Eine etwas andere Reportage über einen Engel

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Ascen Maestre, 52 Jahre, eine 1.50 Meter große Mallorquinerin, vier Bypässe am Herzen, gelernte Krankenschwester, Mutter… Das wäre ein kurzes Profil, aber nein, es ist nicht was es zu sein scheint: eine kranke Frau, die Hilfe braucht um zu überleben. Es ist genau das Gegenteil! Es ist genau diese Frau, die Hilfe spendet, all denen, die in unglaublichen Nöten stecken, sei es durch Krankheit, Verlust, Schicksalsschläge. Menschen, die in einer lähmenden Armut überleben müssen. 

Wie alles begann

Frisch am Herzen operiert und mit vier Koronararterien-Bypässen, die sie am arbeiten hindern, trifft Ascen 2011 eine Familie, die nichts zu essen hat, keine Unterkunft, nicht mehr überleben kann. Kurzerhand geht sie ins Internet und in nur drei Tagen hatte sie alles, was es brauchte, um die Bedürfnisse der Familie abzudecken. Das animiert sie weiter zu machen und sie verteilt aus dem Auto heraus Lebensmittel. Als sie immer mehr Hilfsbedürftigen begegnet, zieht sie mehr Menschen hinzu, die sie unterstützen. 

Sie lernt im Krankenhaus Antonio Mañogil, der wegen Lungenkrebs in Behandlung war, kennen. Er ist Präsident der Vereinigung Christo Agonie und Direktor der psychiatrischen Abteilung in Llucmajor und rät ihr ihre Hilfe für Bedürftige offiziell zu machen. Sie mietet ein Lokal an und mit Hilfe von 20 Leuten, darunter Sanitäter, Ärzte, Spender, gründet sie die Hilfsorganisation SOS Mamás Baleares! Seit zwei Jahren ist der Sitz in Son Gotleu, ein Viertel der Stadt Palma im sozialen Brennpunkt. Hier werden pro Monat über 800 Familien mit allem, was sie an Notwendigem brauchen, unterstützt und es kommen immer mehr Familien dazu. 

Wem wird geholfen?

Auf die Frage woher die Menschen kommen, sagt Ascen „von überall. Die Herkunft, Hautfarbe, sozialer Status, Religion, das alles spielt keine Rolle. Es kommen Frauen mit Kindern, die alleine sind, deren Männer sie verlassen haben oder deren Männer gestorben sind. Arbeitslose Eltern großer Familien, Paare in Begleitung ihrer Kinder, Opfer häuslicher Gewalt und deren Kinder. Wir helfen allen, sind verbunden mit Notrufstellen und entsprechenden anderen Organisationen, die auffangen, weiterleiten, helfen, betreuen. Und mit Ärzten, die diesen Menschen helfen.“ Mittlerweile ist es so, dass offizielle Hilfsorganisationen wie u.a. das Rote Kreuz und Soziale Dienste bei Ascen um Unterstützung anfragen, denn Ascen ist bestens vernetzt und mit schneller Hilfe fast immer direkt zur Stelle. 

Was wird benötigt?

Auf die Frage, was am nötigsten gebraucht wird, sagt sie „wegen der vielen Kinder in Not brauchen wir Pampers, Windeln, Babyausstattung, Hygieneartikel Zahnpasta, Toilettenpapier, Kompressen und vieles mehr.“ SOS Mamás verteilt von Nahrung bis Möbeln alles, was gebraucht wird. Es ist ein gemeinnütziger Verein, eine Stiftung, die keinen Gewinn machen darf und von Spenden (über)lebt. Und wenn es nicht reicht, geht Ascen soweit ihre eigenen Möbel zu verschenken. Auf den Balearen leben 25% der Bevölkerung an der Armutsgrenze. Ohne Kindergeld und finanzielle Bezuschussung ist selbst ein einfaches Leben für die meisten Menschen fast unmöglich.

Wer hilft mit?

Ehrenamtliche Helfer (mittlerweile an die 140), Patenschaften, Firmen, die immer wieder Nahrungsmittel spenden, Psychologen, Ärzte, Anwälte – ohne sie wäre dieses gewachsene ehrenamtliche Unternehmen nicht umsetzbar. Bei allem was es an Solidarität braucht für die Menschen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, geben Ascen und ihre Helfer Trost und mentale Unterstützung, um dort aufzubauen, wo die Verzweiflung groß ist. Auf die Frage, wer denn die größten Spender auf der Insel sind, lobt Ascen die Deutschen und stolz erzählt sie uns, das es in ihrer Familie mütterlicherseits deutsche Wurzeln gibt. Und sie erzählt von Toni Schumacher dem Ex-Torwart der deutschen Nationalmannschaft, der im Januar 2019 mit einer großzügigen Spende der „1. FC Köln Stiftung“ persönlich in der Zentrale der SOS Mamás in Son Gotleu vorbeischaute.

Ihre engsten Freunde und Unterstützer sind ihr Mann Matias Amer (Vizepräsident SOS Mamás), Toni Martí (Harley-Davidson Mallorca und Vizepräsident SOS Mamás) Juan Antonio Montañez (Fotograf, Pate bei SOS Mamás), Wolfgang Krämer (LIONS Club Palma, Leiter bei Projekt “Comida para todos”), Xisco Barceló (Fundación Mallorcauniversal). Viele Künstler der Insel sind Paten der Stiftung und unterstützen Ascen auf Events, bei denen sie Spendengelder und Sponsoren findet. Gemeinsame Aktionen finden beispielsweise auch mit den Barber Angels statt, Friseure die mittellosen Menschen kostenlos einen neuen Haarschnitt geben.

„Wo viele die Augen verschließen, um nicht hinzuschauen, nähern wir uns um zu helfen“. Und somit ist SOS Mamás Baleares mit eine der größten Anlaufstellen für die Armut der nach außen hin reichen Insel Mallorca. Wenn sie unterstützend helfen wollen, kontaktieren sie:

Ascen Maestre
Tel.: 637 381 489, FB: SOS MAMAS
www.sosmamasbaleares.com
C/. Tomás Rullán, 72, Palma
Geöffnet Mo, Mi, Fr 17-20 Uhr
Spendenkonto: ASSOCIACIO SOS MAMAS BALEARES
IBAN: ES38 2100 2097 7002 0010 7470
BIC/SWIFT: CAIXESBBXXX

Nermin Goenenc und Roman Hillmann, Fotos: Juan Antonio Montañez Galvez, Ascen Maestre, Roman Hillmann

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