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Insekten sind unsere ständigen Begleiter und gehören zu den ältesten und erfolgreichsten Bewohnern der Erde. Ihre Geschichte ist eng verbunden mit den Anfängen des Lebens überhaupt.
Während der Mensch auf diesem Planeten knappe 3 Millionen Jahre lebt, betrieb er das letzte Jahrtausend über seine Fortentwicklung, indem er als vernunftbegabtes Wesen sein zerstörerisches Unwesen mit dem Fortschritt der Menschheit gleichsetzte. Die ersten Insekten hingegen siedelten schon vor 400 Millionen Jahren auf dieser Erde und dies nicht zu deren Schaden, im Gegenteil! In der Jahrmillionen langen Evolution passten sich diese Gliederfüßler an die jeweils herrschenden Klimabedingungen an und entwickelten eine beeindruckende Vielfalt. Überhaupt liegt in ihrer Fähigkeit der Anpassung der Erfolg ihrer Entwicklung und ihres Überlebens. Bis heute konnten über eine Million verschiedener Insektenarten beschrieben werden. Und Biologen gehen davon aus, dass es noch bis zu zehnmal mehr so viele Arten geben könnte. Weltweit gibt es allein 20.000 Bienenarten. Hier in Spanien wurden 1.100 und davon wurden wiederum auf den Balearen 200 Arten registriert.

Profitgier zerstört Natur und Insekten
Diese über Millionen von Jahren so erfolgreichen Sechsbeiner, alle Insekten kommen nämlich auf sechs Beinen daher, sind für diesen Kosmos lebenswichtig, nicht wir Menschen. Wir, die wir einen Verstand haben, sind gerade dabei, uns um unsere wichtigste Lebensgrundlage zu bringen, indem wir diese fl eißigen Bestäuber, Wildbienen und Honigbienen sowie andere Fluginsekten durch Pestzide vernichten und ihnen durch eine verfehlte Landwirtschaft ihren Lebensraum zerstören.

Es ist einfach nicht mehr hinnehmbar, was mächtige Konzernlenker sich der Profi tgier wegen alles einfallen lassen und so Natur und Verbraucher in Gefahr bringen. Bestes Beispiel ist Werner Baumann von Bayer mit seinem unsäglichen Monsanto-Deal und seiner naiv und hilfl os klingenden Argumentation, Glyphosat sei umweltverträglich und nicht krebserregend. Die alarmierenden Fakten, die uns dieser Tage eine geschundene und vergewaltigte Natur auf den Tisch unseres Wohlstandsdaseins legt, sind ein dramatischer Hilferuf der Natur, von der wir abhängig sind!
Der Countdown läuft bereits!

Die Endlichkeit der Ressourcen
Wir sollten uns mit dem Begriff der Einschränkung vertraut machen. Wir sind an einem Punkt angekommen wo uns dieser Planet spüren lässt, dass seine Ressourcen endlich sind, und er unsere Umweltsünden nicht mehr lange kompensieren kann. Geht es um unseren Wohlstandskonsum wäre in Zukunft Weniger mehr! Weniger Massentierhaltung, wenige bis keine Pestizide und eine ökologische Landwirtschaft mit Biodiversität statt Monokulturen. Schaff en wir nicht die Wende, schaff t uns die Natur ab, die noch den längeren Atem hat.
Pestizide als Feind der Insekten
Insektenkundler warnen bereits seit längerem, dass es nicht der Klimawandel sei, der am dramatischen Rückgang dieser fl eißigen Bestäuber schuldig ist, sondern das es die über 280 Pestizide sind, die unter der verharmlosenden Bezeichnung Pflanzenschutz daherkommen und vor allem in der Landwirtschaft im Einsatz sind. Das wir uns aber auf diese Art des Schutzes von Pflanzen um eine viel wichtigere und bedeutendere Lebensgrundlage bringen, die uns letztlich an die eigene Existenz geht, weil wir so unsere Ernährungsgrundlage zerstören, wird noch geflissentlich übersehen.

Mächtige Konzerne mit Profitgier

Auch auf Mallorca
Mallorcas mächtige wie erfolgreiche Umweltschutzorganisation GOB hat die drohende Gefahr erkannt und für die Einrichtung zahlreicher Schutzgebiete gesorgt. Insekten sind für das ökologische Gleichgewicht und somit für die Menschheit unersetzlich. Die GOB hat in den gut 40 Jahren ihres Bestehens den Schutz der Insel und ihrer „Naturbewohner“ beeindruckend vorangebracht. Der Vernichtung von Insekten-Lebensräumen wie die Zersiedelung der Landschaft und unnützen Schnellstraßen- wie Autobahnbau hat die GOB einen kompromisslosen Kampf angesagt. Ebenso stoppte die GOB in einem zehnjährigen Rechtsstreit den Spielplatz für Reiche, indem sie den bereits begonnenen Golfplatz Son Bosc bei Muro per Gerichtsurteil stoppen und wieder naturgerecht zurückbauen ließ!

