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Eine Stadt zum Verlieben! Lebendig, kraftvoll, bunt, abwechslungsreich. Man findet Historisches mit interessanten Resten aus maurischen Zeiten, viel Kultur, tolle Architektur, temperamentvollen Flamenco und leckere Tapas in einer der mehr als 1.000 Bars. In dieser pulsierenden Metropole kommt jeder auf seine Kosten. Wer durch das Zentrum schlendert, kann hinter jeder Ecke der viertgrößten spanischen Stadt etwas Neues entdecken. Gerade erst – gleichzeitig wie die Autorin dieser Zeilen – war Barack Obama in Sevilla, als Gastredner auf dem internationalen Tourismuskongress “World Travel and Tourism Council” (WTTC). Auch er nahm sich Zeit für Besuche von Alcázar-Palast und Restaurants und meinte anschließend: Man sollte diese Stadt besuchen, weil sie wunderschön und spektakulär ist.” Na dann!

Alcázar

Kathedrale und Giralda
Am besten verschafft man sich erst einmal einen Überblick über die Stadt. Dafür kann man bis zur Aussichtsgalerie der Giralda auf etwa 70 Meter Höhe steigen. Ebenso wie in Mallorca wurde die Kathedrale Santa María de la Sede an gleicher Stelle wie die zuvor abgerissene Moschee der Stadt gebaut. Die Giralda (insgesamt 104 Meter hoch) ist das frühere Minarett dieser Moschee. Ein wenig umgearbeitet zur Renaissance-Zeit, dient sie heute als Glockenturm der Kathedrale (27 Glocken) und gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Die fantastische Sicht entschädigt für den mühsamen Aufstieg. Anschließend darf man sich die fünfschiffige, spätgotische, mächtige Kathedrale nicht entgehen lassen. Sie ist die größte gotische Kirche, die drittgrößte jeder Stilrichtung (nach dem Petersdom in Rom und der Paulskirche in London) weltweit und Weltkulturerbe. Zu bestaunen sind u.a. der Sarkophag von Christoph Kolumbus, das größte Altarretabel der Welt, zwei prächtige Barock-Orgeln und der hübsche Orangenhof (www.catedraldesevilla.es).

Kathedrale, Giralda, Alcázar

Real Alcázar und Santa Cruz
Eine kleine Pause und ein Cocktail gefällig? Dafür geht man am besten direkt gegenüber der Kathedrale ins schicke Fünf-Sterne-Hotel Eme in deren Dach- café. Mit der Kathedrale vor Augen schmeckt der Drink nochmal so gut – und ist nicht so teuer, wie man denkt. (www.emecatedralhotel.com). Von dort aus ist es nur einen Sprung hinüber in den mittelalterlichen Königspalast Real Alcázar – üppige Gärten außen, königliches Ambiente innen.
Einige Ecken werden geübte “Game of Thrones”-Fans wiedererkennen… Anschließend lustwandelt man durch kleine Gässchen Richtung Santa Cruz bis zur Calle San José. Dieses Viertel, ehemals vorrangig von Juden bewohnt, ist pittoresk, belebt und es gibt jede Menge kleine Bars und Restaurants.

Metropol Parasol, Foto: Rubendene Wikimedia

Schöne Künste
Ein neuer Tag und diesmal starten wir im Museo de Bellas Artas, dem Museum der schönen Künste, gegründet 1841. Fantastische spanische Kunst aus mehreren Jahrhunderten und eine gleichfalls traumhafte, die Gemälde einrahmende Architektur in den Räumlichkeiten – speziell die Murillo-Bilder in der ehemaligen Klosterkirche – wecken Begeisterung. Anschließend geht es kunstvoll beseelt die belebte Avenida Alfonso XII Richtung Osten (www.museosdeandalucia.es).

Futuristische Architektur
An der Ecke Alfonso XII/Calle Sierpes fi ndet man die hervorragende Confi tería la Campana (gegründet 1885) mit ihren süßen Leckereien jeder Art – ideal für eine kleine Pause, bevor man weitergeht und von einem Anblick überrascht wird, den die Plaza de la Encarnación bietet: Eine gigantische, weltweit aktuell sogar die größte Holzkonstruktion, die auf den ersten Blick wie ein Wesen von einem anderen Stern anmutet mit ihrer Sonnenschirm-Pilz-Amöben-Form. Metropol Parasol heißt das spektakuläre Konstrukt, im Volksmund die “Pilze von Sevilla”. Fast sechs Jahre lang wurde daran gearbeitet, bis im Mai 2011 auch das letzte Teilstück eingeweiht wurde. An Stelle der ehemaligen alten Markthalle und über einem Ausgrabungsfeld mit römischen und maurischen Fundstücken und einem angeschlossenem Museum (Antiquarium) wurde die Anlage mit einer Länge von 150 Metern, einer Breite von 70 Metern und einer Höhe von 28 Metern gebaut. Architekt dieses mittlerweile mehrfach prämierten Wunderwerks ist der Deutsche Jürgen Mayer. Auf dem Dach gibt es serpinenartige Gänge (250 Meter), eine Aussichtsplattform und einen Gastronomiebereich mit verschiedenen Tapas-Ständen. Für den Bau wurden 3.500 Kubikmeter Furnierschichtholz und 700 Tonnen Stahl verwendet. Das Kunstwerk besteht aus 3.400 verschiedenen Bauteilen mit 16 Millionen Schrauben und Nägeln. Gigantisch! Am Fuß des Bauwerks befi nden sich zudem viele Geschäfte und eine neue Markthalle mit vielen Ständen, zudem im Außenbereich eine große Plaza für Veranstaltungen. (www.metropolsevilla.com)

