Ist Ihre Leber gesund?

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Lebererkrankungen zählen weltweit zu den größten Gesundheitsproblemen – und zu den häufigsten Todesursachen

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Allein in Deutschland gehen Experten von mindestens fünf Millionen Leberkranken aus. Die Ursachen für Lebererkrankungen sind vielfältig: Häufigste Ursache für eine Hepatitis (Leberentzündung) ist die Fettleber durch Übergewicht, Diabetes mellitus oder Alkohol, gefolgt von Virusinfektionen. Das lebenswichtige Organ Leber ist schmerzunempfindlich, deswegen verlaufen Erkrankungen der Leber über einen langen Zeitraum häufig unbemerkt. Daher steht der diesjährige Lebertag, der am 20. November schon zum 19. Mal begangen und von der Gastro-Liga, der Deutschen Leberstiftung und der Deutschen Leberhilfe ausgerichtet wird, unter dem Motto: „Ist Ihre Leber gesund?“

Was ist Hepatitis?

Als Hepatitis wird eine Entzündung der Leber bezeichnet, umgangssprachlich wird eine Hepatitis auch Gelbsucht genannt. Allerdings tritt eine Gelbsucht nicht zwangsläufig auf und kann im Fall einer chronischen Hepatitis bereits eine sehr fortgeschrittene Erkrankung bedeuten. Außerdem kann eine Gelbsucht auch andere Gründe haben. Man unterscheidet akute und chronische Leberentzündungen. Von einer chroni- schen Hepatitis spricht man, wenn die Entzündung länger als sechs Monate anhält. Zu den häufigsten Verursachern zählen neben der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFL) und der alkoholischen Fettleber (AFL) die Hepatitis-Viren A, B, C, D und E. Weitere Ursachen für eine Hepatitis sind Giftstoffe, Medika- mente, angeborene Störungen wie beispielsweise Autoim- munerkrankungen, Entzündungen der Gallenwege, Bakterien oder Parasiten.

Bei einer chronischen Hepatitis wächst die Gefahr weiterer schwerer Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs. Viele Leberentzündungen lassen sich jedoch gut therapieren, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Besonders wichtig ist daher eine frühe Diagnose, die beispielsweise durch die Bestimmung der Leberblutwerte erfolgen kann.

Fettleberhepatitis – Therapie durch Lebensstil-Modifikation
Eine Fettleberhepatitis (Steatohepatitis) wird unterschieden in eine „nicht-alkoholische Fettleberentzündung“ (NASH) und eine durch Alkoholkonsum verursachte „alkoholische Fettleberentzündung“ (ASH). Beide Formen der Fettleberhepatitis können durch eine konsequente Lebensstil-Modifikation – die gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, Sport und Alkoholverzicht umfasst – therapiert werden. Medikamentöse Therapien der NASH und ASH befinden sich aktuell noch in Entwicklungsstadien.

Virushepatitis – Impfschutz und medikamentöse Therapie
Die Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte akute Leberentzündung. Abhängig vom Virustyp erfolgt eine Ansteckung über Lebensmittel und infiziertes Wasser oder über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Wenn nicht die Hygienevorschriften eingehalten werden, bergen auch Spritzen, Bluttransfusionen, Tätowierungen und das Stechen von Piercings ein Hepatitis-Risiko. Ein Impfschutz ist nur gegen die Virustypen Hepatitis A (HAV) und Hepatitis B (HBV) möglich. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D (Delta), da diese Virusinfektion nur mit einer Hepatitis B gemeinsam vorkommen kann.
Die Hepatitis C wird vom Hepatitis-C-Virus (HCV) verursacht und ist die gefährlichste Hepatitis. In Deutschland sind etwa 250.000 bis 500.000 Menschen mit dem HCV infiziert. Die chronische Hepatitis C zählt nach der Fettleberhepatitis zur zweithäufigsten Ursache von Leberzirrhose und Leberzell- krebs in Deutschland. Eine Impfung gegen das HCV existiert noch nicht. Seit 2014 sind in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus eingreifen (sogenannte DAAs – Direct Acting Antiviral Agents) und ohne Interferon auskommen. Damit kann die chronische Hepatitis C bei sehr vielen Patienten in kurzer Zeit und nahezu nebenwirkungsfrei geheilt werden.

Spezielle Patientengruppen – neue Chancen in der HCV-Therapie
„Die Verbreitung der Hepatitis C ist unter Drogenabhängigen und Substitutionspatienten deutlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Aktuelle Daten belegen, dass bei guter Betreuung die gleiche Therapie-Effektivität erzielt werden kann wie bei nicht-substituierten Patienten. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass die Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung an der Therapie auch bei dieser Patientengruppe gegeben ist“, sagt Professor Sarrazin.
Unabhängig von der Patientengruppe und dem Alter sollte sich jeder Einzelne mit der Frage „Ist Ihre Leber gesund?“ be- schäftigen und nach Möglichkeit mit einem Arzt eine individu- elle Antwort finden.
Mehr Infos zum 19. Deutschen Lebertag unter:
www.lebertag.org

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