Wohin geht die Ökomode? Nachhaltige Mode kann auch elegant, stilvoll und sexy sein. Modenschau und Diskussionsrunden.

Bei der dritten Ausgabe der Greenstyle-Messe im Münchner Isarforum des Deutschen Museums wurde die Stadt zum nachhaltigen Mode-Hotspot, denn nachhaltige Mode war nicht nur das Thema vor kurzem in München, sondern zuvor schon auf der Berlin Fashion Week und der Mailänder Modewoche. Mit 47 internationalen ökologisch arbeitenden, ausstellenden Marken und 40 Rednern konnten über 2.300 Besucher, mehr als 100 Journalisten Influen
cer, Blogger und TV-Sender angelockt werden Das Motto lautet: Macht Öko endlich normal! Denn letztlich gilt immer noch das nicht Normale, also eher die mit viel Chemie aus schlechten Rohstoffen und unter unfairen Bedingungen (Stichwort: Kinderarbeit) gefertigte Mode, als “normal”. Ebenso wie auch die Kennzeichnung Bioprodukt bei Lebensmitteln immer noch eine gekennzeichnete Ausnahme darstellt anstatt umgekehrt.

Öko kann auch sexy
Die GREENSTYLE munich fair and conference hat sich als erstes Endverbraucherformat mit Konferenzen für nachhaltige Mode zu einem wichtigen Event etabliert, das Marken aus acht Nationen und Besucher aus verschiedenen Ländern in München zusammengeführt hat. Das Ziel war auch, möglichst viele Facetten der nachhaltigen Mode erlebbar zu machen. Deshalb findet der Besucher hier von Bio-Baumwolle (sexy Underwear von Vatter) bis hin zu smarten Reund Upcycling-Kollektionen (zarte Blusen und Kleider aus ausrangierten Seidenkleider von Chloé VD, Yogapants aus recyceltem PET vom Ambiletics) und innovativen Materialien wie Rosenviskose (duftende Kleider von Like a Bird) alles, was ihn für nachhaltige Mode begeistern wird.
Auch neu: Kapok (die Gans dankt der veganen Daunen-Alternative von ThokkThokk), lokale Produktion (z.B. Rennschmied & Wagner) und Zertifizierungen (OEKO-TEX war mit einem eigenen Stand und einem Best Practice Beispiel für Made in Green – CALIDA – vor Ort). Auf der GREENSTYLE ging es um Austausch, Transparenz, persönliche Kontakte mit den visionären Machern der Öko-Labels.

Fair Fashion CONFERENCE
In diesem Teil der Messe traten 40 hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft, Handel, Industrie, Stiftungen und Politik auf und diskutierten beispielsweise Lösungsansätze für mehr Nachhaltigkeit in der Modewelt. Denn hier sind sich Veranstalter, Sprecher und die teilnehmenden Brands einig: Der Wandel muss aus allen Richtungen kommen. „Wir müssen es schaffen, das Tragen von Fast Fashion so uncool zu machen wie das Tragen von Pelz”, so der Wirtschaftsautor Caspar Dohmen. Themen waren auch Klimakiller Fast Fashion, faire Arbeitsbedingungen, vegane Alternativen und vieles mehr. „Konsum ist keine Selbstdarstellung mehr. Konsum ist eine Verantwortung”, so Claudia Hofmann vom Fashion Council Germany

Faire Fashion FEIER
Im Rahmen der Editorial Fashion Show wurden die Highlight Pieces der GREENSTYLE Marken gezeigt. Sexy Jumpsuits aus österreichischem Leinen (Arkitaip) zu lässigen (eco-zertifizierten!) Leder-Boots (KAVAT), Pencilskirts aus Bio-Baumwolle mit Bauhaus-Prints (Sophia Schneider-Esleben), Denim-Styles und kuschelige Strickpullover (hessnatur) haben gezeigt, dass Ethik und Ästhetik eine fantastische Symbiose ergeben.

- Anzeige -