Düstere Zukunft
Wollen wir denn die düstere Zukunft erleben, dass jeder, der einmal Kirschen, Äpfel, Birnen oder Pfl aumen essen möchte, zuvor den jeweiligen Baum von Hand bestäuben muss? Doch wohl nicht! Die Folgen des mittlerweile europaweit zur Kenntnis genommenen Insektensterbens gehen bereits weit über die jetzt off enkundig gewordene “Bestäubungskrise” hinaus. Daher muss der verantwortungslose Einsatz von Pestiziden, von denen die meisten angeblich den Insekten keinen Schaden zufügen, dringendst zurückgeführt und gestoppt werden.
Heile frühere Welt
Wie gesund waren doch die 350 Hektar meines Urgroßvaters in Thüringen, der diese mit Augenmaß düngte, aber in erster Linie auf die Fruchtfolge setzte! Verändern wir nicht schnellstmöglich die Strukturenvielfalt in der Agrarlandschaft und gelingt es uns nicht die ökologischen Zusammenhänge für das menschliche Wohlergehen aufrecht zu erhalten, dann stehen wir in absehbarer Zeit vor gravierenden Problemen.

Bienenhotel

Was ist zu tun?
Wir, jeder von uns, kann heute schon seinen (bescheidenen) Teil zur Gesundung unserer Natur und somit auch zur Existenzsicherung unserer Bestäuber-Insekten beitragen: Säen und pfl anzen Sie blühendes wo immer Sie können. Nehmen Sie sich am interessanten Insektenhotel des Botanischen Garten von Sóller ein Beispiel. In dem kleinen Holzhäuschen summt und brummt es, Insekten können sich hier ungestört fortpfl anzen, ihren Nachwuchs erfolgreich aufziehen und die Pfl anzen in der Umgebung bestäuben. Lassen Sie es auch in Ihrem Garten, oder auf Ihrem Campo blühen und warten Sie mit dem Mähen, solange bei Ihnen noch alles blüht, die Insekten werden es uns allen danken, mit ihrer “Arbeit”!
Ralph D. Wienrich

Wie leben die Bienen?
Zwischen 40.000 und 50.000 Bienen leben geordnet in einem Staat. Die Bienen haben dabei unterschiedliche Berufe im Verlauf ihres Lebens: Babysitter, Amme, Hofdame, Wachsfabrikant, Maurer, Architekt, Kälte-und Wärmetechniker, Nahrungsmittelchemiker, Portier, Putzfrau, Aufklärer, Gärtner, Transportfl ieger und Nachrichtensprecher. Sie fl iegen bis zu 10 Kilometer von ihrem Stock weg, mittels des Rundtanzes informieren die Sammlerbienen bei ihrer Heimkehr ihre Kolleginnen über Richtung, Entfernung und Qualität einer nahen Nahrungsquelle. Mit dem Schwänzeltanz hingegen deuten sie auf eine etwas weiter entfernte Nahrungsquelle hin. Wie beim Morsen sprechen die Bienen durch die Vibration auf den Waben miteinander, die sie mit ihren Beinen erzeugen. Ein Wunder der Natur ist auch der Wabenbau der Bienen, immer im exakten Sechseck. Die perfekte Bauform überhaupt, die dem Menschen übrigens nicht eingefallen ist! Sie bietet größtmögliche Stabilität und Volumen bei geringsten Materialeinsatz und geringem Gewicht. Dieses BienenKnow-how how hat sich der Mensch bei seinen Wolkenkratzern zu eigen gemacht, bei Tragflächen von Segelfl ugzeugen und bei Bootskörpern. Bei einem Ausfl ug bestäubt eine Biene 200 bis 300 Blüten. Bei täglich bis zu sieben Ausfl ügen kommt sie so auf gut 3.000 Blüten. Ein Volk von 50.000 Bienen bringt es in einem guten Sommer auf bis zu 300 Kilo Honig pro Jahr. Und dabei erweisen sie sich als perfekte Flugwunder: Pro Sekunde schlägt eine Sammlerbiene bis zu 270 Mal mit ihren Flügeln und brummt dabei mit bis zu 30 Kilometer/Stunde durch die Botanik. Und das tut sie dann auch noch äußerst aufmerksam. Mit ihren Komplexaugen sieht sie mehr als wir Menschen, nämlich 330 Bilder pro Sekunde. Wir Menschen bringen es hingegen nur auf magere 25 Bilder pro Sekunde. Die Honigbiene ist ein Wunderwerk der Evolution! Das beste Beispiel für effizientes Teamwork! Und als solches “Wunderwesen” begleitet die Biene uns Menschen als unser wichtigstes Haustier bereits über 9.000 Jahre! Werden es noch mal 9.000 Jahre?

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