Parodontitis

Seit 2004 übernehmen die Kassen alle zwei Jahre die Kosten für einen speziellen Parodontitis-Test. Während des Tests tastet der Zahnarzt mit einer Sonde das Gewebe zwischen Zähnen und Zahnfleisch ab. Er misst die Tiefe der Zahnfleischtaschen und prüft ob eventuell eine Entzündung vorliegt. In schweren Fällen wird der betroffene Kiefer geröntgt, so dass der Zahnarzt sich ein genaues Bild vom Zustand des Kieferknochens machen kann.

Teil 1: Was sind die Ursachen und die Symptome?

Unter Parodontitis auch umgangssprachlich Parodontose genannt, versteht man die Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodont). Die Folge der Parodontitis ist der Schwund des Zahnhalteapparates. Sowohl das Zahnfleisch als auch der Kieferknochen können be- troffen sein. Die Parodontitis ist nach der Karies die zweithäufigste Erkrankung der Mundhöhle. Sie ist die Hauptursache für ausfallende Zähne. Eine weitere große Gefahr der „Parodontitis-Bakterien“ ist, dass sie Herz- und Kreislauferkrankungen auslösen können. Lei- der wird heutzutage die Krankheit unterschätzt, da sie nicht direkt mit Schmerzen verbunden ist. Eine Parodontitis ist sehr oft eine schleichende, schmerzfreie und langfristige Erkrankung.

Zucker nährt Bakterien
Die Ursachen für eine Parodontitis sind sehr vielfältig. Die Ernährung, die Mundhygiene, der Speichel, Bakterien und das Immunsystem spielen eine Rolle. Der wichtigste Faktor sind hierbei die Bakterien. Sie leben häufig in geringer Anzahl im Mund, ohne Schaden an- zurichten. Vermehren sie sich aber, schädigen sie den Zahnhalteapparat und das Zahnfleisch. Bakterien vermehren sich in der Mundhöhle zum einen dann, wenn sie gut gefüttert werden und zum anderen, wenn sie nicht durch spezielle Maßnahmen der Mundhygiene entfernt werden.
Bakterien ernähren sich von Zucker (Kohlenhydrate). Kohlenhydrate befinden sich nicht nur in Süßspeisen und Süßigkeiten, sondern auch in Getreide und Kartoffeln. Um einer Vermehrung von Bakterien vorzubeugen, ist es unbedingt notwendig auf eine optimale
Mundhygiene zu achten und diese auch regelmäßig anzuwenden. Gerade zwischen den Zähnen, in den Zahnzwischenräumen, vermehren sich die Bakterien sehr massiv, da die Zahnbürste diesen Teil der Zähne schlecht erreichen kann. Es empfiehlt sich der tägliche Gebrauch von Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalbürsten). Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigungstermine beim Zahnarzt reduzieren drastisch das Risiko an einer Parodontitis zu erkranken.

Klebriger Plaque entsteht
Vermehren sich die Bakterien, bildet sich ein Plaque. Ein Plaque ist ein klebriger Film, der sich auf den Zahn und das Zahnfleisch auflagert. Ein Plaque besteht aus Bakterien, Essensresten und Speichel. Lagert sich so ein Plaque auf einen Zahn auf und wird dieser nicht täglich entfernt, kann Karies und/oder eine Parodontitis entstehen. Das große Problem sind bei Nicht-Entfernung der Plaque die Stoffwechselprodukte der Bakterien. Stoff- wechselprodukte sind quasi die Verdauung der Bakterien. Durch ihren sauren Charakter schädigen diese Stoffwechselprodukte den Zahn und das Zahnfleisch und lösen Karies aus. Am Zahnfleisch führen sie zu einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis).
Greift diese Entzündung auf den Zahnhalteapperat über, kann sich eine Zahnfleischtasche bilden. Diese Tasche entsteht dadurch, dass das körpereigene Immunsystem das Gewebe, in dem sich die Bakterien aufhalten, angreift. Bestimmte Zellen des eigenen Immunsystems wandern in das entzündete Zahnfleischgewebe ein und bauen die betroffenen Anteile ab. Meist ist es Knochen,der abgebaut wird. Es entsteht eine Knochentasche. Der Zahn lockert sich. Das Endstadium der Erkrankung ist ein ausgefallener Zahn aufgrund eines abgebauten Kieferknochens. Wird die Entzündung nicht beseitigt, kann sie als Osteomyelitis (Knochenentzündung) den gesamten Kiefer befallen.

Symptome
Eine Parodontitis entsteht über Monate. Da die Symptome häufig nicht sehr ausgeprägt sind, bleibt sie lange Zeit unentdeckt. Entzündet sich das Zahnfleisch (Gingivitis) wird es rot und schwillt an. Ein Warnhinweis kann Zahnfleischbluten sein. Ihr Zahnarzt wird sie bei einer Karieserkrankung auch immer auf eine Parodontitis hin untersuchen. Ist eine Zahnfleischtasche entstanden, kann sich hier durch die Entzündung Eiter bilden. Bildet sich der Zahnhalteapparat zurück, ist mehr von der Zahnbasis zu sehen und es entsteht der Eindruck, dass das Zahnfleisch zurückgeht. Es sieht so aus, als ob die Zähne gewachsen wären.
In der nächsten Ausgabe widmen wir uns der Diagnose und der Behandlung von Parodontitis.

