Neue Kerzen aus alten Kerzen

Noch halb abgebrannte Kerzen vom letzten Jahr im Schrank? Eigentlich ist es zu schade, die alten Wachsreste einfach wegzuwerfen. Ein Glück, dass man aus ihnen mit ein paar Handgriffen neue Kerzen machen kann, die nicht nur schön aussehen, sondern auch gut brennen.

Dazu braucht es nicht viel. Neben den alten Kerzen werden benötigt:
• etwas Garn oder Faden (100% Baumwolle) für den Docht
• eine Konservendose für das Wasserbad • eine leere Klopapierrolle
• ein Zahnstocher

Zunächst werden die Wachsreste nach Farben sortiert. Dabei reicht es aus, sie grob zu ordnen, zum Beispiel nach Rottönen, Blau, Grün oder Gelb. Dann werden sie in einem Wasserbad geschmolzen. Dafür kann zum Beispiel eine leere Konservendose benutzt werden. Es sollte aber darauf geachtet werden, das nicht aus Versehen Wasser in das Wachs spritzt. Übrige Dochtreste oder sonstige unschöne Verschmutzungen können mit einer Gabel herausgefischt werden, solange das Wachs flüssig ist. Auch der Docht sollte vorbereitet werden. Ist er zu dünn, kann man ihn entweder zu einer kleinen Kordel flechten, oder ihn verzwirbeln, damit er dick genug ist. Dann wird er auf die passende Größe geschnitten, in das flüssige Wachs getaucht und zum Trocknen beiseite gelegt.

Kerzen gießen
Das Eingießen ist die einfachste Methode zur Produktion von eigenen Kerzen. Dafür wird eine Papprolle in ein mit Sand gefülltes Gefäß gestellt. Der Sand soll verhindern, dass das Wachs unten ausläuft. Der vorbereitete Docht wird mit dem oberen Ende an einen Zahnstocher gebunden, der verhindern soll, dass der Docht in das Wachs fällt. Den Zahnstocher oben mittig auf die Papierrolle legen und das heiße und flüssige Wachs vorsichtig eingießen. Nun heißt es warten, bis das Wachs fest ist. Nach ungefähr zwei Stunden kann man die Papprolle vorsichtig von der neuen Kerze ablösen. Ein besonders schöner Effekt ergibt sich, wenn man mit unterschiedlich farbigen Schichten arbeitet. Dabei sollte man eine Schicht immer erst hart werden lassen, bevor man die nächste einfüllt. Die Gießform kann auch etwas schräg gestellt werden, um schiefe Ebenen in der Kerze zu bekommen – der Kreativität sind beim Gießen keine Grenzen gesetzt.

In Tassen füllen
Wer noch eine alte Tasse hat, kann auch diese schöne Variante probieren. Sie funktioniert im Prinzip genau wie das Kerzengießen. Einfach das geschmolzene Wachs in die Tasse füllen. Der Docht wird wie beim normalen Gießen an einem Streichholz über der Tasse aufgehängt. Auch Einmachgläser oder andere schöne Gefäße können mit Kerzenwachs gefüllt werden. Das beste an den Tassenkerzen: Sind sie einmal abgebrannt, können sie immer wieder mit neuem Wachs gefüllt werden.

Kerzen ziehen
Beim Kerzenziehen wird ein langer Docht so oft in ein Wachsbecken getaucht, bis sich um ihn die Kerze gebildet hat. Dafür müssen die Dochte etwa 15 Zentimeter länger sein als die Kerze, die gezogen werden soll. Die Länge der Kerze ist dabei auch abhängig von der Größe des Wachsgefäßes: Je tiefer, desto länger kann die Kerze sein. Am oberen Dochtende wird eine Schlaufe gebunden, um die Kerze später leichter in das Wachsbecken tauchen zu können. An das untere Ende kann ein Nagel geknotet werden, der verhindern soll, dass die gezogene Kerze zurück in das Wachs rutscht. Nun wird der Kerzendocht vorsichtig in das flüssige Wachs getaucht. Nach dem Eintauchen zieht man die Kerze wieder heraus und wartet mehrere Sekunden, bis das Wachs am Docht angetrocknet ist. Wem die Arme schwer werden, der kann in dieser Zeit den Docht auch an der Schlaufe aufhängen. Ist das Wachs getrocknet, wird die Kerze wieder in das Bekken getaucht. Das wird so lange wiederholt, bis sie die richtige Dicke hat. Je dicker sie wird, desto länger sollte man warten, bis man sie wieder eintaucht. Die gezogenen Kerzen sind oft deutlich länger und schlanker als die gegossenen.
Quelle: Utopia

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