Die Plaça Raimundo Clar

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Ein einst hässlicher langweiliger Platz in Palma mutiert zu einem interessanten Gastro Hostspot

Früher war die Plaça Raimundo Clar ein eher unattraktiver leerer Platz voller Beton, ein paar Bänke, ansonsten gab es lediglich ein wenig Leben an den Terrassentischen des Kulturzentrums Els Flassaders. Heute ist sie das lebendige Herz des Viertels, rundum Restaurants, Cafés, Läden und zwei Hotels – und genau von dort aus wurde dem Platz das (gastronomische) Leben eingehaucht.
Hotelbesitzer, Entrepreneur und Visionär. So könnte man in Kürze Toni Oliver (60) beschreiben, der an der Plaça Raimundo Clar 2014 sein Appartmenthaus Can Blau mit sechs Appartments und im Herbst vergangenen Jahres das Fil Suites mit 32 modernen Zimmern und Appartments eröff nete, für das er mit zwei Partnern kooperiert. Da es kein eigenes gastronomisches Angebot in den Häusern gibt, kam die Idee quasi vor der Haustür eine Art “gastronomischen Markt” zu eröffnen.
Man kaufte daher diverse Ladenlokale am Platz und ums Eck, um sie mit gastronomischen Leben zu füllen. “Ganz wichtig war uns die Qualität und die Unterschiedlichkeit – von günstig bis gehoben, von einfachen Tapas bis zum anspruchsvollen Gericht”, so Oliver.

Drei Platz-Highlights
Hier eine kleine Auswahl der zahlreichen gastronomischen Betriebe: Burger vom feinsten – sie gewannen im letzten Jahr den “Battle of the Burger”, dessen zweite Ausgabe am 31. August (nach Redaktionsschluss) im Pueblo Español stattfand – präsentiert das Raimundo Burger von Alejandro Javaloyas, einem Absolventen der hiesigen Hotel- und Gastronomiefachschule EHIB. Von Anfang an ging sein Konzept auf. Geboten werden wenige, aber dafür anspruchsvolle Burger aus galicischem Rindfleisch mit Qualitäts-Brötchen von bekannten Bäckern (Tomeu Arbona, Lluis Pérez),
wie beispielsweise den Burger Mallorquina mit Mahón-Käse, getrockneten Feigen, Minze und Knoblauch-Mayonnaise. Zudem gibt es Nachos, zwei verschiedene Pommes-frites-Versionen (Kartoff eln mit Schale und Rosmarin sowie Süßkartoff eln mit Parmesan und Limonenabrieb), ein Salat und drei leckere Desserts. Im Lokal haben Alejandro und seine Freunde vieles selbst gemacht, herausgekommen ist eine gemütliche, mit viel Holz versehene, zumeist volle Burgerstube (Facebook: Raimundo Burger). Wer für Papas arrugadas, Ropa vieja, Pepito de matalauve oder rote und grüne Mojos schwärmt, also für kanarische Klassiker, der sollte ins La Vieja von Jonay Hernández gehen, einem Kanaren aus Teneriffa. Unter den witzigen Augen eines Tintenfischs, einem riesigen Wandgemälde, mit Mojo, Desserts, Wein und Runzelkartoff eln in seinen Krakenarmen, wird hier lässig-kreativ gekocht. Modern, aber auf Basis der bekannten Gerichte. Wie in seinem anderen Restaurant, dem Flor de Sal, arbeitet Hernández auch hier mit einem mallorquinischen Töpfer-Pärchen zusammen, das für ausgefallenes originelles Geschirr sorgt, zu sehen an Fisch- oder Tintenfi sch-Tellern, einem Keramikschwein oder der grünen Hand fürs spezielle Hulk-Dessert. Empfehlenswert: die Sitze an der Theke, wo man den Köchen bei der Arbeit zuschauen kann (Facebook: La Vieja de Jonay Hernández). Und schließlich mein persönlicher Favorit: das Shaka von Mattias N. Provvidenti. Es ist das Nachfolgelokal seines fantastischen Lokals Umi in Port Adriano, dass er wegen Unstimmigkeiten mit der Behörde auf Grund seiner Umbaupläne geschlossen hat. Den Gast erwartet aufregendes tropisch-exotisches Ambiente mit fantastischen Wandgemälden (Künstler David Goode Hill) und als Schwerpunkt hawaiianische Poke Bowls. Poke ist ein hawaiianisches Wort und bedeutet „in Stücke schneiden“. Dies betriff t Fisch, Fleisch, Gemüse und Früchte, die auf Reisvarianten, Quinoa oder Salat in einer Schale (bowl) attraktiv angerichtet werden. Quasi ein off enes großes Sushi, aber mit mariniertem Fisch oder Fleisch. Die exzellenten Marinaden, jedes Gericht hat eine andere Kreation, sind denn auch das Wesentliche. So gibt es im Shaka neben einer vegetarischen Variante Bowls mit Tunfi sch, Lachs und gemischtem Fisch, dazu beispielsweise Gurke, Avocado, Möhren, Radieschen, WakameAlgen, Erdbeeren und Cashew-Nüsse. Dazu auch warme Varianten mit Ente, iberischem Schweinefl eisch oder Wagyu-Filet). Desweiteren im Angebot: exzellente und außergewöhnliche Sushi, hawaiianische Tacos, das National
gericht Lomi Lomi (mit Lachs, Avocado und Ananas-Vinaigrette) und Kalua pig mit zart gekochtem und perfekt gewürztem Schwarz-Schweinfl eisch auf lila Kartoff elpüree oder auch Lammkarrée. Dazu schmecken Tiki-Cocktails (Facebook: Shaka restaurante).

Tasquita d’Esquina

Weitere Lokale
Ein Ladenlokal beherbergt das Tagescafé La Fabrique d’Art, gehört aber nicht Toni Oliver. Hier gibt es unterschiedlich belegte Brötchen, Frühstücksvarianten und Kuchen. Auch die Craft-Bierfi rma Beer Lovers aus Alcúdia betreibt hier ein Lokal. Hier gibt es nicht nur die verschiedenen leckeren Biersorten der Marke, sondern auch mallorquinische Gerichte wie belegte Cocas (eine Art mallorquinische Pizza), Tapas, Gerichte vom Grill sowie das witzige Dessert Beermisú (www.beerloversmallorca.com). In einer der angrenzenden Gassen liegt das Restaurant La Juanita von Marc Medina. Dieser kreative Koch hat das Potenzial der Gegend schon früh erkannt und war der erste. In seinem kleinen Restaurant oder im Sommer an den Außentischen gibt es exzellente Mittagsmenüs und ein ebenso spannendes mehrgängiges Abendmenü (Facebook: La Juanita Cuina Fresca). Ebenfalls ums Eck befindet sich die Tasquita d’Esquina der sympathischen Portugiesin Sandra Viva, die dort eine Spezialität ihrer Heimatstadt Porto serviert: die Francesinha mit Kartoffelchips. Dies ist ein überbackener Toast mit Käse, gekochtem und rohem Schinken, gebratenem Würstchen, Chorizo und Rindfleisch und einer speziellen Sauce. Dazu werden portugiesische Weine serviert (Facebook: Tasquita d’Esquina).
Sie sehen, ein Trip in diese Ecke Palmas lohnt sich absolut!
Martina Zender


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