Mitten in dem Gebirge, der „Serra de Tramuntana“, liegt das Heiligtum Mallorcas, das Santuari de Lluc in der Gemeinde Escorca. Bis heute ist diese einzigartige Klosteranlage einer der wichtigsten religiösen, kulturellen und touristischen Referenzpunkte der Insel. Der Name des Stiftes ist auf eine Legende zurückzuführen, die sich im Jahre 1229 ereignet haben soll. Darin heißt es, dass ein maurischer Hirtenjunge namens Lluc eine dunkle Marienstatue zwischen den Felsen gefunden hat und daraufhin wurde der Fundort für heilig befunden. Einige Zeit danach, begann man mit der Errichtung der Gedenkstätte, die immer noch eine sehr wichtige Anlaufstelle für viele gläubige Pilger aus der ganzen Welt ist.

Natur und Kultur
Nicht nur die vom Glauben erfüllten Wallfahrer kommen beim Begehen dieser Verehrungsstätte auf ihre Kosten, sondern auch die Freunde der Natur und der mallorquinischen Geschichte. Schon vom kostenpflichtigen Parkplatz aus fällt einem der sehr belebte und gut belegte Campingplatz sofort auf. Dort sind die Anhänger der Flora- und Faunawelt ganz unter sich und erfreuen sich an dem waldähnlichen Drumherum und dem direkten, freien Blick auf die Abtei. Der steinerne Bau, der aus mehreren Flügeln besteht, wirkt eher schlicht und einfach, fast schon unauffällig und ernüchternd. Doch nicht das Äußere zählt, sondern das Innere! Und genau in diesem befinden sich, unter anderem, das Internat, der Gästetrakt oder das wunderbare Museum, das die einheimische Historie widerspiegelt. Von Trachten, Möbelstücken über Keramiken, Alltagsgegenständen bis hin zu Waffen und Gemälde, also praktisch fast alles, was für die Inselbewohner über mehrere Jahrhunderte wichtig war, wird hier zur Bewunderung ausgestellt. Der Eintritt kostet für Residenten 3,50 Euro und die Besuchszeiten sind im Sommer von 1018 Uhr und im Winter wird eine Stunde früher geschlossen.

Liebliche Töne
„Els Blauets“, so der Name des ältesten Knabenchors Europas, der weit über die Klostermauern bekannt und beliebt ist. Seine Wurzeln reichen bis in das Gründungsjahr 1531 und schon damals war es eine große Ehre, wenn man in die Sängergemeinschaft aufgenommen wurde und in dieser mitwirken durfte. Besonders in der Osterwoche und bei den Frühmessen zu Weihnachten erfreuen sich die singenden Buben einer großen Besucherzahl. Bei den Auftritten im Rahmen des Festes der Liebe, wird alljährlich das „Lied der Sibylle“ vorgetragen, durch eine Solostimme und a cappella. Voller Ehrfurcht, Begeisterung und Rührung lauscht man dem Vokalstück und es ist leicht zu beobachten, wie bei einigen der Zuhörer die eine oder die andere Träne über die blassen Wangen herunterkullert. Der Gesang der Sibylle, in dem das Ende der Welt vorausgesagt wird, wurde im Jahr 2010 in die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO“ aufgenommen.

Zeit mit der Familie
Durch die zahlreichen Anwesenden ist dieses Sanktuarium alles andere als ein Ort der Stille oder Ruhe. Es herrscht ein reges Treiben auf dem Vorplatz, man hört unterschiedliche Sprachen und wenn man nicht gut aufpasst, so kann es schon passieren, dass man aus Versehen angerempelt wird. Die Hinweisschilder mit der Aufschrift „Silenci“ werden erfolgreich ignoriert, bzw. gehen bei den Besuchermassen komplett unter. In den Restaurants wird das Leben gefeiert, doch nicht nur dies kann gefeiert werden, sondern auch andere Familienfeste wie zum Beispiel Hochzeiten, Taufen, Kommunionen etc. Platz ist genügend vorhanden! Es gibt insgesamt 81 Zimmer und 21 Appartements mit Küche. Die Preise hierfür variieren, je nach Ausstattung und Aufenthaltszeitpunkt. Ein Beispiel: Jetzt im Dezember reichen die Preise von 80 Euro bis 150 Euro (Doppelzimmer für 2 Personen). Auch für einen Tagesausflug mit seinen Lieben ist diese Stätte geeignet. Es gibt noch weitere Attraktionen auf dem Gelände wie zum Beispiel den botanischen Garten mit seinen prachtvollen Pflanzen, die etwas dunkel gehaltene, jedoch sehr beeindruckende Basilika, den BBQ-Bereich, der nur von Oktober bis März benutzt werden darf oder in den Monaten Juni bis September das geöffnete Schwimmbad. Das gesamte Angebot an Attraktionen, mehr Informationen und Kontaktdaten ist auf der folgenden Homepage, auch in deutscher Sprache, zu finden: www.lluc.net
Juliane Mayol Pons

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