Kompostierbar, nachhaltig, formbar und mit einer Anmutung zwischen Holz und geblasenem Glas: Ein neuartiger “Kunststoff” aus Olivenkernen.

Die Tage der Plastikwelt sind hoffentlich gezählt, aber noch ist es eines der Probleme, die die Umwelt, die uns beschäftigt. Nachhaltige Alternativen müssen her. Reolivar könnte dazu seinen Teil beitragen. Das Material wird in Spanien von der Firma Naifactory Lab aus Olivenkernen hergestellt. Es ist kompostierbar und leicht formbar. Und wenn man es in einen Topf gibt, den man erwärmt, wird es flüssig und man kann etwas Neues daraus machen. Die Idee dazu hatten Silvana Catazine und Josean Vilar. Sie ist Designerin, er Architekt.

Warum Oliven?
Dies ist letztlich einem glücklichen Zufall geschuldet. “Im Rahmen meiner Studien an der Universität sollte ich aus einem Abfallprodukt etwas Neues schaffen”, erinnert sich Silvana Catazine. Ihr fiel nichts ein, aber sie aß kurz vor der Unterrichtsstunde Oliven – und so kam sie auf die Idee. Glücklicherweise gibt es ja in Spanien jede Menge dieses Abfallprodukts.

Ist Reolivar biologisch abbaubar?
Einige Kunststoffe, die uns als Bio verkauft werden, sind alles andere als das, und natürlich auch nicht biologisch abbaubar. Anders bei Reolivar. Langlebig und stabil in der Nutzung, aber dank seiner natürlichen Bestandteile leicht im Komposthaufen oder sogar in der Natur abbaubar. Wasser und Mikroorganismen sorgen für den Zerfall – und das in nur wenigen Wochen.

Kann Reolivar Kunststoff ersetzen?
Zum einen ist es sogar leichter formbar als Kunststoff, zum anderen hat es in der Verarbeitung Ähnlichkeit mit Holz, so dass man es sogar Fräsen kann. Darüber hinaus kann man Reolivar in flüssigem Zustand als Klebstoff verwenden, um Teile miteinander zu verbinden. Apropos: Beim Schmelzvorgang werden keine giftigen Gase frei. Je nachdem, in welche Form oder Transparenz man es bringt, ähnelt es sogar Glas und man hat fast Angst, es zu zerbrechen – was aber nicht passiert. Kaum einer ahnt bei dem Anblick von den attraktiven Lampen und Schalen, dass sich dahinter Olivenkerne verbergen.

Was wird damit produziert?
Von Spielzeug bis Lampen, Schalen und Kleinmöbel hat Naifactory Lab bislang einiges auf den Markt gebracht. Und sie experimentieren ständig weiter mit Formen, Farben und Texturen. Aber auch an den Einsatz im Baugewerbe ist gedacht, in der Gastronomie, als Designverpackung oder Dekorationsobjekt. “Es gibt weltweit eine wachsende Bewegung der Biomaterialentwicklung. Und das ist sehr positiv, weil es ein klarer Indikator dafür ist, dass es eine Tendenz gibt, die Gesellschaft dahingehend zu ändern”, so das engagierte Paar, was auch an einem Recycling-Projekt von Pflanzenresten in Barcelona beteiligt ist.

Infos: www.re-naif.com

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