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Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA), die vom 12. bis 22. September in Frankfurt ihre Tore öffnet und zu den großen Inszenierungen der Branche zählt, steht unter keinem guten Stern.

So wie Peugeot, Mazda, Volvo und Toyota kehren auch Rolls Royce, Aston Martin, Nissan, Renault, Dacia, Mitsubishi und General Motors (Chevrolet, Cadillac) der traditionsreichen Show rund ums Automobil den Rücken oder reduzieren drastisch ihre IAA-Ausgaben wie BMW, die statt 25 Millionen wie früher nur noch 6 Millionen Euro budgetiert haben. Andere sind noch Wackelkandidaten. Sicher dabei sind jedoch Daimler mit Mercedes und Smart, Opel, der Volkswagen-Konzern mit VW, Audi, Porsche, Seat, Skoda, Lamborghini, Bugatti sowie Ford, Hyundai, Kia, Jaguar und Land Rover mit dem neuen Defender. Doch viel schwerer wiegt: Die Automobilbranche steckt in der Krise. Darüber können auch die vielen IAA-Premieren nicht

Elektroautos sind immer noch Exoten
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind allein in Deutschland 31.059 batterieelektrisch betriebene Pkw neu zugelassen worden – gut 80 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Hingegen dümpelt die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden, die ebenfalls finanziell gefördert werden, vor sich hin. 16.525 Neuzulassungen entsprechen einem Minus von knapp einem Prozent. Die hohen Wachstumsraten der Elektromobile kann freilich
nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihr Anteil an den Gesamtzulassungen mit rund 1,8 Prozent noch immer verschwindend gering ist. Alles andere als nachfragefördernd sind manche kritischen Anmerkungen zur batteriebetriebenen Mobilität. „Statt den Fokus zu sehr auf die Elektromobilität zu richten, sollte die Politik gleichzeitig den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur vorantreiben. Denn so lässt sich bei der Verkehrswende kräftig sparen: Um bis zu sechs Milliarden Euro könnten die Infrastrukturkosten sinken, wenn die bis 2050 geplanten rund 40 Millionen Nullemissions-Pkw je zur Hälfte mit Batterien und Brennstoffzellen betrieben werden“, heißt es in einer von der ADAC-Stiftung geförderten Studie, die das Fraunhofer Institut gemeinsam mit der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik verfasst hat.hinwegtäuschen. Firmen vermelden, dass sie ihre Produktion drosseln wollen, weil sie von einer sinkenden Nachfrage auf ihren wichtigsten Märkten und Handelsunsicherheiten betroffen sind. Gleichzeitig werden Milliarden in den Wandel zur Elektromobilität investiert. Die Frage lautet: Machen die Kunden diesen Wandel mit?

Luca de Meo entdeckt das Erdgas
Vielleicht hat Volkswagen auch deshalb eine alte Liebe neu entdeckt: CNG (Compressed Natural Gas vehicle), also ein mit Erdgas betriebenes Fahrzeug, auch Erdgasauto. Lange war es auffällig ruhig um den Arbeitskreis CNG-Mobilität, dem neben den Volkswagen-Marken Industriepartner aus den Bereichen Gasversorgung, Netz- und Tankstellenbetrieb angehören. Jetzt nimmt er wieder an Fahrt auf, weil man nach den Worten von Seat-CEO Luca de Meo davon überzeugt ist, dass CNG beim Wandel zur nachhaltigen Mobilität eine bedeutende Rolle spielen und ein großes Geschäftspotenzial für die Automobil- und Mineralölindustrie bieten wird. Da haben die Initiatoren noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Im Juli ist die Nachfrage nach neuen Autos mit Erdgasantrieb erneut zurückgegangen – dieses Mal um mehr als 40 Prozent. Trotzdem ist de Meo von der Zukunft des CNG-Antriebs überzeugt, weil er verfügbar, umweltschonend, wirtschaftlich, bewährt und sicher sei. „Öko zu sein, ist keine Option mehr. Es ist ein Muss“, sagte der Seat-Vorstandsvorsitzende anlässlich CNG Mobility Days in Berlin. „Als Automobilhersteller müssen wir eine breite Palette alternativer Antriebstechnologien vorhalten, damit unsere Kunden selbst entscheiden können, welche ihnen am besten passt.“ Mit dieser Aussage befindet sich de Meo nicht ganz auf der Linie von VW-Konzernchef Herbert Diess, der dem Elektroantrieb absolute Priorität einräumt.
Elektroauto-Schwemme erwartet
Auf der IAA wird es jedenfalls an neuen Elektroautomobilen nicht mangeln. Und vielleicht gelingt es den Ausstellern sogar, ein paar der vielen offenen Fragen zu beantworten, die Autofahrer derzeit bewegen. Damit würden sie ihren Kunden, Beschäftigten und sich selbst einen guten Dienst erweisen. Denn verunsicherte Märkte haben fatale Folgen.
Spezielle Oldtimer-Ausstellung
Die nächste IAA soll dem Publikum mehr Attraktionen bieten als neue Autos. Daher werden im Rahmen der “IAA Heritage by Motorworld” auf 11.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auch ausgewählte Oldtimer zu sehen sein. Visionäre Konzeptfahrzeuge, Elektromobilität, alternative Antriebe, Smart Cities, Disruptoren – die Welt der Mobilität war nie so aufregend und innovativ wie heute. Deshalb gibt es auch die “IAA Conference” (u.a. mit Rednern Nico Rosberg; Klaus Bischoff, VW Design; Ola Källenius, Daimler AG; Uwe Hochgeschurtz, Renault; Kai Langer, BMW Design) und die “IAA Experience”, bei der verschiedene Mobilitätslösungen der Zukunft präsentiert werden.
Infos: www.motorworld-heritage.de, www.iaa.de Quelle: ampnet/rs

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