Leckere Martinsgänse

Nichts für Veganer und Tierfreunde: Es ist Gänsezeit!

Als Kind gewann meine Mutter bei einer Veranstaltung in einem Dorf, wo wir zu Besuch waren und andere Familienmitglieder besuchten, eine lebende Martinsgans, die natürlich einige Tage später knusprig gebraten von der gesamten Familie genussvoll verzehrt werden sollte. Doch da hatten die Erwachsenen die Rechnung ohne die Kinder gemacht, die von den Festbraten-Absichten natürlich nichts wussten. Wir liebten die Gans, gaben ihr einen Namen, fütterten und beschützten sie. Das Resultat: Wir aßen etwas anderes und die Gans lebte ein friedliches Leben im Garten.
Doch den weitaus meisten Gänsen geht es Anfang November anders, sie landen auf den Tischen und man isst Brust oder Keule, knusprig gebraten, dazu Rotkohl mit Apfel verfeinert und Knödel. Doch warum isst man ausgerechnet dann eine Gans? Ein Blick zurück in die Historie erklärt die Tradition.

Wie alles begann
Martin von Tours ist einer der wichtigsten Heiligen der Kirche und hat im 4. Jahrhundert gelebt. Schon als Soldat war er gläubig und mildtätig. Der Legende nach hat er als junger Mann mit einem Armen im Winter den Mantel geteilt. Neben dieser barmherzigen Tat wurden ihm sogar Wunder zugeschrieben. Mit 36 Jahren ließ er sich taufen, beendete mit 40 seinen Militärdienst, wurde zum Mönch und später zum Bischof von Tours.
Eine weitere Geschichte, die sich um sein Leben rankt, spielt bis heute eine kulinarische Rolle. Als er von den Bewohnern der Stadt Tours zum Bischof ernannt werden sollte, war ihm diese Ehre zuviel. Bescheiden versteckte er sich in einem Gänsestall, doch das schnatternde Federvieh verriet den Besucher, und so konnte er sich dem Amt nicht mehr entziehen. Von dieser Legende her leitet sich der Brauch des Martinsgans-Essens ab, wobei es auch eine eher profane Erklärung gibt: Der Martinstag galt damals auch als Ende der bäuerlichen Wirtschaftsjahrs, an dem man Pacht- und Arbeitsverträge beendete oder erneuerte oder auch die fällige Lehnspflicht entrichten musste. Oft bestand diese aus Gänsen. Da der Heiligentag gleich- zeitig meist mit Festen und Kirchweih-Feiern einher ging, diente die Gans zudem als Festessen.
Apropos: Erwecken Sie dabei doch einen alten Brauch aus dem 17. Jahrhundert wieder zum Leben. Damals wurde das sogenannte Gänsegedicht  also ein Gedicht, in dem Gänse vorkommen, vor oder während des Essens rezitiert… Hier unsere Idee dazu von Heinz Erhardt:

Die Gans erwacht im grauen Forst erstaunt in einem Adlerhorst.
Sie blickt sich um und denkt betroffen: Mein lieber Schwan, war ich besoffen.

Umzug & Gansessen
Wer den Sankt Martins Umzug, bei dem der Heilige Mann hoch zu Ross erscheint und die Kinder ihm mit ihren Lampions den Weg leuchten, erleben will, kann dies am 10. November abends in Port Portals tun. Abschließend gibt es dort Kakao und Kekse.

Freunde eines leckeren Gansbraten, traditionell mit Rotkohl und Knödel, werden beispielsweise in folgenden Lokalen fündig:

• Halali in Cala Muradavom 11.-22. November (ganze Gans für 4 Personen 90 Euro, auch ein- zelne Portionen möglich). Via Andorra 401, Tel. 971 83 35 47, FB: Halali Restaurante & Bar

• Villa del Mar in Ciudad Jardín vom 9.-11.November (26 Euro). C/. Illa de Rodes 26, Tel. 971 260 583, www.villa-del-mar-restaurant.com

• Restaurant Roland in Porto Cristo am 9. und 10. November. C/. Sant Jordi 5, Tel. 971 820 129,www.roland-restaurant.es

• The Hidden Kitchen in Port d ́Andratx am 11. November mit Live Musik. C/. Castanyetes 2, Tel. 971 884 701, FB: The Hidden Kitchen Port Andratx

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