Zu Besuch im andalusischen Riofrio auf einer Kaviarfarm

Champagner und Kaviar. Wo das prickelnde Luxusgetränk gereicht wird, ist oft auch Kaviar zugegen – eine ideale Kombination für die kommenden Festtage. Man gönnt sich ja sonst nichts… „Kuchen der Freude“ lautet die Übersetzung des altpersischen Wortes Kaviar. Und eine Freude ist es für die Fans der kleinen Störeier allemal, diese Delikatesse zu genießen. Aber wussten Sie schon, dass auch in Spanien Kaviar produziert wird? Und zwar schon lange und vom Feinsten! 400.000 Störe leben in Riofrío (Region Granada) in Europas einziger Störzucht, die ökologisch betrieben wird, was ein EU-Ökozertifikat belegt. 1956 wurde die Firma in Navarra gegründet, 1963 eröffnete man die bis heute genutzte Anlage in Andalusien und züchtete dort Forellen, ab 1987 auch Störe. 2011 stiegen finnische Investoren in die Firma ein. 2018 kam es zu einer kleinen Krise, denn die enormen Unwetter im September 2018 beeinträchtigten auch die Anlage, etliche Becken wurden zerstört, Störe starben. Aber der Hauptteil der Anlage blieb unbeschädigt.

Quellwasser und gute Betreuung
Mittlerweile sind es über 100, von viel Natur eingerahmte Becken, gespeist von einer eigenen Quelle, deren Wasser über drei Kilometer mäandrierend durch die Becken läuft. Das frische klare Wasser sowie intensive Hege und Pflege der als schwierig geltenden Tiere sind beste Voraussetzungen für feinsten BelugaKaviar. Wussten Sie außerdem, dass es etwa sieben Jahre dauert, bis ein Stör sich „entscheidet“,ob er/sie ein Männchen oder Weibchen wird? Und dass es weitere sieben Jahre dauert, bis man den Weibchen dann die begehrten Eier entnehmen kann? Ein Geschäft, das viel Geduld erfordert.

Andalusien erobert Kaviarmarkt
Bei internationalen Kaviar-Wettbewerben schneidet dieses edle Produkt bestens ab. Gourmetkritiker und Topköche aus aller Welt sind von dem Erzeugnis begeistert. Zumal Raubfischerei und Umweltverschmutzung den Bestand von Wildstör im Kaspischen Meer um 80 Prozent dezimiert haben, die Nachfrage nach den Feinschmecker-Eiern aber ständig wächst. Rund 2.000 kg werden in Riofrío mittlerweile pro Jahr produziert. Der stolze Preis: ca. 1.500 bis 10.000 Euro/kg für das Top-Produkt, den „Albino-Kaviar“. Verkauft wird er in Portionen ab 15 Gramm – die ko-Variante für 38 Euro.Wenn Sie den Kaviar gerne einmal vor Ort besuchen möchten, dann gibt es mehrere Optionen: eine Besichtigung der Anlage (nur möglich am Wochenende) dauert 30-45 Minuten. Eine Besichtigung plus Infos und Verkostung von drei Sorten plus Champagner ist eine andere Möglichkeit. Weitere Varianten inkludieren sogar einen Gang (in wasserfestem Angleroutfit) ins Becken, bei dem man die Tiere auch berühren kann. Auf Mallorca findet man den Kaviar unter anderem im „Club del Gourmet“ vom Kaufhaus El Corte Ingles. Infos: www.caviarderiofrio.com

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