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Impressionen aus dem Leben der Mode-Ikone

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Am 19. Februar starb im Alter von 85 Jahren ein ganz Großer der Modebranche, vielleicht sogar der letzte Große einer vergangenen Epoche: Karl Lagerfeld. Man nannte ihn Modezar, Karl den Großen oder gerne auch mal Kaiser Karl. Seine letzten großen öffentlichen Auftritte waren bei der Präsentation der Chanel-Kollektion der Frühjahr/Sommer-2019 Mode im Oktober 2018 und am 22. November bei der Einweihung der Weihnachtsbeleuchtung an den Champs-Élysées.

Ein vielseitiges Genie
Er war nicht nur Modedesigner, sondern auch Maler, Fotograf, Autor und Sammler von Büchern – er besaß rund 300.000 Stück. Seine engste “Vertraute” war seine Katze Choupette. Lagerfeld war ein Arbeitstier. Jährlich schuf er für die Marke Karl Lagerfeld vier Kollektionen, für Chanel acht Kollektionen Haute Couture und Prêt-à-porter und für Fendi zwei Kollektionen Prêt-à-porter. Hinzu kamen temporäre Aufträge für andere Firmen. So kreierte er sogar Günstig-Mode für H&M und zuletzt Sportmode für Puma.
Zudem war er wiederholt als Kostümbildner für Theater und Oper tätig, schuf Parfums, bereitete seine aufwändigen Shows vor, machte Werbung, entwarf u.a. Bühnenoutfits für Madonna und Kylie Minogue, kreierte einen Steiff-Teddybären im typischen LagerfeldOutfit, einige Motorradhelm-Modelle, Autos, einen Helikopter, einen Konzertflügel und eine Flasche für Coca-Cola Light, die in limitierter Stückzahl für 3,50 Euro erhältlich war – dies war auch sein Lieblingsgetränk. Nebenbei bemerkt: Laut eigener Aussage nahm Lagerfeld nie Drogen, trank keinen Alkohol und rauchte nicht.

ICH LEBE FÜR HEUTE. PARADISE NOW!

Karl Lagerfeld

Wie alles begann
Geboren wurde Lagerfeld am 10. September 1933 in Hamburg, als Sohn des „Glücksklee“-Kondensmilch Fabrikanten und Millionärs Otto Lagerfeld.
Seine Karriere fing in Paris 1955 mit einem Wettbewerb an: Lagerfeld schickte Zeichnungen eines Wollmantels an das Internationale Wollsekretariat (IWS) – und gewann. Er selbst sagte später in einem Dokumentarfilm darüber: „Es ist doch unglaublich, dass ich mein professionelles Leben mit einem Wettbewerb mit 200.000 Mitbewerbern begonnen habe. Das ist doch Zufall: Denn wer kann sagen, dass von 200.000 Zeichnungen meine die beste war?“ Lagerfeld führte danach in Paris große Modehäuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi (seit 1965 bis heute) zum Erfolg, kam 1983 als Kreativdirektor zu Chanel.

„ICH INTERESSIERE MICH LEIDER NUR FÜR DAS, WAS ICH MACHE. “

Karl Lagerfeld

Lagerfeld, seine Designs und seine Musen
Inés de la Fressange war seine erste große Muse bei Chanel 1983. Das Bild zeigt sie in einem Kleid aus der zweiten Kollektion. Lagerfeld schuf anfangs keine komplett “neue” Mode für Chanel, sondern modernisierte Entwürfe von Coco Chanel – was ihm auch einige Kritiker vorwarfen. Aber der Erfolg gab ihm Recht. Trotzdem setzte er schon etliche ganz eigene Zeichen, wie man auch am Modell von 1987 sieht, ebenfalls getragen von Inés de la Fressange. Die Einführung der Farbe war von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung von Chanel. Besessen von der Eleganz des Schwarzen, wagte sich Coco zuvor nur zusätzlich an Weiß und pastelliges Rosa. Anders Lagerfeld. 1991 trug Linda Evangelista auf einer Show eine bahnbrechende Tweed-Jacke in Magenta mit goldener Stickerei.

Die Topmodels, die in den 90iger Jahren die Laufstege der Welt dominierten, wie Kate Moss 1992, waren natürlich auch Stars bei Karl Lagerfeld. Zu dieser Zeit begann der Kaiser, Leder als Schlüsselelement zu verwenden und Tweed setzte sich mehr und mehr durch. Eine bekannte Muse war auch Claudia Schiffer, die 1992 noch als Braut brillierte, aber 1993 in einem von Lagerfeld mit Koranversen bestickten Mieder auf einer Modenschau einen Skandal provozierte. 1996 posierte der Designer mit den Models Nadja Auermann und Naomi Campbell, die als “Witwen” seine offenherzigen, armfreien Kreationen trugen.

Prinzessin Caroline von Monaco war eine enge Freundin Lagerfelds. Sie trug anlässlich der Hochzeit des heutigen spanischen Königs und damaligem Prinzen von Asturien Felipe mit seiner Letizia am 22. Mai 2004 ein zweiteiliges hellblaues Haute CoutureKleid von Chanel. Julianne Moore erschien zur Oscarverleihung 2015 in einem extra von Lagerfeld für sie entworfenen Kleid aus Organza und Crepe-Satin,
bestickt mit 80.000 handbemalten weißen Pailletten und Elfenbeinblumen. 27 Mitarbeiter und 987 Stunden waren dafür nötig. Sie bekam damals auch den Oscar als beste Schauspielerin für „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“. Die Tochter von Ex-Muse Vanessa Paradis und Johnny Depp, Lily Rose Depp bezauberte 2017 an seiner Seite. 2018 schließlich glänzte eine der letzten Musen des Modezars, die Spanierin Penélope Cruz, mit einer seiner maßgeschneiderten Kreationen auf der Emmy-Verleihung. Das Kleid ist ein Traum aus Federn, Tüll und Seide, von Hand bestickt mit 8.000 Glitzersteinchen, weißen und grauen Perlen.

MEINE DEVISE IM LEBEN WAR IMMER SEHR EGOISTISCH. ES FÄNGT MIT MIR AN UND ES HÖRT MIT MIR AUF. BASTA!

Karl Lagerfeld
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