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Auf den Spuren der berühmten mallorquinischen Kartenmacher

Detail auf den Seiten des Katalanischen Weltatlas. Gestaltet von Abraham Cresques (1325-1387) und seinem Sohn Jehuda (Jafuda) Cresques(1350-1427). Die Kompassrose wurde erstmals auf dem monumentalen Kartenwerk benutzt.

Verlaufen! Wieder einmal haben es die zauberhaften Gassen von Palma geschafft, uns vom Wege abzubringen. Als würde es die Stadt darauf anlegen, den Fußgängern mit ihren faszinierenden Bauten und hübschen Läden den Kopf zu verdrehen. Wir sind in der Carrer del Sol gelandet. An dem begrünten Rondell Ecke Carrer de Ramon Llull machen wir Halt, um die Orientierung wiederzugewinnen und befragen das Navi. Als wir uns umdrehen, entdecken wir eine Statue hinter uns. Der bärtige Mann mit dem kuttenähnlichen Gewand scheint milde über uns zu lächeln wie wir da so stehen und die Mini-Karte auf dem Handy lesen. In seinen Händen hält er Papierrollen und etwas, das aussieht wie ein Zirkel. Neugierig entziffern wir seinen Namen: Jafuda Cresques. Und plötzlich klingelt es. Wir stehen vor dem unscheinbaren Denkmal für eine ganz große Tradition Mallorcas – die Kartographie.

Seekarten, kostbarer als Gold

Vor etwa 600 Jahren befand sich in Palma das Zentrum dieser geheimen Kunst. Die Insel war damals Knotenpunkt vieler Handelswege, von hier aus stach eine Handelsflotte in See, die fast 500 Schiffe umfasste. In dieser Atmosphäre der Weltoffenheit siedelte sich in der Stadt ein Berufszweig an, dessen Können hoch geschätzt war. Die Kompassmacher und Kartenzeichner lieferten die Grundlagen dafür, dass die Schiffe sicher ans Ziel und vor allem wieder nach Hause gelangten. Aber das war längst nicht alles. In Europa tobte zu jener Zeit ein Wettkampf um die Entdeckung neuer Routen, damit Waren statt auf gefährlichen Landwegen schneller und sicherer übers Wasser transportieren werden konnten. Europäische Herrscher gaben ein Vermögen aus für die neuesten Informationen, die Entdecker und Seefahrer von ihren Reisen mitbrachten. Karten galten als so kostbar, dass sie in Tresoren verwahrt und von Spionen auf abenteuerliche Weise kopiert wurden.

Die Welt auf sechs Blättern
Einer der besten Kartographen seiner Zeit war Abraham Cresques (1325-1387) in Palma. Er erhielt von seinem Herrscher König Peter IV. von Aragón den Auftrag Karten zu zeichnen, die alle verfügbaren Details über die damals bekannte Welt vom Atlantik bis nach China enthalten sollten. Zusammen mit seinem Sohn Jehuda (Jafuda) fertigte er 1374/75 den berühmten „Katalanischen Weltatlas“ an, der heute in der Französischen Nationalbibliothek zu besichtigen ist. Darin verarbeiteten die Cresques’ alle wertvollen Nachrichten, derer sie habhaft werden konnten Aufzeichnungen von Seefahrern, Beobachtungen von Händlern, Erkenntnisse von Entdeckern. Erstmals flossen hier auch die Schilderungen von Marco Polo ein. Eine Bes o n d e r h e i t waren die zahlreichen Illustrationen, die das Wissen über Land und Leute der beschriebenen Gebiete anschaulich machten: Eine Karawane auf der Seidenstraße, orientalische Gewänder, Staatswappen, religiöse Merkmale. Dieser Atlas, bestehend aus sechs großen Blättern, ist eine beeindruckende Mischung aus Navigationshandbuch und farbenprächtigem Reisebericht.
Für eine bessere Orientierung erfanden Vater und Sohn Cresques auch die Kompassrose, die die Himmelsrichtungen auf den Karten anzeigt.

Mallorcas Beitrag zu den großen Entdeckungen
Jafuda, so will es die Legende, krönte seine Karriere, als er sich in den Dienst Heinrich des Seefahrers begab. Der portugiesische Königssohn, der den Ruhm des Landes als See- und Kolonialmacht begründete, holte den mallorquinischen Kartographen an das von ihm begründete Observatorium in Sagres. Als Jafuda Cresques 1427 dort starb, hatte er das Vermächtnis der mallorquinischen kartographischen Schule bis in das innovativste Zentrum jener Zeit gebracht. Die Welle der großen Entdeckungen stand erst noch bevor und die Cresques’ aus Palma haben ihren Teil dazu beigetragen.
BUCHTIPP „Der Kartograf von Palma“ beschreibt spannend die Aufgabe des jüdischen Kartenmachers Abraham Cresques. (Autor: Pascale Rey; ISBN 9783426629154)
AUSSTELLUNG Reproduktionen von malloquinischen Seekarten und Landkarten sind in der Dauerausstellung „Christoph Kolumbus und Mallorca“ (Cristobal Colón y Mallorca) im Pueblo Español in Palma zu sehen (Mo-Fr 10-18 Uhr)

Vorderseite der Bruno Landkarte “Mallorca – die Entdecker-Karte für Kids”

Themen-Karten für Mallorca

Auch wenn mehr und mehr Menschen auf ihrem Handy digitale Karten zu Rate ziehen: die Landkarte aus Papier hat noch längst nicht ausgedient! Ganz im Gegenteil – Retro ist schick! Die Faltkarte bringt die Kunst des sinnlichen Reisens zurück. Darauf kann man seine Routen farbig markieren, Lieblingsorte einkreisen und kein Akku- oder Empfangsproblem stört die Suche. Unser Autorenteam Christiane Sternberg (Texte) und Marcos Gittis (Fotos) widmet sich ebenfalls professionell dem Thema Karte – und zwar Falt-Kombi-Karten, die eine praktische Ergänzung zur digitalen Wegfindung sind. Ihre BRUNO-Reihe stellt auf Mallorca individuelle Vorlieben in den Vordergrund. Da gibt es die Entdeckerkarte für Kinder mit Illustrationen, Märchen und Beschäftigungs-Tipps. Die Karte „Das Beste aus Küche und Keller“ führt Kochfans am kulinarischen roten Faden über die Insel. Und die „Mikroabenteuer für Individualisten“ versammelt Tipps für Ausbrüche aus dem Alltag – ob Klippenklettern, Übernachten auf einer einsamen Insel, Trips im Hippie-Bus oder Wanderungen zu Mallorcas Kraftorten.
Die Entdecker-Karte für Kids (ISBN 9789925740147) Das Beste aus Küche und Keller (ISBN 9789925740116) Mikro-Abenteuer für Individualisten (ISBN 9789925740123)
Infos unter www.brunomap.com