Todesfall auf Mallorca – Was zu tun ist, wenn es so weit ist

Neben der Trauerarbeit, die man als Angehöriger eines Verstorbenen leistet, fallen zusätzlich noch eine ganze Menge Formalien an, die zeitnah erledigt werden müssen. Wenn man nicht weiß, wie es abläuft, kann sich die Organisation rund um den Todesfall schnell zu einer enormen zusätzlichen Belastung entwickeln. Auch Sprachbarrieren sind die Regel, wenn der Verstorbene im Ausland lebte. Damit man als Trauernder nicht den Überblick verliert, hilft es, eine Anleitung zu haben, an der man sich orientieren kann.

Todesursache feststellen
Auf Mallorca ist es üblicher, im Hospiz zu versterben. Wenn die Person aber daheim gestorben ist, muss zunächst ein Arzt gerufen werden, um den Tod festzustellen. Der medizinische Notdienst ist unter der Nummer 061 zu erreichen. Wenn der Verdacht besteht, dass der Tod nicht aufgrund einer natürlichen Ursache eingetroffen ist, muss zudem die Polizei verständigt werden. Der Mediziner stellt den Totenschein (certificado médico de defunción) aus. Ist das geschehen, muss ein Bestattungsinstitut mit dem Sterbefall beauftragt werden. Es kümmert sich um den Abtransport des Toten. Dabei hat man auf Mallorca die Wahl zwischen dem öffentlichen Dienstleister, der die Grundversorgung übernimmt, und privaten Dienstleistern, die zusätzliche Leistungen anbieten. Während die öffentlichen Bestattungsinstitute in den Gemeinden ansässig sind und einheitliche Preise haben, können die Kosten bei den privaten Dienstleistern höher ausfallen.

Bestattungsinstitut auswählen
Sterbefälle werden auch auf Mallorca über Bestattungsinstitute abgewickelt. Viele Angehörige fühlen sich aufgrund der Sprachbarriere etwas überfordert und wünschen sich einen deutschen Ansprechpartner. Einziger deutschsprachiger Bestattungsmakler auf Mallorca ist die Firma B.I. Assistance, die von der Dänin Britt Ingemann geleitet wird (Kontakt auf der Liste des Konsulats). Gegen ein Honorar bietet sie ihre Dienste an und vermittelt zwischen den Trauernden und den Bestattungsunternehmen. Den Auftrag an die Bestatter müssen die Angehörigen selbst erteilen. Viele Bestattungsinstitute nehmen Aufträge nur in einer gewissen Entfernung zu ihrem Firmensitz entgegen. Die Gesamtkosten für eine Bestattung belaufen sich ,je nach Einzelfall, oft auf mehrere tausend Euro. Vor der Auftragserteilung sollte man sich daher ein detailliertes Angebot vom Bestattungsunternehmen erstellen lassen, um einen Überblick über die Kosten zu behalten.

Testament und Sterbeurkunde
Sobald man ein Bestattungsunternehmen beauftragt hat, stellt dieses automatisch mehrere international gültige Sterbeurkunden aus. Sie gelten in Deutschland ohne Weiteres, eine Bestätigung ist im Normalfall nicht nötig. Auch das Konsulat wird üblicherweise verständigt, damit beispielsweise die Rentenzahlungen gestoppt werden. Wenn im Einzelfall mehr Sterbeurkunden als die automatisch übersandten notwendig sind, so kann man sich an das Konsulat in Palma wenden. Die Hinterbliebenen müssen sich auch um den Nachlass des Verstorbenen kümmern. Das bedeutet, dass die laufenden Zahlungen vom Konto des Verstorbenen beendet werden müssen. Um eine Vollmacht zu bekommen, muss man sich häufig mit einem Erbschein ausweisen. Auch hier hilft im Zweifelsfall das Konsulat weiter. Eventuell müssen noch vor der Beisetzung einige Dokumente im Nachlass gesucht werden. Häufig werden Bestattungswünsche beispielsweise auch in einem Testament festgehalten. In Spanien ist zudem eine Sterbegeldversicherung üblich, die für die Begräbniskosten aufkommt.

