Musik und Malerei – vereint in seiner Kunst!

Bernat Trost, ein feiner, dezenter Mensch, der aufmerksam und geduldig seinem Gegenüber zuhört, liebt die Musik so sehr, dass er sie in seinen Werken mit einbezieht. Er will sie fühlbar sichtbar machen und wenn man ganz still wird, kann man die Musik in seinen Bildern schon fast hören …

Musik, seine Inspiration

Wenn er über die Jazzmusik redet, glänzen seine Augen und ganz besonders, wenn es um die Jazz-Ikone Ella Fitzgerald geht. Für ihn ist sie eine Offenbarung, ihre Improvisationen inspirieren ihn, und er hat ihr eine Collage gewidmet, die gut sichtbar in seinem Studio hängt. „Sie ist die größte Jazzsängerin aller Zeiten, auch wenn es andere gibt. Sie hat den Jazz neugeformt und revolutioniert.“ Im Jahr 2000 war er mit seinem Sohn in New York. Er besuchte die Jazzclubs und entdeckte ein Plakat mit dem Titel Mostly Mozart. Inspiriert davon, entstand ein Gemälde mit dem gleichen Titel, vielleicht schon damals ein Wegweiser zu seiner späten Liebe der klassischen Musik. Amerika fasziniert ihn, seine Geburtsstadt Frankfurt gehörte nach dem Krieg zur amerikanischen Besatzungszone. „Zum Glück“, erzählt er „denn ich nutzte jede Gelegenheit, um in den amerikanischen Clubs Jazz zu hören und dabei konnte ich immer wunderbar meine Skizzen machen. Eine ganze Bilder-Serie habe ich dann zum Thema New York gemacht.“

Musikalische Bilder

Thematisch abstrakt, dem Expressionismus zugeneigt, erkennt man gut seine Hingabe an die Musik durch visuelle musikalische Akzente in seinen Bildern. Noten, Klaviertasten, ein Piano oder Notenschlüssel verschmelzen zu einer Komposition und die Leinwand wird zu seiner Bühne. Das über zwei Meter große Bild „Música Sagrada“ entstand, als er einem Orgelspiel in der Kirche San Miguel in Palma zuhörte. Dabei konnte er beobachten, wie sich die Reflexion der bunten Kirchenfenster an der Wand spiegelte. Seine Interpretationen voller Gefühl, sensibel umgesetzte Linien, Blautöne des Mittelmeeres in Acryl-Mischtechniken, die künstlerische Reduzierung über geometrische Figuren weisen auf einen Künstler, der seinen eigenen Stil beherrscht.

Poesie in seinen Bildern

Bei einer Ausstellung der Hommage zu Ramón Llull, fehlte ihm etwas und beim Recherchieren über ihn begegnete er seinen Poesien. Er recherchierte weiter und lernte dabei viele andere Künstler und Poeten kennen. Federico García Lorca, Pablo Neruda, Rafael Alberti, Gustavo Adolfo Bécquer, Miguel de Cervantes – Bernat ist fasziniert von ihren Geschichten und Werken und so kam ihm die Idee, jeweils vier Poesien von ihnen in seine Bilder zu integrieren. Über 40 poetische Bilder brachte er so auf die Leinwand.

Der Sprung nach Mallorca

Mutig war er, als er 1961 für ein Jahr nach Brasilien wollte. „Es gab zu der Zeit Unruhen, das Land wurde als zu gefährdet für Reisende eingestuft. Zur selben Zeit lebte im Haus meines Vaters, der Zimmer untervermietete, ein mallorquinischer Geschäftsmann, der mit Obst und Gemüse handelte und der riet mir nach Mallorca zu gehen. Ich lernte dort Margalida kennen, die Frau die ich heiratete, mit der ich bis heute, das sind bald 60 Jahre, glücklich bin und nie getrennt war.“ Sie lebten 25 Jahre gemeinsam in Frankfurt, wo Margalida Spanisch-Unterricht gab und er als Selbstständiger seinen Beruf als Grafiker ausübte, bis er aufgrund von Technisierung seinen Job verlor. Auf der Suche nach neuer Arbeit, die scheiterte, entschloss er sich dann, gemeinsam mit seiner Frau und seinem damals 12-jährigen Sohn, für immer nach Mallorca zu ziehen. Seine Tochter, damals 19 Jahre, blieb in Frankfurt. Bernat stellte sein Leben komplett um und wurde das, wovon er zuvor kaum zu träumen wagte. Er war immer ein Familienmensch, übernahm Verantwortung, gab Sicherheit und war sich selber unsicher, ob er das sein kann, Künstler! Mit der Liebe seiner Frau, die sich freute zurück auf die Insel zu ihren Verwandten und Bekannten zu kommen, stabilisierten sie sich. Bernat lernte die Kultur, die Tradition und die Menschen der Insel kennen und wurde gut integriert. Gute Freunde hat er, die er schon ewig kennt und er liebt das Mittelmeer, das Flair der Stadt Palma und ist ein rundum glücklicher und dankbarer Mann.

Bei vielen Ausstellungen, ob im Kollektiv oder in Soloausstellungen, hat er seine Kunst auf der Insel präsentiert und in dem gerade frisch herausgegebenem Kunstbuch „Vida con Arte“ ist er einer der hervorgehobenen wichtigsten Künstler der Insel, die geehrt werden.

Kontakt:
www.btrost.es

Nermin Goenenc, Roman Hillmann. Fotos: Roman Hillmann

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