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Interview

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Marcel und Cornelia David haben Traumjobs auf einem Traumschiff. Marcel ist General Manager an Bord der AIDAmar, Cornelia dort verantwortlich für ein hochkarätiges Musik- und Eventprogramm. Das Ehepaar ist kürzlich nach Mallorca gezogen und hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt. EL AVISO besuchte sie an ihrem Arbeitsort.

EL AVISO: Der Sascha Hehn oder Florian Silbereisen hier an Bord der AIDAmar ist ja der Kapitän. Was ist Ihre Rolle?
Marcel David: Das erinnert mich an die Karnevalszeit im März hier auf AIDAmar. Da hatten wir einen riesigen Karnevalsumzug veranstaltet und ich hatte ein Namensschild mit Florian Silbereisen, General Manager, an meiner Uniform. Aber ganz klar gesagt, der Kapitän ist natürlich der Florian Silbereisen für unsere Gäste. Ich bin zwar oberster Gastgeber hier an Bord, aber der Kapitän ist auch für die Gäste der Chef auf der Brücke und Ansprechpartner. Ich kümmere mich um die gesamte Organisation im Gästebereich. Dazu gehört das gesamte Entertainment, das Hotel, die Shops, das Casino, der Fotoshop, unser Body & Soul Spa, die Kunstgalerie, die Ausflugsabteilung sowie die Zahlmeisterei.

EA: Wenn wir schon von Florian Silbereisen sprechen, sind wir bei Helene Fischer und Cornelia David. Cornelia, Sie sind als Helene Fischer-Double in Europa unterwegs, aber in erster Linie sind Sie Musik- und EventManagerin auf AIDAmar. Wie sieht Entertainment auf einem Traumschiff aus?
Cornelia David: AIDA ist neben unseren wunderschönen Kussmundschiffen auch für ein hochkarätiges Entertainment bekannt und dafür auch mehrfach ausgezeichnet worden. Um möglichst viele verschiedene Geschmäcker zu treffen, schaffen wir dazu jeden Tag für bis zu 2.200 Gäste dezentrale Unterhaltungs- und Eventprogramme. Sei es im Theatrium oder in unseren diversen In- und Outdoor-Locations. Ich bin in dem Fall zuständig für alles was Musik, Band, DJs und die großen Events anbelangt. Da gibt es an einem Abend beispielsweise die AIDAbar mit Live-Band und einem Disco Fox Marathon, die Anytime Bar mit DJ und Beach
Party, den Pianisten in der Marbar mit einem Klassikkonzert, den Gitarristen mit Pop-Balladen auf dem Außendeck und wie ich schon erwähnte das Theatrium, quasi das Herzstück des Entertainments, mit den großen Bühnenshows. Ein Publikumshighlight ist da etwa die Queen Show „I want it all“ oder auch unsere ABBA Show „Gimme Gimme“, welche mit sehr aufwändigen Kostümen und Bühnenbildern eigens für AIDA produziert worden sind.

Auftritt an Bord: Cornelia als Helene Fischer-Double

EA: Wie sieht der Alltag auf einem Hotelschiff aus? Wo sind die Unterschiede zum ZDF oder auch einem Festland-Hotel? Sie haben gemeinsam als Direktionspaar in der Schweiz ein 4 Sterne Superior Wellness Hotel geführt.
MD: Der entscheidende Unterschied ist, dass der Tag an Bord eigentlich nicht planbar ist. Man ist auf See, wo unterschiedliche Menschen zusammentreffen, viele Umwelteinflüsse hinzukommen, beispielsweise ein Sturm und man kann den Hafen nicht anlaufen. Dann muss man an Bord sehr flexibel, spontan und ideenreich sein. Das unterscheidet sehr klar den Alltag zur Landhotellerie. Und beim Traumschiff sieht immer alles sehr einfach aus. Der Kapitän fährt nur bei schönem Wetter und den Hoteldirektor sieht man nur beim Abendessen. Das ist natürlich in der Realität ganz anders. Tatsächlich sind wir während eines Einsatzes an Bord fast rund um die Uhr beschäftigt. Bei uns an Bord arbeiten 629 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mit viel Herzblut für das tägliche Wohl unserer Gäste sorgen und somit wird es uns hier garantiert nicht langweilig.

EA: Ich stelle mir vor, auf einem Schiff kann man sich vielleicht einschließen, aber letztlich vor den Gästen nicht fliehen. Ist das als 24-Stunden-Job auf einem Traumschiff trotzdem noch ein Traumjob und bis zu welchem Alter ist man auf großer Reise?
MD: Es ist defi nitiv ein Traumjob. Wir machen das mittlerweile seit 10 Jahren. Als General Manager ist man drei bis vier Monate an Bord und in dieser Zeit ist man – wenn es sein muss – 24 Stunden im Einsatz, zu 100 Prozent für die Gäste und für die Crew Ansprechpartner, Vorbild und natürlich auch Vorgesetzter. So einen Beruf muss man mit Haut und Haaren leben und sehr viel Freude an seiner Tätigkeit haben. Das kann man aus meiner Sicht bis zum Rentenalter machen. Der Unterschied zu anderen Berufen ist, man hat ein ganz großes Hotel, das einem die Welt zeigt und wir zwischen unseren Einsätzen sehr viel Zeit miteinander verbringen können, dies ist für uns Lebensqualität.

