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Tanz, erotisches Spiel, Mythos, Melancholie, Drama, Poesie, mitreißende Musik. Was ist Tango eigentlich genau?

Gedanken anlässlich des 11. Tangofestivals vom 23.-28. Oktober

Tangolieder erzählen von Tragödien, von Schmerz, von Niederlagen, von Zerrissenheit, von Sehnsucht. Die Tänzer schauen ernst und konzentriert, Lachen ist verpönt. Tango, so sagt man, ist “ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.” Tango ist nichts Fröhliches, eigentlich. Und doch: Man findet auch Humor, Witz und Spott in den Texten. Tangolieder können auch musikalisch verspielt sein.

Tango – auf Latein ‚ich berühre‘ – handelt aber von seiner Philosophie her eher von einer Passion, die mit Leidenschaft auch Leiden schafft. Und mit dieser Leidenschaft tanzen echte Tangotänzer. Sie gehen in ihrem Tanz auf,vergessen alles um sich herum. Der Tanz ist Führung und Hingabe, ist Kampf und Liebe, ist Dominanz und Unterwerfung, ist “ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann”, wie der Tango-Komponist Enrique Santos Discpolo schrieb. Aber auch Erotik pur. Das wusste auch der irische Schriftsteller George Bernhard Shaw, der ihn beschrieb als den „vertikalen Ausdruck eines horizontalen Verlangens“.

Das Festival

Wer mittanzen, lernen oder einfach nur zuschauen will, hat vom 23.-28. Oktober dazu beim 11. Mallorca Tangofestival die Chance. 60 Stunden Milongas, 6 internatio- nal renommierte Tanzpaare, die auch etliche Workshops geben, dazu begleiten 3 exzellente Musikgruppen (Solo Tango Orchestra, Rubén Peloni & Los Tanturi sowie Duo Demoliendo Tangos) und 5 Tango-Djs – dies sind einige der Eckpunkte, die das Festival auszeichnen. Zentraler Veranstaltungsort ist das Landgut Son Termens, circa 10 Autominuten von Palma entfernt. Einige Kurse werden auch in den Festivalhotels Belvedere und Bluebay in Palma abgehalten und die Einstiegs-Milonga (23.10. um 19.30 Uhr für jedermann) findet auf dem Borne in Palma statt. Folgende Tanzpaare – Tangokenner werden einige von ihnen kennen  werden erwartet: Mariano „Chicho“ Frumboli & Juana Sepulveda, Sabrina & Ruben Veliz, Sebastian Achaval & Roxana Suarez, Marcelo Ramer & Selva Mastroti, German Ballejo & Magdalena Gutierrez sowie Roque Castellano & Giselle Gatica Lujan.

Die Preise

Für die Workshops zahlt man pro Einheit 30 Euro, wobei ein Vierer-Pass nur 105 Euro, sechs Workshops nur noch 140 Euro und acht Workshops sogar nur 175 Euro  statt 210 Euro kosten. Jeder weitere Kurs: 20 Euro.

Die Teilnahme an den Milongas (jeweils ab 22.30 Uhr in Son Termens) beträgt 100 Euro für fünf Abende. Die einzelnen Abende kosten entweder 20 Euro(Mittwoch, Sonntag) oder 25 Euro (Donnerstag-Samstag). Am Asado  einem typischen argentinischen Grillfest zum Abschluss am 28. Oktober ab 20 Uhr im Hotel Belvedere, kann man für 20 Euro teilnehmen.

Die Geschichte

Der argentinische Tanz entstand zwischen 1850 und 1880 in den Armenvierteln der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, in denen die verschiedensten Ein- wanderergruppen lebten  mit wenig Geld in den Taschen, aber der Sehnsucht nach der Heimat in ihren Herzen. Der Tango ist Ausdruck ihrer Seele, ein Stück Zuhause geboren in einem multikulturellen Milieu von Armut, Kriminalität und Prostitution. Da finden sich Tanz- und Musikformen verschiedener Kulturen wie der afrikanische Candombe, die kubanische Havanera, der spanische Flamenco, die süditalienische Canzone und die argentinische Milonga. Jahrzehnte später kamen noch Elemente des Jazz hinzu.

Manche sagen auch, dass der Tango die Auseinandersetzung zwischen Prostitutierten und ihren Zuhältern (oft arbeitslosen Einwanderern) symbolisieren soll, was die stark erotische Komponente erklärt und die manchmal eher halbseidene Optik  hochgeschlitzt, tiefdekolletiert, stark geschminkt, rote Lackschuhe. Etliche Tanzfiguren haben eindeutig zweideutige Namen. Zunächst galt der Tango infolgedessen als verrucht und wurde ausschließlich in den Armenvierteln am Stadtrand und im Hafenviertel La Boca gespielt und getanzt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts  als schon in Paris erste Tangoklänge zu hören waren  interessierten sich auch andere Bevölkerungsschichten für den Tango. Er wurde schnell gesellschaftsfähig. Man zelebrierte ihn in Tanzcafés und Tanztheatern. Und Tangoorchester begleitete Stummfilm-Vorführungen.

Mallorca Tango Festival
Ariel Yuryevic, Tel. 617 007 481 www.mallorcatangofestival.es

Ganzjährig: Club de Tango de Mallorca Übersicht, viele Kontaktadressen

 

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