Truco o trato, trick or treat, süßes oder saures…

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Wenn Ihnen verkleidete Kinder am Abend des 31. Oktober an Ihrer Haustür diese Alternative anbieten, sollten Sie vorsorglich jede Menge Leckereien im Haus haben. It ́s Halloween!

Kürbisse sind die Hauptakteure bei Halloween. Eigentlich ist es ein Fest der Angelsachsen, denn die Tradition geht auf ein altes irisch-keltisches Fest, Samhain, zurück, mit dem das Ende des Sommers und der Beginn der dunklen Jahreszeit zelebriert wurde. Da dem keltischen Glauben zufolge in dieser Zeit der Schleier zwischen der irdischen und der Geisterwelt besonders dünn war, konnten Feen, Elfen und die Geister von Verstorbenen einfacher in unsere Welt gelangen. Aber heutzutage weiß kaum einer, warum man sich in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gruselig verkleidet, Streiche spielt und Kürbissen huldigt

ßes, sonst gibt‘s Saures

Kinder ziehen in den USA von Haus zu Haus und bitten mit dem Spruch trick or treat (Streich oder Leckerbissen) um Süßes. Im Spanischen wäre dies truco o trato und die Deut- schen wandeln es ab in Süßes oder Saures. In Spanien und auch in Deutschland werden eher die Lokale, bevorzugt Cafés und Bars sowie Lebensmittelgeschäfte aufgesucht, dem Martinisingen (mit anschließender süßer Entlohnung) an Sankt Martin nicht unähnlich. Halloween wird allerdings erst in den letzten beiden Jahrzehnten intensiver auch in Spanien gepflegt. Dabei ist der Norden Spaniens schon weiter als der Süden, was möglicherweise auch mit der etwas engeren Verbindung zu den dort vor tausenden Jahren lebenden Kelten zu tun hat. Es beschränkt sich auch eher auf jüngere Party-Leute und Kinder.

 

Spezialität Huesos de Santos

Der Knochen des Heiligen

Hier nennt man amerikanisiert das Ganze natürlich auch Halloween, aber eigentlich noche de los muertos (Nacht der Toten), denn Allerheiligen wird am Folgetag began- gen. Die Galicier orientieren sich an Kürbissen und nennen sie noite dós calacús (Nacht der Kürbisse). Womit wir beim wichtigsten Deko-Objekt für ihre herbstliche Wohnung wären (siehe auch Seiten 44 und 45). Nicht zuletzt dank Halloween gibt es auch jede Menge Accessoires mit artifiziellen Kürbissen – und ein Gespenst im Haus ist Ende Oktober auch nicht schlecht. Dem können Sie dann einen hueso de santo anbieten, einen heiligen Knochen. Das ist ein spezielles spanisches Gebäck in dieser Zeit: Weiße Marzipanrollen alias ‚Knochen‘, gefüllt mit Creme alias Knochenmark…

Warum eigentlich Kürbisse?

Der Brauch stammt aus Irland. Einer Sage nach fing der Bösewicht Jack Oldfield einst den Teufel und ließ ihn nur unter der Bedingung frei, wenn er ihn fortan in Ruhe ließe. Nach Jacks Tod kam er aufgrund seiner Taten nicht in den Himmel, und der Teufel ließ ihn auch nicht in die Hölle. Er gab ihm lediglich eine große Rübe zum Aushöhlen und ein Stück glühende Kohle, damit er im Dunkel seines Umhergeisterns etwas sehen könne. Aus Rüben wurden mit der Zeit Kürbisse, weil es sie einfach häufiger gab und man nennt sie „Jack O‘Lantern“. Fratzen-Motive in Kürbissen wiederum sollen böse Geister abschrecken.

 

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