Die Sonne strahlt bereits kräftig, der Sand am Strand von Ciudad Jardín bei Palma ist angenehm warm. Bettina Hering, Surya-Soul® Instruktorin, kommt frisch von einem Workshop aus Deutschland, mit einer neuen Choreografie im Gepäck. Heart – Herz, bei der besonders das Anahta-Chakra, die Region oberhalb des Brustbeins, aktiviert wird. Bettina stellt ihre Bluetooth-Box auf einen Klapphocker im Sand. Das türkisfarbene Meer am Strand von Ciudad Jardín ist noch spiegelglatt. Ein mallorquinisches Ehepaar lässt sich in der Nähe nieder und bereitet sich mit Klappstühlen und Kühlbox entspannt auf seinen Strandtag vor.

Heute sind vier Frauen zum Tanzen gekommen und stellen sich unter den schattenspendenden Bäumen auf. Das Ehepaar beäugt interessiert die Gruppe. Während der nächsten anderthalb Stunden bleiben immer wieder Jogger oder Spaziergänger stehen, schauen beim Tanzen zu – besonders Mutige fragen Bettina im Anschluss an die Stunde, was das denn gewesen sei. Wer möchte, kann sich sogar direkt einklinken.

Surya Soul kann auch inmitten eines mallorquinischen Dorfes stattfinden

Schreie am Morgen
Die ersten Töne erklingen. Zunächst ruhig, um sich auf den Tanz einzustimmen. Alle stehen im Kreis, ein wichtiger Teil bei Surya-Soul®, was übersetzt Sonnen Seele bedeutet. Bettina Hering hat Erfahrung im Kampfsport. Mehrere Jahre lebte sie in China und lernte die Technik dort aus erster Hand. Die kräftigen Hiebe und kantigen Schläge sind später Teil der Choreografie. Die zierliche, schlanke Frau zerschlägt imaginäre Holzscheite mit einem Kantenschlag, schreit laut in den mediterranen Morgen, während die Beats aus der Box wummern. Die Teilnehmer tun es ihr nach. Einige laut und gehaltvoll, andere ein wenig zurückhaltender.
Sie ist eine von drei Instruktorinnen auf Mallorca – damit ist die Insel klar im Vorteil gegenüber anderen Orten. Regelmäßige Workshops oder Retreats in traumhaften Fincas, meistens unter der Leitung der Gründer Philippe Beaufour und Sabine Zweig, machen Mallorca zu einem weiteren Hotspot der Szene und locken Teilnehmer aus dem Ausland an.

Die sieben Chakren
Surya Soul® ist Ruhe, ist Kraft und Schnelligkeit, ist Yoga, aber auch Kampfsport. Es vereint auf kreative und ästhetische Weise verschiedene Tanz- und Bewegungslehren miteinander und schafft es, unterschiedlichste Musikrichtungen gekonnt miteinander zu verbinden: Mal klassisch oder spirituell, mal rockig und dann wieder eigens für Surya Soul® konzipierte Songs. Das System der sieben Chakren (Energiezentren), die Philosophie des Tao und des Yoga bilden die Grundlage.

Surya Soul Instruktorinnen Bettina Hering, Claudia Hubberten und Nicole Merhi

Mit Liebe und Vergebung
Die Reise durch das Herzchakra am Strand von Ciudad Jardín beginnt. „Das dazugehörige Element der Herzchoreografie ist Luft“, klärt Bettina Hering die vier Mittänzerinnen auf. Luft ist an diesem sommerlichen Morgen willkommen. Jedes Chakra hat eine Farbe. Die Farbe Grün versinnbildlicht das heutige Chakra. Wer möchte, trägt etwas in der entsprechenden Farbe, die meisten kommen leger in bequemer Kleidung – was der Schrank so hergibt. Man tanzt für sich oder in der Gruppe, bei der HerzChoreografie überwiegen weite, öffnende Bewegungen, als würde man einen großen geflochtenen Korb vor dem Körper halten, dann verzweigen sich die Hände wieder zur Form einer Lotusblüte. Die Herz-Choreographie drückt tanzend Liebe und Vergebung aus. Ganz praktisch betrachtet vertieft sich die Atmung, dehnen sich Muskeln und Faszien und hinterlassen ein Gefühl von Weite.
Neben den angeleiteten Choreografien gibt es im Surya Soul® auch den freien Tanz, die sogenannte „Spirit“. Hier wählen die Instruktoren selbst die Musik aus. „Das liebe ich“, sagt Bettina Hering und lässt die Teilnehmer zu Jeremy Roske mit dem Song „Seed“ oder bekannten Größen wie Gregory Porter mit „Liquid Spirit“ stampfen, tanzen oder sich wiegen.

Wohltuender Schweiß
Nach einer Stunde Tanz am Strand von Ciudad Jardín läuft den Teilnehmern der Schweiß herunter. Die Meerbrise tut gut und ein wohliges Gefühl macht sich breit. „Ihr könnt eure Handtücher ausbreiten“, sagt Bettina Hering. Sich nach dem Tanzen auf dem Handtuch im Schatten niederzulassen, ist eine Wohltat. Sie hat ein Mantra mitgebracht, das sie vorträgt. Die sich wiederholenden Klänge des Mantraliedes wirken wunderbar einlullend, im Hintergrund schlagen die Wellen an den Strand. Während der Körper runterfährt, zieht der Café con leche bereits ins Bewusstsein. Das ist nämlich bei Bettina Herings morgendlichen Tanz-Sessions ein Teil des Ganzen: Plaudern und Ausklingen lassen bei knusprigem Brot, frischem Saft und Café con leche in einer der nahen Strandbars. Kontakt Facebook: Surya Soul Spain
Dorothee Kammel, Fotos: Surya Soul

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