- Anzeige -

Gehören auch Sie vielleicht zu den Menschen, die oftmals das Gefühl haben anders zu sein – zu empfindlich, zu sensibel und denen schnell alles zu viel wird. Zu viele Menschen, zu viele Geräusche, zu viele Gerüche, zu viel, zu viel, zu viel….!

Besonders im Kindesalter ist das schwierig und irritierend, denn es findet oft eine Ausgrenzung statt, wenn man irgendwie anders ist. Das Kind empfindet sich als falsch, nicht liebenswert und nicht richtig, so wie es ist. Das hat Folgen für das spätere Leben, insbesondere was den Selbstwert und das Selbstbewusstsein angeht.
Laut einer Studie der US-Psychologin Elaine Aron sind 15 % der Bevölkerung HSP, das ist die Abkürzung für „Highly Sensitive Person“, also eine hochsensible, feinfühlige Person. Die Erkenntnis darüber, kann das Leben verändern – das Wissen darum, dass dies eine Veranlagung ist, die der so Veranlagte mit fast einem Fünftel seiner Mitmenschen teilt, führt zu einem neuen liebevolleren Verständnis für das eigene Empfinden, beendet Selbstvorwürfe und erweckt die Achtsamkeit für seine speziellen Bedürfnisse.
Alles wird intensiver wahrgenommen
HSP besitzen eine deutlich intensivere Wahrnehmung als andere Menschen, da die Wahrnehmungsfilter, die davor schützen von Sinneseindrücken völlig überlastet zu werden, bei ihnen deutlich schwächer ausgeprägt sind als normal. So kommt es sehr schnell zu einer Überstimulation und Reizüberflutung, was zu einer erhöhten Änfälligkeit gegenüber Depressionen, alle Art von Süchten und psychosomatischen Krankheiten führen kann. Ohne die Diagnose HSP versucht derjenige dann sein Leben lang, sich irgendwie anzupassen und lebt gegen seine wirklichen Bedürfnisse und seine Veranlagung. Doch die Hochsensibilität hält auch viele Schätze bereit, denn gerade die gesteigerte Wahrnehmungs-fähigkeit macht aus Menschen mit diesem Wesensmerkmal besonders geeignete Kandidaten für bestimmte Berufe und besonders kreative, bereichernde Mitmenschen. Hier einige Merkmale der Hochsensibilität:

Empfindlichkeit bei Lärm und Geruch
Geräusche und Gerüche, die für andere nur lästig sind, wie lautes Schreien, Presslufthammer, Hupen, starke Parfümierung, Qualm usw., sind für Hochsensible eine Qual und verursachen körperliches Unwohlsein bis hin zu Schmerzen und Aggression. Was für Berufe in der Parfümindustrie oder als Tontechniker hilfreich ist, kann im Alltag mit seinen nicht immer angenehmen Geräuschen und Gerüchen sehr störend sein.
Empathie
Dies gehört zu den größten Schätzen der Hochsensibilität, denn Hochsensible erkennen ohne viele Worte, was den Gesprächspartner bewegt, sie sind gute Zuhörer und es fällt ihnen leicht, sich in andere einzufühlen und hineinzudenken. Logische Zusammenhänge werden schnell erkannt. Dies ist ein großes Plus in psychotherapeutischen und helfenden Berufen.

Empfindlichkeit bei Menschenmengen
Es muss nicht mal ein Konzert oder eine große öffentliche Veranstaltung sein – ein Samstag im Baumarkt oder Einkaufszentrum sind purer Stress für Hochsensible. Sogar Positives, wie z.B. ein Treffen mit einer Freundin, kann den Wunsch nach Alleinsein hervorrufen, da alle Eindrücke verarbeitet werden wollen/müssen.
Empfindlichkeit gegen Ungerechtigkeit
HSP können weder als Kinder noch als Erwachsene mit Ungerechtigkeit, Respektlosigkeit oder Unachtsamkeit umgehen. Es macht sie zutiefst wütend, wenn sie belogen werden, ihr Bedürfnis nach Stille nicht beachtet wird oder wenn sie mitbekommen, dass Menschen oder Tieren Ungerechtes widerfährt. Das ist einerseits oft belastend und andererseits ein Plus für die Welt, denn dadurch gibt es Menschen, die nicht wegschauen, sondern sich für wichtige Belange einsetzen.

Hohe Stressanfälligkeit
Die permanenten Gedankenkarusselle, die laute Umwelt, die vielen Eindrücke, all das setzt HSP täglich unter Stress. Jeder, der schon einmal überstimuliert wurde, kennt das Gefühl selber. Auch eine schöne Massage oder Dein Lieblingslied können in Stress ausarten, wenn es zu heftig, zu laut oder 24 Stunden lang stattfindet.
Probleme mit Veränderungen
Damit nicht durch neue Eindrücke weitere Anstrengung entsteht, sind HSP nicht begeistert von Veränderungen. Sie lieben Rituale, Dinge, Menschen und Orte die sie erden und Sicherheit geben. Vertrautes gibt Kraft und es kostet viel Überwindung etwas Neues und damit Unkalkulierbares zu wagen. Perfektionistische akribische Vorbereitung ermöglicht es dann doch, etwas Neues in Angriff zu nehmen. Wer sich in einem oder mehreren dieser Beispiele (es gibt noch viele andere) wiederfindet, dem empfehle ich den HSP-Test zu machen: https://www.zartbesaitet.net

Was hilft?
• Das wichtigste ist das Erkennen und Annehmen der Veranlagung, denn erst dann ist es möglich sich den besonderen Bedürfnissen liebevoll anzupassen.
• Bewusste Abgrenzung zu den Gefühlen und Problemen anderer. Zuerst einmal gilt es, sich so wenig belastenden Situationen wie möglich auszusetzen und das auch selbstwertschätzend für sich in Anspruch nehmen zu können. Sollte es nicht möglich sein, wie z.B. im überfüllten Bus oder Zug, wäre es schon eine Erleichterung, wenn eines der Sinnesorgane abgeschaltet wird, durch Schließen der Augen oder Benutzen von Ohrstöpseln.
• Meditation ist eine gute Möglichkeit zu lernen die Aufmerksamkeit auf etwas Positives zu verlagern und Belastendes auszublenden.
• Viel Zeit in der Natur verbringen, um die Akkus wieder aufzuladen.
Beate Huppertz

- Anzeige -