Mehr als Blumen schenken… Weltfrauentag am 8. März

Bei allem Fortschritt leiden unverändert Millionen Frauen dieser Welt. Für die einen die bessere Hälfte der Menschheit, für die anderen die schönere, sensiblere, manche sagen auch die kompliziertere Hälfte. Doch eins ist klar: In unseren Breiten können sich die meisten – más o menos – nicht beklagen. Wir sind gleichberechtigt, wenngleich wir auch nicht gleich bezahlt werden. Wir sind erfolgreich, wenngleich es immer noch viel zu wenige Frauen bei identischer Qualifikation in Führungspositionen schaffen. Wir leben friedlich, wenngleich es auch viele Fälle von Gewalt gegen Frauen gibt. Aber es gibt viele Länder, in denen Frauen bis heute nicht nur “weniger wert” sind, sondern fremdbestimmt, dominiert, geschlagen werden und sich unterordnen müssen. Mehr als eine Milliarde Frauen weltweit sind nicht durch ein Gesetz vor sexueller Gewalt im häuslichen Umfeld geschützt.

Wie alles begann
Für all jene ist der Weltfrauentag der Vereinten Nationen am 8. März sicher wichtiger als für uns. Doch diese Frauen haben wahrscheinlich noch nie etwas von diesem Tag gehört. Er wurde erstmals vor über Hundert Jahren in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und der Schweiz von Frauenorganisationen begangen. Damals ging es um die Rechte der Frauen, um Gleichberechtigung und das Wahlrecht. Die Initiative kam ursprünglich aus Amerika, wo sich schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Frauen für bessere Arbeitsbedingungen einsetzten. 1977 beschlossen die Vereinten Nationen den Tag als offiziellen Frauentag anzuerkennen.
Die folgenden Zahlen von veröffentlichten Statistiken erschrecken und sollen auf das Schicksal der benachteiligten Frauen aufmerksam machen.

Psychische und physische Gewalt
In mindestens 10 Ländern dieser Welt ist es Gesetz, dass eine Frau ihrem Mann zu gehorchen hat. 76 Länder haben Gesetze gegen häusliche Gewalt, aber nur in 57 davon gilt dies auch für sexuelle Gewalt – in den anderen Ländern ist Sex unter Zwang bei Eheleuten nicht strafbar. Häusliche Gewalt ist gemäß einer vom Europarat zitierten Statistik die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Weltweit werden fast 70 Prozent aller Morde an Frauen von ihren Partnern begangen. Psychische Gewalt in Form von Einschüchterung, Drohung, Verleumdung oder Psychoterror haben etwa 40 Prozent aller deutschen Frauen erlebt. Immerhin: Alle Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im privaten Bereich zu verhindern ist Bestandteil der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals SDG), die bis 2030 erreicht werden sollen.

Sexuelle Gewalt und Nötigung
Weltweit wird eine von drei Frauen in ihrem Leben geschlagen oder vergewaltigt. Ein UN-Bericht besagt beispielsweise, dass 99 Prozent aller Ägypterinnen schon einmal sexuell belästigt worden sind. 130 Millionen Frauen weltweit mussten eine Klitorisbeschneidung über sich ergehen lassen und jährlich kommen ca. 2 Millionen hinzu. Etwa 14 Millionen Mädchen, teilweise erst acht Jahre alt, werden alljährlich verheiratet. 1,2 Millionen Kinder werden als Arbeitssklaven verkauft. Davon sind etwa 80 Prozent Mädchen. Jedes Jahr werden ungefähr 2 Millionen Mädchen zwischen 5 und 15 Jahren zur Prostitution gezwungen.

Benachteiligt bei der Arbeit
Weltweit werden nur 24 Prozent aller Führungspositionen von Frauen besetzt. Die Gleichberechtigungskommission der UN hat kommuniziert, dass es etwa 70 Jahre dauern würde, bis man hier Gleichstand erreicht hat. In Deutschland verdienen weibliche Arbeitnehmer im Schnitt über 20 Prozent weniger als ihre deutschen Kollegen. In anderen Ländern ist es ähnlich oder schlimmer. Und als Rentnerin sind es etwa 40 Prozent weniger. Nur 1 Prozent des erschlossenen Lands gehört Frauen. 700 Millionen Frauen weltweit leiden unter zu wenig Essen, Trinken, gesundheitliche Versorgung oder Ausbildung – im Vergleich zu 300 Millionen Männern.
Martina Zender

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