Ehrung für eine scharfe Wurzel: Die Experten-Jury des NHV Theophrastus hat den Meerrettich (Armoracia rusticana) zur Heilpflanze des kommenden Jahres gekürt.

„Meerrettich hat als Heilpflanze ein großes und leider bisher zu wenig ausgeschöpftes Potenzial“, sagt Konrad Jungnickel, 1. Vorsitzender des Vereins, der seit 2003 die Heilpflanze des Jahres wählt. Wissenschaftliche Studien beweisen für die im Meerrettich enthaltenen Inhaltsstoffe entzündungshemmende Eigenschaften, beachtliche antivirale Effekte und starke antibakterielle Wirkungen. „Dies ist vor allem im Hinblick auf die zunehmenden Antibiotikaresistenzen richtungsweisend“ erläutert Jungnickel.

Die scharfe Wurzel, die in Süddeutschland und Österreich auch Kren genannt wird, ist in vielen Küchen zu Hause. Sie verfeinert Fleisch- und Fischgerichte, Gemüse und Saucen. Jungnickel, der als Heilpraktiker vielen seiner Patienten zu einer naturgemäßen Ernährung rät, empfiehlt: „Meerrettich sollte – zumindest in der kalten Jahreszeit – Bestandteil des täglichen Speiseplans sein.“ Dann ist er ein echtes Heilmittel im Sinne des griechischen Arztes Hippokrates, nach welchem die Nahrung auch Heilmittel sein soll. In der Schifffahrt sind die positiven Wirkungen des Meerrettichs bereits lange bekannt. Dort wurde er früher auf längeren Seefahrten als haltbares Lebensmittel zur Verhütung der Vitamin-Mangelkrankheit Skorbut mitgeführt. Die Heilpflanze wird auch als „Penicillin des Gartens“ bezeichnet und gehört zur Familie der Kreuzblütler. Verwendet wird die frische oder getrocknete Wurzel.

Was steckt drin?

In der Wurzel stecken Senfglykoside. Zu den enthaltenen Glucosinolaten gehören vor allem Gluconastrurtiin und Sinigrin. Weitere Inhaltstoffe sind Phenolcarbonsäuren, Cumarine und Vitamin C. Die enthaltenen Senfölglykoside werden als Fraßschutz von der Pflanze produziert, der scharfe Geschmack der Senföle ist für Fressfeinde nur wenig attraktiv, treibt einem der Verzehr doch die Tränen in die Augen. Dabei regt Meerrettich die Verdauung an und erhöht die Durchblutung der Schleimhäute. Außerdem sind die fettlöslichen Senföle für die antibiotischen Eigenschaften der Wurzel verantwortlich und besitzen zudem antioxidative Eigenschaften.

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Wie wird er genutzt?

Meerrettich kommt innerlich und äußerlich zur Behandlung von Katarrhen der Luftwege zum Einsatz. Außerdem findet die scharfe Wurzel unterstützenden Einsatz zur innerlichen Behandlung von Infektionen der ableitenden Harnwege. Im Handel ist zudem die Kombination mit Kapuzinerkressenkraut, die zur Besserung von Beschwerden bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien, Nebenhöhlen und ableitenden Harnwege eingesetzt wird. Zu den unerwünschten Wirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden, allergische Reaktionen und Schleimhautreizungen.

Quelle: NHV Theophrastus

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