Uschi Ackermann, Witwe des verstorbenen Münchner Feinkost-Papstes Gerd Käfer, ist seit vielen Jahren für „Dog‘s Avenue“ als Hoteltesterin auf Reisen, zunächst mit dem in Deutschland bekanntesten Mops Sir Henry, seit dessen Tod mit seiner Hundefreundin Julchen. Beide testen die Hotels auf Hundefreundlichkeit. Für die aktuelle Ausgabe der Hunde-Zeitschrift waren sie auf der Insel Mallorca. Wir trafen das Duo im Hotel The Sky in Cala Ratjada.

CO.NET-Holiday-Maskottchen Paulchen mit Julchen auf einem Liegeplatz von Stylesnout-Hundezubehör

Tragisch: Die 12-jährige Hundedame Julchen ist leider kurze Zeit nach unserem Interview am 6. August in einer Münchner Tierklinik verstorben.

El Aviso: Sie sind eine erfolgreiche Geschäftsfrau und unter anderem Hoteltesterin der „Dog‘s Avenue“. Was ist für einen Hund im Hotel wichtig?

Uschi Ackermann: Zunächst würde ich mich niemals als Geschäftsfrau bezeichnen, mein ganzes Streben ist und war niemals Profit orientiert; ich handle rein aus dem Herzen zum Wohle armer, alter und kranker Tiere. Wenn Sie wollen, liegen meine Erfolge im Einsatz beispielsweise für Projekte wie Möpse in Not, Vita-Assistenzhunde, für Einrichtungen wie Tierheime z.B. in Bonn, Frankfurt, Nürnberg, Dachau oder München, Kampagnen gegen die internationale Welpen-Mafia oder den Kauf zweier Hundesenioren-Residenzen auf dem Sonnenhof. Ferner unterstütze ich Tierkliniken in PR-Angelegenheiten mit Infos „Spezialisten retten Leben“. Meine Auftritte bei Autogrammstunden, Lesungen in Seniorenheimen kommen hinzu, nicht zu vergessen die legendären Mopspartys und eines der unvergessenen Highlights, die Schirmherrschaft der Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“ im Bayerischen Nationalmuseum.

EA: Im Nordosten der Insel haben Sie sich für das The Sky Hotel in Cala Ratjada entschieden. Was bietet The Sky seinen Hunde-Gästen?

UA: Es ist und ich übertreibe nicht, ein PARADIES für Mensch & Hund! Mehr darf ich hier aber nicht verraten, schauen Sie in die nächste „Dog‘s Avenue“ (ab 6. Oktober erhältlich)!

EA: Sir Henrys fettfreie Hundechips habe ich bei Ihnen gesehen und für den Hundebesitzer bunte Mops-Fruchtgummis von Haribo. Was ist auf Reisen an Hundenahrung zu empfehlen?

UA: Leckerli gehören natürlich ins Reisegepäck und die erwähnten Hundechips von Carnello würden Sir Henrys Namen nicht tragen, wenn ich nicht hundertprozentig dahinter stünde!

EA: Einen Hunde-Strand gibt es auch in der Nähe. Wie hundefreundlich ist Mallorca ansonsten im Vergleich zu anderen Urlaubsregionen?

UA: Hier vergeben wir fünf von vier möglichen Pfoten! Mallorca ist eine außergewöhnlich hundefreundliche Insel und IMMER eine Reise wert!

EA: Loriot hat einmal gesagt: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“ Wie sehen Sie das?

UA: Darauf würde ich mit folgendem Zitat antworten „Ein Haus ohne Mops ist wie ein Himmel ohne Sterne“, ohne meinen Mops wäre mein Haus ein bisschen sauberer und mein Portemonnaie vielleicht etwas voller, aber mein Herz wäre leer…

EA: Muss es denn bei der Wahl eines Hundes ein Mops sein, um das Menschenleben sinnvoll zu machen? Was ist bei der Auswahl zu beachten?

UA: Mit 13 verguckte ich mich in das Puppengesicht eines Mopses, in seine Kulleraugen die wie Schoko-Pralinen aussehen und schmolz dahin, von da an war ich total vermopst – also verliebt in dieses Zauberwesen auf vier Pfoten.

Aber nicht nur das Äußere war für mich entscheidend. Sie besitzen alle Eigenschaften, die man sich von einem Mann wünscht, sie sind liebevoll, treu, verschmust, intelligent, charmant und wenn nötig die geduldigsten Zuhörer. Wichtig ist, egal für welche Rasse man sich auch immer entscheidet, Augen auf beim Welpenkauf! Was mich betrifft, ich würde einem Tier, welches sein Dasein im Tierheim fristet, immer den Vorzug geben.

EA: Die Vermenschlichung von Tieren ist ein vieldiskutiertes Thema. Wo sind aus Ihrer Sicht die Grenzen zur notwendigen tiergerechten Haltung?

UA: Das Problem liegt weniger bei der Vermenschlichung von Tieren sondern im Gegenteil bei deren Versachlichung! Mir zerreißt es oft das Herz, wenn ich sehe, mit welchem Mangel an Empathie wir unseren Mitgeschöpfen begegnen.

EA: Im Bayerischen Nationalmuseum ist die bereits erwähnte und von Ihnen organisierte Ausstellung „Treue Freunde – Hunde und Menschen“ bis 13. September verlängert worden. Was ist für sie die Quintessenz der Ausstellung?

UA: Diese Ausstellung spiegelt die Kunst und Kulturgeschichte unseres beliebtesten Haustieres wie auch das wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten. Henrys Smoking mit dem er buchstäblich vor Gericht stand, wie auch seine Urne sind Exponate der Ausstellung.

Das Gespräch führte Frank Heinrich

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