Mallorca zieht Bilanz nach Sturm „Gloria“

Nachdem sich „Gloria“ am Mittwoch deutlich beruhigt hat, kann sich die Insel nun einen Überblick über die entstandenen Sturmschäden der letzten Tage verschaffen. Vor allem der Osten der Insel wurde in Mitleidenschaft gezogen. Hier wurden durch den Seegang Gebäude und Buchten beschädigt, teilweise rissen die Wellen Mauern und Terassen mit sich, wie in Portocolom, wo das Wasser auch in küstennahe Gebäude eindrang und sie überflutete. Viele Strände in den Gemeinden Manacor, Sant Llorenç, Son Servera und Capdepera wurden überspült. An der Cala Gat in Cala Ratjada wurde der Uferweg durch die Wellen zerstört und ist derzeit unpassierbar. Der Strand von s’Illot wurde fast vollständig zerstört. Auch der bei Urlaubern beliebte Strand von Cala Millor verschwand teilweise vollständig in den Fluten. In Cala Figuera, Porto Cristo, Cala Morlanda, s’Illot und Sa Coma wurden Mini-Tsunamis, sogenannte „Rissagas“ beobachtet. Auch viele Straßen waren an den Sturmtagen wegen Überspülung oder Steinschlägen nicht mehr befahrbar und mussten für den Verkehr gesperrt werden. Inzwischen sind die meisten von ihnen allerdings wieder passierbar. In Port de Pollença wurden etwa 20 Boote aus der Verankerung gerissen und an den Strand geworfen. Drei Personen werden auf den Balearen weiterhin vermisst, zwei Männer auf Ibiza und ein Schluchtenwanderer auf Mallorca, der zwischen Sóller und Fornalutx am Torrent de na Mora unterwegs war. In den Supermärkten gab es stellenweise leere Regale, ihnen war die Frischware ausgegangen.
Auch Regierungschef Pedro Sánchez hat angekündigt, die Schäden begutachten zu wollen, er wird gegen 13 Uhr im Hafen von Cala Ratjada erwartet. Insgesamt werden die Reparaturkosten, die durch den Sturm nötig geworden sind, auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Positiver Effekt des starken Regens: Die Stauseen konnten sich durch den Sturm auffüllen. Wie die Stadt Palma bekanntgab, haben sich die Pegel der Seen innerhalb einer Woche um 20 Prozentpunkte erhöht. So ist der Gorg Blau um 93,75 Prozent gefüllt, der Cúber um 94,41 Prozent.

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