Während die ganze Welt immer wieder über die schädlichen Auswirkungen von Zucker diskutiert, hat Salz als „schleichendes Gift“ einen ähnlichen Ruf, der offenbar von vielen Menschen unterschätzt wird: Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen eines überhöhten Salzkonsums.

Alles nur Geschmackssache?

Salz spielt eine wichtige Rolle für viele wichtige Körperfunktionen. Der Körper braucht es, um seinen Flüssigkeitshaushalt zu regulieren, denn ohne Salz würde der Mensch austrocknen. Doch statt der empfohlenen fünf bis sechs Gramm täglich geht man davon aus, dass die tatsächliche Kochsalzaufnahme bei vielen Menschen mindestens 40 % höher liegt. Geht man von Deutschland aus, so betrifft dies etwa 70 Prozent der Frauen und rund 80 Prozent der Männer. Im Schnitt sind es dort zwischen neun und zwölf Gramm Salz pro Tag. Wer aber nun glaubt, Chips, Fertigsaucen und Co. seien die einzigen Übeltäter, irrt: Etwa 1/3 des Salzes, das wir täglich zu uns nehmen, findet sich in Brot und Brötchen. Nur ca. 20 % der täglichen Salzaufnahme nehmen die meisten Deutschen durch eigenes Nachsalzen der Speisen zu sich.

Risikofaktor Bluthochdruck

Je mehr Salz im Körper ist, desto höher muss auch der verfügbare Flüssigkeitsanteil sein. Ein höherer Flüssigkeitsgehalt führt aber auch zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Dieser schädigt auf Dauer Organe wie das Herz, die Herzkranzgefäße, das Gehirn und die Nieren und gilt als Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jährlich sterben etwa 1,65 Millionen Menschen an den Folgen eines überhöhten Salzkonsums.

Anzeichen für zu hohen Salzkonsum

Wer auf sich achtet, entdeckt vielleicht Anzeichen, die auf einen zu hohen Salzkonsum schließen lassen:

  • Sie fühlen sich aufgebläht oder aufgedunsen? Ein Signal für zuviel Salz im Körper, denn Salz beeinträchtigt das Gleichgewicht der Flüssigkeit. Auch Wassereinlagerungen können die Folge sein, wodurch Sie nicht nur automatisch mehr wiegen, auch für die Gesundheit ist das sehr ungesund.
  • Sie haben z.B. am Morgen starken Durst, Zeichen für Dehydrierung. Dies bedeutet, dass Sie am Abend zuvor wahrscheinlich zu viel Natrium gegessen haben wie salzigen Käse oder verarbeitetes Fleisch (Apropos: Lassen Sie generell die Finger von bereits eingelegten oder gewürztem abgepacktem Fleisch!).
  • Sie salzen ständig nach, weil auch die geschmackvollsten Lebensmittel oder gut gewürzte Gerichte langweilig schmecken? Wenn Sie die einzige sind, die beispielsweise im Familien- oder Freundeskreis nachsalzt, dann sollten Sie Ihr Verhalten hinterfragen.
  • Es geht noch schlimmer: Sie mögen unverhältnismäßig viele Fertiggerichte, nutzen verstärkt Fertig- oder Würzsaucen, lieben Fisch aus der Dose oder Tütensupen. Abgesehen davon, dass Sie einen schlechten Geschmack haben, scheinen Sie schon an ein Zuviel an Salz gewöhnt zu sein – und wer daran gewöhnt ist, man könnte auch abhängig sagen, will immer mehr. Also aufhören!
  • Die Folgen: Bluthochdruck oder auch Nierensteine, die sich ebenfalls durch zu hohen Natriumkonsum entwickeln können. Von ernsthafteren Erkrankungen, die auch bis zum Tod führen können, einmal ganz abgesehen.

Wie kann man seinen Salzkonsum einschränken?

Generell stellt es eine Herausforderung dar, einen Überblick über den eigenen Salzverbrauch zu behalten, da viele Lebensmittel industriell weiterverarbeitet sind und sich in ihnen Salz versteckt. Wer anfangen möchte, sich salzärmer zu ernähren, sollte zuerst den Salzstreuer weglegen und Nachsalzen so oft es geht vermeiden. Geschmacklich muss er dabei fast keine Einbußen machen, denn es ist bewiesen, dass eine Salzreduzierung um ¼ von den meisten Menschen nicht einmal wahrgenommen wird. Wer frisch kocht, kann viel Salz einsparen. Bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln gilt es auf die Salzmenge zu achten. Zwar wird diese zumeist mit ihrer chemischen Bezeichnung Natriumchlorid angegeben, kann jedoch mal vier genommen in ihren Salzgehalt in Gramm umgerechnet werden.

Zuviel Salz enthalten ist in Fertigsaucen, Würzsaucen, Brühwürfeln, Dosenkonserven, allgemein in Fertigspeisen und Fast Food. Aber natürlich auch in Chips, Salzstangen, Wurst und Schinken sowie in vielen Käsesorten. Stattdessen sollte man spezielle, salz-reduzierte Produkte nutzen wie salzarmes Brot, salz-reduzierte Wurst und Schinken, salz-reduzierte Plätzchen. Diese Produkte findet man nicht in jedem Laden, aber die Suche lohnt sich – für Ihre Gesundheit!

Quelle: u.a. medicalpress.de

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