Kontakt sogar tödlich verlaufen… Eine rasche Behandlung ist unbedingt angeraten. Als Erste-Hilfe-Maßnahme können Sie die Haare mit warmem Wasser abspülen (nicht abreiben, das kann den Effekt verschlimmern). Dies gilt übrigens auch für Menschen.

Was hilft?
Als Maßnahme, um die Population zu verringern, kann man im Herbst, wenn die Raupen geschlüpft sind, Pflanzenschutzmittel sprühen. Auch intensive Kälte kann dazu führen, dass die Tiere erst später (und reduziert) kommen. Bekämpfen kann man sie aber am besten im Frühsommer mit Hormonfallen, die man in die Äste hängt. Dadurch lockt man die männlichen Falter in die Falle, sie paaren sich nicht und somit legen sie auch keine Eier ab, was pro Befruchtung 100-200 Eier sein können. Auch ist es sinnvoll, die Raupen schon im Nest zu vernichten, indem man die wattebauschmäßig aussehenden weißen Nester beispielsweise absaugt und verbrennt. Das sollte allerdings ein Fachmann machen. Hat man die präventiven Maßnahmen verpasst, die Raupen schlüpfen und beginnen mit ihren Prozessionen, kann man den Stamm mit einem biologischen Klebeband versehen. Auch sollte man verstärkt Vögel wie Blau- und Kohlmeisen sowie Wiedehöpfe anziehen (durch Brutkästen beispielsweise), die ebenso wie Fledermäuse natürliche Fressfeinde der Larven gute Dienste tun.

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