„Vergesst New York“, sagt Fredo Folcini selbst über „La Hora Azul“. “Cala Ratjada, das ist eine Revolution, das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt“. Am 15.11. hat seine Ausstellung im Centre Cap Vermell in Cala Ratjada Eröffnung gefeiert. In Zusammenarbeit mit der Elbgalerie Hamburg und initiiert von der CO.NET-Group werden in der oberen Etage des Centre Bilder und Gemälde von Folcini gezeigt, die nicht anders zu bezeichnen sind als ein buntes Panoptikum aus Stil, Farbe und Technik. „Nicht die Technik, sondern das Motiv ist entscheidend“, sagt der Künstler selbst über seine Werke. Folcini, 1959 geboren, lebt inzwischen auf Mallorca und hat ein Atelier in Artá. Bei der Eröffnung in Cala Ratjada führte der Tausendsassa seine Gäste zwei Stunden lang durch den Raum, blieb vor diesem und jenem Bild stehen, erzählte Anekdoten. Und die gab es reichlich – denn kaum ein Bild gleicht in dieser Galerie dem anderen, und es scheint, als gäbe es zu jedem eine Geschichte zu erzählen.

Kein Stil ist sein Stil
Der Babelsberger Künstler hat seine Ausstellung unter das Motto „La Hora Azul“ gestellt – die blaue Stunde, die Bezeichnung für die besondere Färbung des Himmels während der Abenddämmerung. Die Farbe Blau taucht auch in vielen seiner Bilder auf. Schon am Eingang begrüßt den Besucher eine Wand mit vier blauen Gemälden, dazwischen ein Zitat des Künstlers auf Leinwand in Deutsch und Spanisch: „Mach was du willst erhobenen Hauptes,“ steht da unter anderem, einen Satz, den Folcini nicht nur geschrieben hat, sondern auch lebt. Selbstbewusst präsentiert der Filmregisseur, Radiomoderator und Maler seine Gemälde bei der Eröffnung. „Mein Stil ist kein Stil“, sagt der Künstler selbst über seine Arbeit. Mal geht es in Richtung Pop-Art, mal in Richtung Action-Painting. Auch Skulpturen werden gezeigt. Eines der ausgestellten Bilder, der „Hexenkessel“, entstand sogar in Zusammenarbeit mit Folcinis dreijährigem Ziehenkel. Neben Kinski und Lagerfeld begegnet man auf einem Gemälde auch der Lebensgefährtin des Künstlers, passend zum Thema der Ausstellung ganz in Blau.

Auch Folcinis Galerist Thomas Vormschlag von der Elbgalerie Hamburg war bei der Eröffnung vor Ort. Neben Fredo Folcinis Werken zeigt er in einem separaten Innenraum Gastbeiträge von Hartmut Ritzerfeld und Maribel Brandis. Und in Zukunft? Folcini spricht von Ausstellungen in Palma, Madrid, Lissabon. Bis es soweit ist, ist „La Hora Azul“ noch bis zum 25.01.2020 im Centre Cap Vermell in Cala Ratjada zu sehen.
Franziska Franken

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