Teil 2: Diagnose, Behandlung und Prognose

 

Mit Hilfe von diagnostischen Messverfahren und Röntgenkontrollen der Zähne und des Zahnhalteapparates kann der Zahnarzt den Schweregrad einer Parodontitis feststellen und dem entsprechend therapieren. Erste Anzeichen sind Zahnfleischbluten bedingt durch die Entzündung und die damit verbundene Schwellung des Zahnfleisches. Tritt das Zahnfleischbluten gehäuft auf, sollte man dieses beim Zahnarzt abklären und behandeln lassen. Durch einen einfachen Test (PSI Test) kann der Zahnarzt feststellen ob eine Parodontitis vorliegt oder nicht.

Therapie der Parodontitis Die Therapie der Parodontitis richtet sich gegen die Bakterien und deren Gifte (Endotoxine). Das Hauptproblem liegt dabei darin, dass sogenannte Konkremente (harte Ablagerungen) unter dem Zahnfleisch zu finden, diese aber nur sehr schwer zugänglich sind. Ziel der Therapie ist es, diese Konkremente zu entfernen und die Zahnfleischtaschen zu reinigen. Sehr wichtig ist auch die Mitarbeit des Patienten. Der Zahnarzt allein kann keinen Erfolg garantieren wenn der Patient selbst nicht mitwirkt.Die Therapie der Parodontitis verläuft in unterschiedlichen Stadien. Zu der ersten Maßnahme gehört eine professionelle Zahnreinigung verbunden mit einer individuellen Unterweisung bezüglich der „eigenen häuslichen Mundhygiene“. Nachdem der erste Schritt in Richtung Heilung getan wurde, folgt der Hauptpart, die eigentliche Parodontitis Behandlung. Diese muss, in Abhängigkeit der noch vorhandenen Zähne, an zwei aufeinander folgenden Tagen behandelt werden. Zu den etablierten Methoden gehören derzeit: die Behandlung mit Ultraschall in Verbindung mit einer anschließenden Lasertherapie. Diese Behandlung wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Der Erfolg einer Parodontitis-Therapie hängt im weiteren Verlauf von einer akribischen eigenen häuslichen Mundpflege, regelmäßigen Kontrollterminen beim Zahnarzt und Intervall-abhängigen professionellen Zahnreinigungen ab. Nur durch eine Zusammenarbeit zwischen Patient und Zahnarzt kann ein langfristiger Erfolg garantiert werden.

Prognose Die Prognose der Parodontitis ist abhängig davon, in welchem Stadium die Krankheit entdeckt wird. Ist nur das Zahnfleisch entzündet (Gingivitis), kann schon eine professionelle Zahnreinigung verbunden mit einer Instruktion für die eigene häusliche Mundhygiene die Beschwerden zum Abklingen bringen. Wenn alle entzündlichen Faktoren beseitigt werden, klingt die Entzündung nach ein paar Tagen ab. Hat die Erkrankung bereits den bindegewebigen Zahnhalteapparat zum Schrumpfen gebracht, sieht die Situation ernster aus. Hier muss in einem aufwendigen Verfahren die Zahnfleischtasche von Bakterien und deren Giften befreit werden. Um den erwünschten Erfolg zu sichern, müssen Parodontitis-Patienten regelmäßig den Zahnarzt zur Nachkontrolle aufsuchen. Ist bereits der Kieferknochen von der Erkrankung befallen, hat sich auch dieser zurückgebildet. Der Zahnarzt wird sich nun bemühen, den wackelnden Zahn zu erhalten. Viele Schritte sind hierfür unbedingt notwendig. Die Knochentasche muss von Bakterien und deren Ablagerungen befreit werden. Kann der Zahn nicht gerettet werden, hat sich der Knochen häufig so weit abgebaut, dass nicht ohne weiteres ein Implantat eingesetzt werden kann. Hier muss der Kieferknochen in einem gesonderten Verfahren zunächst mittels Knochen(Ersatz)material wieder aufgebaut werden.
Hinweise für Patienten Parodontitis ist keine Erkrankung, die von heute auf
morgen entsteht. Sie benötigt Wochen bis Monate. Das ist die Zeit, die Sie haben, um die Erkrankung zu stoppen. Putzen Sie Ihre Zähne täglich mit Hilfe von Zahnzwischenraumbürsten. Informieren Sie sich bei Ihrem Zahnarzt darüber, wie eine gute, und gründliche Zahnreinigung durchzuführen ist. Gehen Sie alle sechs Monate zur Kontrolle zu Ihrem Zahnarzt. Auch, wenn Sie keine Beschwerden haben. Nutzen Sie die Möglichkeit einer professionellen Zahnreinigung regelmäßig. Betrachten Sie Ihren Mund aufmerksam bei der Mundhygiene. Ist Zahnfleischbluten sichtbar, gehen Sie bitte zum Zahnarzt. Ebenso, wenn Sie Schmerzen haben, oder ein Loch im Zahn entstanden ist. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf eine professionelle Zahnreinigung an. Vorbeugen ist besser als eine langfristige und kostenintensive Behandlung. Nur so können Sie Ihre Zähne retten und ein Leben lang erhalten.
Ihr Team Clinica Dental Schmieder Avd. dés Bon Temps 8 in Cala Millor
Tel.: 971 587 469 oder Notruf 646 414 343
www.zahnarztpraxis-mallorca.eu

- Anzeige -