Modulare Büromöbel

Praktisches Design für Arbeiten im Homeoffice

Der 25-jährige französische Designer Geoffrey Pascal hat eine Möbelkollektion entworfen, die bequeme und modulare Möbel, speziell fürs Homeoffice beinhaltet. Die drei Stücke in Pascals Designprojekt, das er „Grafeiphobia“ genannt hat, heißen Unexpected Office. Es sind letztlich einfache Konstruktionen, die auf dem Rahmen eines einfachen Holzbettes mit Lattenrost basieren. Verschiedene Anpassungen und Schaumstoffbezüge ermöglichen es allerdings dem Benutzer, in Positionen zu arbeiten, die das Sitzen im Bett nachahmen und den Körper in seiner neutralen Körperposition unterstützen.

Von der NASA inspiriert
Die ursprünglich von der NASA entwickelte neutrale Körperposition fördert die Gesundheit von Astronauten in der Schwerelosigkeit, da das Gewicht des Benutzers über mehrere Punkte im Körper verteilt wird. Dies steht im Gegensatz zu der typischen sitzenden Position am Schreibtisch, bei der sich die Kraft nach unten auf den unteren Rücken konzentriert. Pascal begann während seines Studiums an der Idee zu arbeiten, nachdem er seine eigenen Schwierigkeiten an einem Schreibtisch analysiert und von einer wachsenden Zahl von Leuten, die zu Hause in ihren Betten arbeiten, gelesen hatte.
Mischung aus Stuhl und Bett
Der Name Grafeiophobia kommt aus dem Griechischen und bezieht sich auf die Angst vor dem Sitzen an einem Schreibtisch, weil man denkt, dass man zum Arbeiten gezwungen wird – und unbequem sitzt. Das wiederum führt zu Stress und macht nicht produktiver, sondern bewirkt das Gegenteil. Das Arbeiten im Bett hingegen fällt leichter, weil man komfortabler liegt/sitzt und man weniger gestresst wird. Allerdings untersuchte Pascal auch die negativen Aspekte der Arbeit im Bett. „Den ganzen Tag dort zu bleiben ist nicht so gut“, erklärte er. Es wird nicht empfohlen, Schlaf- und Arbeitsumgebung zu mischen, und auch in Bezug auf Hygiene ist es nicht so schön. Aus diesem Grund entschied er sich, die positiven Elemente aus dem Bett zu ziehen und sie an anderer Stelle erneut anzuwenden. Viele Experimente mit Matratzen unterschiedlicher Schaumstoffdichte folgten, die Recticel, ein auf Matratzen spezialisiertes Unternehmen, zur Verfügung gestellt hatte.

Basic Besk
Das Sitzen im Bett mit einem Laptop auf dem Schoß hat den Designer für das Kreieren vom „Basic Besk“ inspiriert. Es besteht aus drei Modulen – einer dreiteiligen Rückenlehne, einem Sitz und einer Fußstütze, die auch als kleine Aufbewahrungsbox dient. Ein kleines und ein großes, rechteckiges Kissen und eine runde Polsterung unterstützen außerdem auch die Rückenlehne. Durch die separaten Teile kann das Design für Personen mit unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Beinlängen angepasst werden. Pascal empfiehlt seine modulare Büromöbel auch für lange Aufgaben von bis zu drei Stunden

Geoffrey Pascal Grafeiophobia, Triclinium Gum

Triclinium Gum
Der „Triclinium Gum“ basiert auf einer seitlich liegenden Position, mit einem schrägen Rahmen, der eine Matratze und ein zusätzliches Kissen trägt, das Sie zwischen Ihren Beinen platzieren können. Weitere Kissen können Sie mit Gurten hinzufügen, um modulare Büromöbel auf unterschiedliche Weise verwenden zu können. Ein komplettes Design namens Popsicle können Sie außerdem auch als Laptopständer oder Stehhilfe benutzen. Dieses Möbeldesign hat Pascal für Aufgaben entwickelt, die zwischen fünf und 30 Minuten dauern.

Flying Man
Flying Man

Flying Man
Schließlich basiert „The Flying Man“ auf der Vorderseite des Körpers und besteht aus drei Teilen – einem für die Unterschenkel, einem für den Oberkörper und einem Laptop-Schreibtisch mit einem umkehrbaren Verdeck. Das letztere können Sie außerdem auch als gepolsterten Hocker verwenden. Die Bein- und Bruststütze kann man ebenfalls als Sitz und Schreibtisch nutzen. Dieser Entwurf eignet sich vor allem für Aufgaben von bis zu einer Stunde und für das Ende des Tages. Bestenfalls hat man alle drei Möbelstücke, um je nach Bedürfnis von einem zum anderen wechseln zu können, um nicht statisch zu bleiben.
Den Bedürfnissen angepasst
Die kuppelförmigen und flachen Kissen der Stücke sind in kräftigen Farben und mit zwei Stoffarten des Herstellers Febrik bezogen. Grafeiophobia war während der Dutch Design Week im Oktober auf der Design Academy Eindhoven Graduate Show 2018 zu sehen , zusammen mit anderen Graduiertenprojekten. Es ist eines von vielen Projekten, die den Tod des Schreibtisches untersuchen, als Reaktion auf die wachsende Zahl von Nomadenarbeitern, sich ändernde Erwartungen der Mitarbeiter und die jüngsten Beweise, dass längere Sitzzeiten ungesund sein können.

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