EA: Cornelia – wenn man Ihren Werdegang liest, merkt man schnell Sie sind eine Frau mit vielen Talenten, wie kamen Sie dazu auf dem Schiff zu arbeiten?
CD: Ja, ich komme ursprünglich aus der Betriebswirtschaft, habe in frühen Jahren im Sales- und MarketingBereich einer Hedgefonds-Firma gearbeitet. Später bin ich nach London gezogen und habe da eine TalentAgentur für Musical, Theater, Film und Werbung geleitet, viele Castings durchgeführt und Konzepte für Promi-Events ausgearbeitet. Mein Traum war aber eigentlich selber als Sängerin auf der Bühne zu stehen und habe in London auch meine Musical-Ausbildung gemacht. Als mir AIDA somit ein Engagement als LeadSolosängerin angeboten hatte, habe ich direkt alles stehen und liegen lassen. Die beste Entscheidung meines Lebens, denn da habe ich kurze Zeit später meinen Mann Marcel kennengelernt.
EA: Cornelia, Sie sind, wie schon gesagt aktuell hinter den Kulissen tätig, fällt es Ihnen schwer nicht mehr jeden Abend im Rampenlicht zu stehen? CD: Ich denke, bei Künstlern oder Musikern ist es wie mit Sportlern, nur weil man nicht mehr aktiv Tennisprofi ist, heißt das nicht, dass man direkt sein Rack wegschmeißt. Die Musik ist neben meinem Mann meine erste Liebe, aber durch meinen Background bietet sich an diese Erfahrung auch in anderen Bereichen einzusetzen. Dies hat uns auch ermöglicht, in der Schweiz gemeinsam ein Hotel an Land zu leiten, was uns auch als Ehepaar sehr zusammengeschweißt hat. Natürlich braucht man als Künstler immer eine Bühne und ich bin sehr dankbar, dass ich trotzdem regelmäßig auf dem Schiff als auch an Land mit meiner eigenen Show auf der Bühne stehen darf. Natürlich würde ich mich freuen, mich ebenfalls bald in meiner Wahlheimat Mallorca zu etablieren – wer weiß vielleicht auch bald im Megapark.
EA: Apropos Schweiz… Sie beide sind, es ist noch gar nicht so lange her, von der Schweiz nach Mallorca gezogen. Was war der Grund und was sind die bestimmenden Eindrücke, wenn Sie an Ihre neue Heimat denken?
CD: Mein Mann hatte immer den Traum, in der Schweiz ein Hotel zu führen. Jedoch haben wir dann für uns festgestellt, dass wir Warm-Wetter-Menschen sind, wir lieben das Meer und die Palmen. Und mit Mallorca haben wir uns einen Lebenstraum erfüllt. Die Insel ist wunderschön, und wir fühlen uns hier rundum zuhause. Wir lieben es auf Achse zu sein und nutzen dazu gerne unsere Vespa um die Insel und ihre wunderschöne Flora und Fauna zu entdecken.
EA: Wenn Sie auf Mallorca ein Hotel managen würden, welche Erfahrungen auch von der AIDA, würden Sie einbringen? Was anders machen als andere?
MD: Man hat in der heutigen Zeit so viele Möglichkeiten, alleine durch die Technik, den Hotelbau, das Design. Meiner Meinung nach ist Mallorca da auf dem absolut richtigen Weg das Level anzuheben und auf Qualität statt Quantität zu setzen. Wenn man die neugebauten Hotels an der Playa de Palma sieht, dann sind das genau die Hotels, die ich mir vorstellen könnte, als Hoteldirektor zu führen. Sie sind alle auf dem neuesten Stand, auf Lifestyle und High-Class ausgerichtet und setzen nicht mehr auf den billigen Massentourismus, worauf Mallorca früher gezielt hat. Aber auch die top-gepfl egten Traditionshäuser im Luxussegment, als auch die kleineren Boutique Hotels direkt am Meer haben ihren Reiz.
EA: Würden Sie im Winter schließen?
MD: Das kann man so glaube ich nicht pauschalisieren, da jedes Hotel seine Eigenheit hat und das auch abhängig vom Standort ist. Aufgrund unserer Erfahrungen im letzten Winter würde ich das jedoch tatsächlich nicht tun. Meine Frau und ich hatten das Glück den Dezember, Januar und Februar auf der Insel zu erleben und haben unglaublich schöne Tage mit Frühlingstemperaturen verbracht. Es benötigt Aufklärung und die richtige Marketingstrategie, damit die Gäste erkennen, was für eine absolut sehenswerte und schöne Insel Mallorca auch im Winter ist. Und gerade Palma bietet auch im Winter tolle Unterhaltung und Kultur und ein riesiges Angebot an Freizeitmöglichkeiten.
EA: An Kreuzfahrtschiff en gibt es immer wieder Kritik am CO2-Schadstoff ausstoß. Das trägt nicht gerade zum Image unbelasteter Urlaubsatmosphäre bei. Wie sieht die Zukunft der Kreuzfahrtschiff fahrt aus?
MD: AIDA investiert Jahr für Jahr Millionen von Euro in die Entwicklung und praktische Umsetzung neuer, effi zienter Umwelttechnologien an Bord unserer Schiff e, sowohl im Bereich des Einsatzes von emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) als auch der Nutzung von grünem Landstrom. Mit AIDAnova haben wir Ende 2018 das weltweit erste Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt, das sowohl im Hafen als auch auf See mit emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann. Bis 2023 werden wir zwei Schwesterschiff e von AIDAnova – ebenfalls mit LNG-Betrieb – in Dienst stellen. Die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden werden so nahezu vollständig vermieden, der Ausstoß von Stickoxiden und die CO2-Emissionen verringern sich nachhaltig.
EA: Wann sind Sie wieder auf der Insel?
MD: Im Juli geht es zurück nach Mallorca. Als nächstes werden wir dann ab November mit der AIDAmar in Palma stationiert sein und vom Heimathafen aus jeweils für zehn Tage auslaufen. www.aida.de, www.corneliadavid.com


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