Das Insektensterben ist eine traurige und letztlich auch dramatische Realität geworden. Umso wichhtiger sind Insektenhotels, die man mittlerweile sogar fertig kaufen, aber auch leicht selbst basteln kann.

Artenschutz leicht gemacht
Wildbienen beispielsweise sind die wichtigsten Bestäuber in der Landwirtschaft und sorgen damit für einen reich gedeckten Tisch, der ohne ihre Mithilfe wohl deutlich leerer aussähe. Wie das aussehen kann, kann man schon in China beobachten: Hier reicht die Bestäubungsleistung der Insekten nicht mehr aus und muss auf den Obstplantagen im Reich der Mitte inzwischen mühevoll vom Menschen übernommen werden. Auch andere Insekten helfen, ein ökologisches Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, indem sie beispielsweise Schädlinge vertilgen. Aber die heimischen Insekten sind bedroht. Kommerzielle Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und Luftverschmutzung machen ihnen das Leben schwer. Ein Grund mehr, ihnen etwas „unter die Flügel“ zu greifen und eine Bleibe zu schaffen, in denen sie sich wohlfühlen.

Einchecken im Luxusresort
Dabei ist der Name „Insektenhotel“ etwas irreführend, denn Fluginsekten sind meist keine Kurzurlauber, sondern Dauermieter. Daher sollte man schon bei der Planung darauf achten, dass man den Ansprüchen der Nützlinge genügt. Denn verschiedene Insekten
haben verschiedene Vorlieben: Während Wildbienen in vorgebohrten Tunneln oder hohlen Bambusstäben nisten, brauchen Marienkäfer zum Überwintern einen mit Stroh gefüllten Kasten und Florfliegen. Die fleißigen Blattlausvertilger fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Farbe Rot. Deshalb sollte man bei der Gestaltung des Insektenhotels auf Vielfalt setzen. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick ist es nicht schwer, ein eigenes Insektenhotel zu bauen. Genaue Anleitungen findet man auch auf der Seite des Naturschutzbundes, kurz NABU (www.nabu.de). Für ungeschicktere Handwerker gibt es sie auch in vielen verschiedenen Ausführungen zu kaufen. Die angebotenen Modelle entsprechen aber nicht immer den tatsächlichen Vorlieben, weshalb man beim Kauf ganz genau hinschauen sollte.

Ein Heim für Wildbienen
Für ein minimalistisches Wildbienen-Hotel benötigt man nur einen Holzblock, in den man Löcher in Durchmessern von 4 bis 8 Millimeter bohrt, um möglichst viele verschiedene Arten anzulocken. Dabei sollte man darauf achten, dass die Gänge hinten geschlossen sind, damit sie von den Bienen angenommen werden. Zudem ist es wichtig, trockenes, unbehandeltes Hartholz zu verwenden, beispielsweise Esche oder Buche. Weicheres Holz kann beim Bohren splittern, was die empfindlichen Flügel der Tiere verletzen kann. Aus demselben Grund sollte
man nicht ins sogenannte „Hirnholz“, also der Holzseite mit den Jahresringen, bohren. Eine zweite Variante sind hohle Bambusstangen, für die das Gleiche gilt wie für den Holzblock: Sie sollten trocken sein, auf herausragende Splitter überprüft werden und auf einer Seite verschlossen sein. Zudem sollte man die Halme mit Blumendraht zusammenbinden und sie in Blumentöpfen oder Blechdosen fixieren, damit Vögel sie nicht herausziehen können. Auch Schlupfwespen, die beispielsweise Kleidermotten das Leben schwer machen, freuen sich über die Bienen-Nisthilfen.

Florfliegen und Marienkäfer
Diese beiden Arten sind äußerst praktisch, wenn man mit Blattläusen im Garten zu kämpfen hat. Für sie bietet sich ein kleiner Kasten an, in dem sie überwintern können. Er sollte mit Stroh gefüllt sein und an einem wettergeschützten Ort angebracht werden, damit er auch im Winter einen guten Unterschlupf bietet. Um Florfliegen anzulocken, kann man ihn zusätzlich mit einer ungiftigen Farbe in Rot anstreichen. Statt Stroh kann man auch Kiefern- und Fichtenzapfen verwenden. Übrigens: Wer für ein buntes Treiben in seinem Garten sorgen möchte, sollte sich nicht auf einen Nistplatz beschränken. Ein Insektenhotel ist erst dann nützlich, wenn es in seiner Nähe reichlich Blüten mit großem Nektarangebot gibt, an denen sich die Tierchen satt essen können.
Quelle: Utopia

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