Museo de Bellas Artes, Foto: Zender

Altstadt mit Sherry
Zurück zur Calle Sierpes, der beliebtesten und bekanntesten Einkaufsmeile Sevillas. Von hier erkunden wir das labyrinthartige Gefl echt kleiner Altstadtgassen, gehen quer durch alle Mini-Straßen. Moderne Shops wechseln ab mit uralten Traditionsgeschäften. Schließlich landen wir auf der schönen Plaza Salvador. Hier triff t man sich am frühen Abend auf eine Tapa, ein Bier, vor allem aber auf ein Glas Sherry, der eine gute Stunde mit dem Auto entfernt, im sogenannten Sherry-Dreieck zwischen Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und Puerto de Santa Maria produziert wird. Eine ähnliche, nur noch untouristischere Stimmung fi ndet sich auch rund um die Plaza Alfalfa in der gleichen Ecke Sevillas. Ein bunter lebendiger Mix mit Tapabars und Kinderspielplatz.

Über den Fluss Guadalquivir…
… mitten hinein in den Vorort Triana, der erstmals 1852 durch die Isabella II-Brücke mit Sevilla verbunden wurde, geht’s am nächsten Tag. Triana ist zum einen berühmt durch seine Keramikkunst (vor allem zu fi nden in der Alfarería Straße), zum anderen für seine lebenslustige Art und die vielen Flamenco-Bars. Sevilla gilt als die Wiege des Flamenco. Schon im 18. Jahrhundert entstanden die ersten Flamenco-Schulen in Andalusien. Der frühe Flamenco bestand eigentlich nur aus Gesang und rhythmischem Klatschen. Erst später kamen Gitarre und Tanz hinzu. In sogenannten Tablaos (kleineren Flamenco-Cafés) treten die Künstler auf. Unter www.defl amenco. com fi ndet man jede Menge Adressen und Infos.

Flamenco im Zentrum
Eine der berühmtesten Tänzerinnen war Cristina Hoyos, die mit Antonio Gades, Paco de Lucia und dem Regisseur Carlos Saura zusammenarbeitete (u.a. Carmen). Sie hat 2006 ein interessantes Flamenco-Museum mit integrierter Flamenco-Schule gegründet, in dem ebenfalls täglich Vorführungen stattfi nden. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass sie von vielen Touristen umgeben sind: die Tänze sind authentisch, die Tänzer erstklassig, die Musiker ebenso und sie werden fasziniert sein! Tipp: Buchen Sie unbedingt die Vorführung MIT dem Museumsbesuch. (www.museodelbailefl amenco.com).

Sevilla feiert
Vom 5. bis 12. Mai fi ndet die berühmte “Feria de Abril” statt. Begonnen hat die Tradition Mitte des 19. Jahrhunderts als Landwirtschaftsfest. Mittlerweile ist es ein großes Volksfest mit Gesang, Spiel, Tanz, Reiterspielen, Kutschenumzügen und natürlich ausreichend Speis und Trank. Dafür wird, ähnlich wie beim Münchner Oktoberfest, im Viertel Los Remedios (südlich von Triana) eine riesige Zeltstadt mit Casetas aufgebaut, mit Straßen, die alle Namen berühmter Stierkämpfer tragen. Insgesamt sind es rund 1.050 Stände auf 75.000 Quadratmetern.

Ebenfalls sehenswert
Rund um den Platz Alameda de Hércules ist ein junges Szeneviertel mit vielen Bars und Restaurants entstanden. Das Macarena-Viertel ist authentisch, typisch und rustikal. Und natürlich die monumentale, 50.000 Quadratmeter große Plaza de España am Park María Luisa, extra gebaut anlässlich der lateinamerikanischen Ausstellung im Jahr 1929. An dem sich dort befi ndenden, wunderschönen halbrunden Bauwerk mit jeweils einem Turm an den beiden Enden sind nahezu alle Regionen Spaniens, auch die Balearen, in farbenprächtigen Kachelornamenten (Azulejos) verewigt. Dazu begeistert Romantiker ein 515 m langer Kanal mit Brücken und einem kleinen Ruderbootverleih. Der Platz liegt inmitten des Parks María Luisa, der 1892 von der Prinzessin Luisa Fernanda de Orleáns gestiftet worden war und in den Jahren 1913 und 1929 erneuert wurde. Dieser Artikel reicht nicht aus, um sämtliche sehenswerten Zonen der Metropole zu beschreiben. Entdecken Sie die Stadt am besten auf eigene Faust, lassen Sie sich treiben. Egal, was Sie sich ansehen, Sie werden begeistert sein. Von der Stadt, der Herzlichkeit der Menschen und der Lebendigkeit, die mitreißt. Infos: www.visitasevilla.es
Martina Zender

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