ECOART – Sichtbarkeit der Realität

„Du kannst sie sogar auf deine Schulter legen“, gemeint ist die Skulptur „Criatura Marina“, (25 x 33 x 17cm) eine Languste, die Katrin Starostenko komplett aus dem Plastik gemacht hat, das ihr Sohn Orión (6 Jahre) am Strand in Palma einsammelte.

Es bedrückt sie, dass die Meere und Strände voll mit Plastik und Mikroplastik sind, das vor lauter Konsum, den ständigen Überproduktionen und dem daraus resultierendem unendlichem Müll die Erde ins Ungleichgewicht fällt und die „Luft zum Atmen“, wie sie sagt, durch massive Umweltverschmutzung schwerer wird. Sie weiß „unser globales Ökosystem ist in Gefahr und schon alleine der Kinder wegen muss gehandelt werden, sofort, den wir alle sind für dieses Dilemma mitverantwortlich!“ 

Re-Animieren
Auf Missstände, soziale Ungerechtigkeiten und ökologische Probleme will sie hinweisen. In der Ukraine geboren, war sie als Kind durch ihren Vater, der beim Militär war, viel auf Reisen. Sie nahm Ungleichheit und soziale Kontraste wahr. Ihre ökologische Vision von Umweltbewusstsein entstand früh, darin wurzelte der Wille etwas ändern zu wollen. Seit 2014 lebt sie auf der Insel und seit vielen Jahren setzt sie sich als Ökokünstlerin für Aufklärung und Umweltbewusstsein ein. Ob Installationen, Performances oder andere künstlerische Manifestationen, sie basieren auf der Sensibilisierung für aktuelle Themen und präsentieren ihre große Palette an Kreativität, für die sie gerne den Präfix „Re-„ benutzt, wie bei Tätigkeiten von recyceln, reagieren, reparieren, rebellieren, reanimieren, regenerieren, reseten. Es passt zu ihr und ihrem Aufruf in ihrer Kunst. Fasziniert hat sie die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie der Wissenschaft, der Musik und den Künsten, mit unterschiedlichen Gemeinschaften wie Kinder aus Waisenhäusern in der Ukraine und Russland, Dorfnachbarn in Russland, Frauen in Indien und Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Posidonia, die Installation
Regelmäßig sah sie einen „Herrn Scotty“, der wie sie mit dem Hund spazieren ging. Irgendwann sprachen sie miteinander und er erzählte ihr, dass er es sich, als Aktivist und Umweltschützer, zur Aufgabe gemacht hat Kabelbinder aufzusammeln, Tag für Tag, die er auf Plätzen findet, nach Veranstaltungen, Festen, Märkten, in Gärten etc. Seine Garage sei voll damit, zum Leid seiner Frau. Er war überglücklich, das Katrin damit etwas anfangen konnte und so kam es, dass sie eine LKW-Ladung voll Kabelbinder bei ihm abholte. Sie hatte die Idee, die Binder zu verknüpfen und die Seewiese „Posidonia“ entstand. Das für das Klima lebenswichtige Neptungras „Posidonia“, als Seewiese durch Plastik darzustellen, ist eine gelungene Demonstration für eine Seepflanze, die bedroht ist, obwohl sie für das Klima eine großartige Umweltschützerin ist. Sie hält die Küsten von Erosionen fern, die zur Folge hätten das Strände abgetragen werden, sie hält das Wasser klar und sauber, ist der Brutplatz von Schnecken und der Lebensraum vieler Fische. Von der Posidonia stammen auch die hellbraunen Seebälle, die man am Strand findet und der spanische Meeresbiologe Carlos Duarte vom Mittelmeerinstitut der Balearen fand heraus, dass Seegraswiesen doppelt so viel CO2 speichern können, wie z. B. eine gleich große Fläche tropischer Regenwald. Katrins Installation ist beeindruckende 250 x 460 x 50 groß.

Die blaue Phase
„Darsena“ heißt der Hafen in Palma und ist der Titel eines ihrer Bilder aus dieser Serie. Im Aquarell erkennt man aus der Vogelperspektive türkis-blaues Wasser. Kleine Schiffe sind zu sehen, beim genauen Betrachten der Boote erkennt man, dass sie aus Resten von Tetra Pac Verpackungen (bestehend aus Pappe, Papier, Aluminium und Kunststoff) gemacht sind. Dezent lenkt Katrin den Blick auf die Verschmutzung der Meere durch Verpackungs-Müll.

Die Finanzpyramide von 2012
Sie besteht aus Ballen von geschredderten und gepressten Banknoten, die sie tatsächlich in einem Müllcontainer hinter einer Bank fand und aufstapelte zu einer ca. fünf Meter hohen Pyramide. Auf ihr krabbeln Käfer, die kleine Geldkugeln vor sich herrollen, die an Mistkugeln erinnern. Es ist eine Installation in Zusammenarbeit mit dem Künstler Eugen Klymchak, mit der sie den dritten Platz beim „MUXI Preis Research“ im Institute of Modern Art / National Academy of Fine Art in Kiew gewannen.

Wo kann man ihre Arbeiten sehen?
Katrin Starostenko ist Mitglied der mallorquinischen Künstlergruppe OuVerd und der AAVIB (Vereinigung der bildenden Künstler der Balearen). Sie arbeitet für das „Conciencia Magazin y Concienciaarte“, um ein globales Bewusstsein zu verbreiten. Ihre Werke befinden sich in Privatsammlungen in Europa und Asien.

Aktuelle Ausstellungen:

  1. Inprogress Palma, C/. Despuig 58, vom 3.-22.01.22, Mo-Sa 10.30-14 Uhr
  2. Auditorium Paguera, C/. Pins 17, noch bis 14.01.22, Mo-Fr 17-21 Uhr
  3. Coworking Puigpunyent, Ajuntament Vell, C/. de la Vila 13, nach telefonischer Absprache unter 646 937 243

Kontakt:
Instagram: artista-ECO
FB: Katrin Starostenko
kartinakatrin@gmail.com

Nermin Goenenc, Roman Hillmann
Fotos: Scherbenco Art Center, Archiv Katrin Starostenko, Roman Hillmann

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