Plastikfreies Badezimmer

Einfache Tipps für mehr Nachhaltigkeit – danach suchen immer mehr Verbraucher, die auf einen umweltfreundlichen Alltag aus sind und unter anderem den Gebrauch von schädlichem Kunststoff beziehungsweise Abfall dieser Art vermeiden möchten. Ab diesem Juli – coronabedingt von Januar in den Sommer verschoben – wird EU-weit, somit auch auf Mallorca, ein Verbot gegen Einwegplastik wie Trinkhalme, Plastikgeschirr und ähnliches in Kraft treten. Doch darüber hinaus kann man auch in anderen Bereichen versuchen Plastik zu vermeiden – wie beispielsweise im Badezimmer. Das fängt bei der Plastik-Quietscheente an. Aber auch hierfür gibt es natürliche Alternativen aus Naturkautschuk und Holz.

Bambus im Ohr

Für viele Produkte und Zubehör im Bad gibt es Varianten aus Bambus. So können Sie beispielsweise eine Bambus-Zahnbürste verwenden und die Plastik-Wattestäbchen aus dem Bad verbannen und stattdessen solche aus Bambus (oder sogar Edelstahl) verwenden. Das gilt ebenso für die Haarbürste oder den Kamm, die auch aus einem anderen Holz bestehen können und ohnehin als vorteilhafter für das Haar gelten, und auch für den Rasierer.

Plastikfreie Kosmetik

Cremes, Rasierschaum, Duschgel oder Shampoo. Alles ist in Plastikverpackungen und Folien verpackt oder abgefüllt. Zum einen können Sie Ihr Duschgel und Shampoo durch Seife und Haarseife ersetzen. So ist Seife häufig nur in umweltfreundlichem Papier verpackt. Haarpflegeprodukte wie Kuren und Masken können Sie wiederum auch selbst herstellen. Es gibt online zahlreiche und einfache Rezepte zum Selbermachen und für jeden Haartyp. Das Gleiche gilt auch für Hautpflegeprodukte (siehe dazu auch den Artikel in der Februar-Ausgabe von EL AVISO zu selbstgemachten Naturmasken). Anstelle von Rasierschaum, -gel und Co. eignet sich wieder die Seife – diesmal die Rasierseife. Alternativ kann auch sogenanntes Rasieröl verwendet werden oder einfaches Kokosöl, das Sie in speziellen Läden (Unverpackt-Läden, tienda de granel) in wiederverwendbaren Behältern, die Sie selbst mitbringen, abfüllen können. Dies gilt auch für andere Pflege- und Reinigungsprodukte. Auf Mallorca gibt es dahingehend z.B. Nu Market in Palma, Re Organic in Sóller oder den auf Bad- und Küchenartikel – keine Lebensmittel – spezialisierten Online-Shop www.viveco.co mit Sitz in Alaró. Dort kann man die Produkte auch abholen.

Mikroplastik in Kosmetik

Möchten Sie plastikfrei leben, spielt nicht nur die Verpackung eine Rolle. In vielen Produkten ist das sogenannte Mikroplastik enthalten, dass auf der Haut oder oral angewendet in unseren Körper gelangt und diesen auf Dauer schädigt. Über das Abwasser gelangt es wiederum in die Umwelt. Deshalb lohnt es sich, bei der Wahl der Kosmetikprodukte auch einen Blick auf das Etikett zu werfen. Sogar eine plastikfreie Zahnpasta ist nicht selbstverständlich. Wählen Sie beispielsweise ein Peeling, das natürliche Produkte mit Peeling-Effekt enthält wie beispielsweise Salze, Sand oder Mais, statt solches mit Polyethylen. Und auch bei den kleinen Ablagen für Seifen oder Schwamm kann man Holz oder Metall statt Plastik nutzen. 

Ohne chemische Reinigungsmittel

Wer glaubt, dass man all die Mikroben im Bad nur mit Hilfe von aggressiven Reinigungsmitteln, die voller schädlicher Chemikalien sind, der Umwelt schaden und noch dazu in Plastik abgefüllt sind, los wird, liegt falsch. Auch Produkte aus der Natur wie Essig oder Zitronensäure sind wahre Alleskönner, wenn es um die Badreinigung geht und perfekt für ein plastikfreies Badezimmer. So können Sie Soda und Zitronensäure kombinieren, um die Toilettenschüssel zu reinigen, während eine Essig-Lösung desinfiziert und ideal im Kampf gegen den lästigen Kalk ist. 

Plastikfrei fürs Waschmittel

In vielen Wohnungen steht die Waschmaschine im Bad und ist somit Teil der Thematik. Legen Sie bei Waschmittel und Weichspüler Wert auf natürliche Inhaltsstoffe und kaufen Sie abfüllbares Waschmittel. Für Flüssigwaschmittel können Sie Flaschen aus recyceltem Kunststoff verwenden, das auch bei erneuter Entsorgung zu 100% recycelbar ist. Noch besser sind aber wohl Glasflaschen oder solche aus Metall.

Plastikfreies Toilettenpapier 

Plastik im Badezimmer entsteht, wie bereits erwähnt, vor allem durch die Verpackungen. Das gilt natürlich auch für das Toilettenpapier. Hinzu kommt, dass für die Herstellung viele Bäume abgeholzt werden und das üblicherweise in fernen Ländern Südamerikas. Der Transport hierher und auch der aufwändige Herstellungsprozess haben wiederum einen hohen CO2-Ausstoß und Energieverbrauch zur Folge. Während man in der Küche das Küchenpapier durch wiederverwendbares aus Bambus ersetzen kann, ist Toilettenpapier natürlich alles andere als gut zur Wiederverwendung geeignet. Aber auch hier ist Bambus die Lösung. Er hat zwar ebenso einen langen Transport zur Folge, aber er wächst schnell, stirbt nach dem Abholzen nicht ab und ist frei von Pestiziden und anderen chemischen Mitteln. Um auch das Problem der Kunststoffverpackung zu lösen, besorgen Sie es sich am besten wieder in einem Unverpackt-Laden in Ihrer Nähe oder online. Ein empfehlenswerte Marke ist beispielsweise Smooth Panda. 

Wohin mit dem Abfall?

Pflege- und Reinigungsprodukte können Sie in wiederverwendbaren oder plastikfreien Behältern abfüllen lassen, so weit so gut. Aber was ist mit dem Abfall, der wohl oder übel zustande kommt? Der übliche Müllbeutel besteht schließlich auch aus Kunststoff. Hier empfehlen sich Beutel aus Bio-Plastik. Es handelt sich dabei um zum 100% biologisch abbaubare Müllbeutel aus Maisstärke, die nicht weniger stabil sind, als die herkömmlichen aus Folie. 

Behalten Sie immer im Sinn, das selbst die kleinste Veränderung Ihrerseits für ein nachhaltiges, Zero Waste und plastikfreies Badezimmer von Vorteil ist. 

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