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Martin Berlin, in Velbert 1965 geboren, auf der Insel schon seit 20 Jahren integriert, ist ein Unikum in seiner Kunst. Ein Airbrush-Künstler der sich den Themen Kirche, Sexualität, Leben, Tod, Mensch, Maschine widmet, sie hinterfragt und provokativ darstellt.

Aufschreckende Kunst
Surrealistisch fokussiert er den Blickwinkel in eine Welt, in der sich biomechanische Kunst-Elemente von Maschinen mit organischer Kunst verbinden. Seine Fantasiewelt präsentiert sich in menschlicher Anatomie, sichtbar werdend durch von Zahnrädern, Metallkappen, Schrauben, Kolben, Federn, Keilriemen, Ketten, Elektronikteilen, durchdrungene Muskeln, Sehnen, Schädeln. Es erinnert an Science-Fiction, an Visionen, die geprägt sind von Kreaturen anderer Welten und Robotern. Die menschliche Funktionalität mutiert zu einer maschinellen Funktionalität. Die Darstellung von Sexsymbolen und sexuellen Handlungen zieht sich ebenfalls durch sein Werk. Nur wenig in seiner Kunst zeigt sich farbenfroh. Akzente sehen wir z. B. auf dem Kreuz, für die Christenheit das wichtigste Symbol, das auf die Erlösung der Menschheit von Leid und Tod durch Jesus Christus verweist, nur das hier nicht Jesus am Kreuz hängt, sondern ein Alien, bewacht von Astronauten. Ein anderes Bild zeigt einen schwangeren Schimpansen mit einem Heiligenschein, in dessen Bauch ein menschliches Embryo wächst. Und auf einem weiteren Bild hält ein Bischof, mit drei goldenen Glücksspiel-Bechern am Altar stehend, die Messe ab, geschützt von zwei Teufeln, einem gehörnten Gespann Mann/ Frau. Diese Bilder sind auch Teil einer Installation, die auf mehreren Events gezeigt wurde, mit der Berlin in Form eines Altarschreins seine Interpretation zur Entstehung der Welten zeigt.

Waldorfschule, Fabrik, Schwarz
Was ist es, das den scheu wirkenden Mann in die düsteren Winkel menschlicher Fantasien blicken lässt? Martin Berlins Eltern, aus der 68er Bewegung, waren sozial sehr aktiv. Ehrenamtlich arbeiteten sie für das internationale Kinderhilfswerk „Terre des Hommes“, das für die Rechte der Kinder und ihrer Entwicklung in der Welt kämpft. So rettete beispielsweise seine Mutter im Vietnamkrieg Kinder aus Heimen und verhalf ihnen zu Adoptionen. Schon früh kam er daher in Berührung mit ernsten Themen der Welt. Gleichzeitig bemalte er das Auto seines Vaters bereits mit vier Jahren und war damit Teil einer Kollektivausstellung seiner Familie in der „Wachstube“ in Wuppertal. Martin entdeckte bei seinem Großvater, dem Besitzer einer Metallfabrik für Federn, seine Liebe zu Maschinen und deren Abläufe. Er studierte minutiös die Wege, die ein Objekt zur Herstellung durchlief, bis es
zur Fertigung gelangt. Er verstand, dass „jede Handlung zu einer Konsequenz führt. Wenn etwas angestoßen wird, passiert in der Folge ganz viel und jede Handlung führt zu etwas anderem…“ Die Farben der Maschinen, der Öle, der Fabrik, die Maschinen selbst und deren Einzelteile sehen wir heute in all seinen Arbeiten.
Er besuchte die Waldorfschule, in der zu seiner Zeit nicht mit der Farbe Schwarz gemalt wurde. Doch Schwarz ist seine Farbe, mit der er die Abgründe einer Welt darstellt, in der der Mensch zum Opfer seiner eigenen Errungenschaften wird. Die Intelligenz der Maschinen. Die Kreaturen, die der Mensch geschaffen hat, übernehmen die Herrschaft. Seine Gemälde strahlen auch auf Motorhauben von Autos, Motorrädern, Musikinstrumenten, Longboards. Er illustrierte zudem das Buch des mallorquinischen Poeten Enrique Urbano Ángel „Fobia“.
Wir freuen uns auf die Vernissage am Freitag den 6. Februar ab 20 Uhr in der Bar Rita, wo die Ausstellung bis Ende Februar zu sehen ist. Wer Ende Mai, Anfang Juni zufällig in Moskau ist, kann seine Ausstellung in der „Nikulina Daria Gallery“ (http://nikulinadaria.com) besuchen.

Kontakt:
martin.berlin@mail.com
BAR RITA, C/. Llorenç Bisbal 13, Palma,
Tel. 625 934 121,
Öffnungszeiten 12-16 und 18-24 Uhr
Facebook: BAR RITA ESPAI D’ART und Bar Rita
Nermin Goenenc, Roman Hillmann. Fotos: Roman Hillmann, Martin Berlin

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