Im Auftrag des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel e.V. (kurz IKW) wurde im Jahr 2019 an der Technischen Universität Berlin die Studie „Der Lebensweg eines TShirts – eine Ökobilanz“ erstellt, die die wichtigsten Umweltauswirkungen des Lebensweges eines Textilstücks zusammenfasst. Für die Studie wurden möglichst realistische Annahmen getroffen. So wurde ein handelsübliches weißes Baumwoll-T-Shirt betrachtet, das außerhalb Europas hergestellt, in Deutschland gekauft, getragen und 44-mal gewaschen, getrocknet und schließlich entsorgt wird.
Ein solches T-Shirt aus Baumwolle wiegt circa 150 Gramm. Zu seiner Herstellung, zum Vertrieb, zur Pflege während der Nutzungsphase sowie zur Entsorgung werden Mengen an Ressourcen, z.B. Wasser, benötigt, die das Gewicht des T-Shirts um ein Vielfaches übersteigen. Insgesamt entfallen darauf 73 Prozent. Darüber hinaus werden während seines „Lebensweges“ auch Stoffe freigesetzt, z.B. sogenannte Treibhausgase, die 3,7 Kilogramm Kohlendioxid (CO2) entsprechen. Dabei wurde davon ausgegangen, dass Verbraucher die Waschmaschine nicht voll, sondern nur mit 3,5 Kilogramm Wäsche befüllen, 55 Milliliter flüssiges Waschmittel pro Waschgang dosieren und nur jede zehnte Waschladung im Wäschetrockner trocknen, den Rest an der frischen Luft. Die Studie macht deutlich: Baumwollproduktion und T-Shirt-Herstellung bestimmen maßgeblich die meisten der betrachteten möglichen Effekte auf die Umwelt, z.B. Landnutzung, Süßwassernutzung, Verbrauch von Rohstoffen wie Erzen, Metallen und Mineralien sowie negative Auswirkungen auf Gewässer und ihre Lebewesen. Die T-Shirt-Herstellung und die Nutzungsphase, also das Waschen und Trocknen des T-Shirts, haben einen relevanten Einfluss auf das Treibhauspotenzial und den Ressourcenverbrauch Wasser („Potenzielle Wasserverknappung“).
Was kann man tun?
Bei den Parametern Produktion und Vertrieb wenig. Aber durch den Kauf von Bioware kann man diese Prozentzahl reduzieren. Und beim Rest kann man durch die Verwendung von leistungsfähigen Waschmitteln und der korrekten Einstellung von Waschparametern, wie z.B. Beladung der Waschmaschine, Dosierung des Waschmittels sowie Waschprogramm bzw. -temperatur und Trocknen im Freien den ökologischen Fußabdruck verbessern und Energiekosten einsparen. So kann man durch Waschen mit niedriger Temperatur die Umweltauswirkungen während der Nutzungsphase des Shirts erheblich verringern. Ein Beispiel: die Ökobilanz beim Waschen mit 30 Grad statt mit 60 Grad reduziert sich um 37 Prozent. Das Trocknen an der Wäschelinie reduziert den Verbrauch an Rohstoffen um 30 Prozent.
Hilfreiche Tipps zu diesem Thema gibt es bei www.waschtipps.de, wie die folgenden sechs Punkte, die man beim Waschen beachten sollte:

  1. Pflegehinweise in den Textilien beachten Textilien können durch falsche Pflege unansehnlich oder sogar ruiniert werden.
  2. Wäsche sortieren Das Sortieren nach Weiß-, Bunt-, Feinwäsche, Wolle und Seide sowie die richtige Programmwahl dienen dem Schutz vor Verfärbung, der Materialschonung und damit dem Werterhalt der Textilien.
  3. Sichtbare Flecken vorbehandeln Durch die Vorbehandlung von Flecken wird der unnötige Einsatz von Ressourcen vermieden, da ohne diese Vorbehandlung die gesamte Waschladung heißer oder mit mehr Waschmittel gewaschen werden müsste.
  4. Waschmaschine möglichst voll beladen Durch effiziente Nutzung der Maschine in Abhängigkeit von der Textilart (Ausnahme Fein– und Wollwäsche) wird der unnötige Einsatz von Ressourcen vermieden. Geeignete Waschprogramme in Abhängigkeit von der Textilart dienen dabei der Materialschonung. Mehrere Wäscheposten können kombiniert werden, wenn diese mit dem Programm und Waschmitteltyp für das empfindlichste Textilstück gewaschen werden.
  5. Entsprechendes Waschmittel wählen Die Verwendung der für die jeweilige Textilart geeigneten Waschmittel (Voll-, Color-, Fein-, Wollwaschmittel) dient der Materialschonung und dem Werterhalt. Die Beachtung der Dosierempfehlung dient dabei der Vermeidung einer möglichen Überdosierung.
  6. Bei möglichst niedriger Temperatur waschen Es sollte bevorzugt bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden, um den unnötigen Einsatz von Energie zu vermeiden. Um dabei jedoch einer möglichen Bildung von Biofilmen vorzubeugen, sollte mindestens einmal im Monat mit einem bleichmittel-haltigen Vollwaschmittel in fester Form (Pulver, Granulat, Tab) bei 60 °C gewaschen werden.
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