Sterbegeldversicherung
Hat der Verstorbene eine Sterbegeldversicherung, können die Hinterbliebenen im Todesfall von hohen anfallenden Kosten entlastet werden. Unter Spaniern ist es sehr üblich, sich finanziell gegen einen Todesfall abzusichern. Auch für Residenten kann eine Sterbegeldversicherung interessant sein. In Spanien gibt es sie in zwei Ausprägungen. Zum einen gibt es eine Leistung, die ähnlich der deutschen Risiko-Lebensversicherung oder Sterbekasse funktioniert. Hier wird nach dem Tod des Versicherten ein vereinbarter Betrag zur Deckung der Bestattungskosten und zur Unterstützung der Hinterbliebenen ausgezahlt. Die Beitragshöhe bemisst sich nach dem Alter, der vereinbarten Versicherungssumme und der Beitragszahldauer. Im Vergleich zur Risiko-Lebensversicherung bietet eine Sterbegeldversicherung einen lebenslangen Versicherungsschutz und endet nicht beispielsweise mit 75 Jahren.
Zum anderen gibt es die Sterbeversicherung mit persönlicher Assistenz, die verschiedene Leistungen beinhalten kann. In diesen Versicherungen wird schon im Vorhinein vertraglich sehr genau geklärt, wie die Bestattung ablaufen soll. Hier hat der Versicherte selbst die Kontrolle über seine spätere Bestattung und kann den Angehörigen auch die Organisation rund um den Todesfall abnehmen. Auch Überführungen oder besondere Wünsche zur Bestattung können so übernommen werden. Die Kosten werden später von der Versicherung getragen. Da die Beiträge bei beiden Varianten der Sterbegeldversicherung etwas geringer ausfallen als in Deutschland, lohnt es sich nicht, sie im Heimatland abzuschließen. Hat man in Deutschland schon eine Sterbeversicherung abgeschlossen, lohnt es sich im Normalfall nicht, diese zu wechseln. Wenn man sie trotzdem wechseln will, sollte man die Versicherung im Heimatland auf „beitragsfrei“ stellen lassen – im Todesfall wird den Hinterbliebenen Geld ausgezahlt, der etwas geringer ist, als vereinbart. Für den Versicherten gibt es dadurch keinerlei Nachteile. Eine Sterbegeldversicherung kann problemlos bei den Versicherungsmaklern auf der Insel abgeschlossen werden, hier kann man sich auch über die individuellen Konditionen des Angebots informieren.

Überführung nach Deutschland
Normalerweise ist es nicht nötig, dass ein Angehöriger auf Mallorca anwesend ist, um die Formalitäten zu regeln. Die auf Mallorca ansässigen Bestattungsunternehmen regeln für gewöhnlich auch die Planung einer Überführung oder der Bestattung, ohne das Angehörige auf die Insel reisen müssen. Wenn der Verstorbene im Vorhinein seinen Nachlass nicht ausreichend geregelt hat und keine Anweisungen hinterlässt, kann es dennoch nötig sein, dass Familienangehörige oder andere Trauernde anreisen. Das Konsulat in Palma bittet darum, in diesem Fall zunächst mit ihm Kontakt aufzunehmen, um festzustellen, welche Schritte vor Ort eingeleitet werden müssen.
Wenn der Tote nicht auf Mallorca, sondern in Deutschland bestattet werden soll, muss er auf dem Luftweg in sein Heimatland transportiert werden. Die Vorbereitung dafür kann 3 bis 10 Tage in Anspruch nehmen. Erst, wenn die beauftragte Agentur die Überführungsdaten bestätigt hat, sollte daher in Deutschland ein Bestattungstermin vereinbart werden. Die Kosten für eine Überführung  können recht hoch ausfallen. In jedem Fall sollte geprüft werden, ob eine mögliche Reiseversicherung Leistungen in ihrem Katalog aufzählt, die übernommen werden. Auch in einem Schutzbrief eines Automobil-Club ist ein Todesfall im Ausland eventuell vorgesehen. Angehörige könnten so einen Teil der Kosten erstattet bekommen, wenn sie mit dem Versicherer Kontakt aufnehmen. Ein genauer Blick lohnt sich also.

Beerdigung auf Mallorca
Auch auf den Balearen kann man wählen zwischen einer Sargbestattung und einer Einäscherung mit Urnenbestattung. Anders als in Deutschland kommt ein Sarg auf Mallorca nicht in die Erde, sondern in Nischen in der Wand oder in Grüfte. Die größten Unterschiede zu Deutschland gibt es wohl bei der Einäscherung. In Deutschland gibt es einen Friedhofszwang, der verbietet, dass die Asche eines Verstorbenen verstreut wird. In Spanien sind die Regelungen in Bezug auf die Asche eines Verstorbenen weniger strikt. Auch Seebestattungen können vorgenommen werden, solange man eine wasserlösliche Urne verwendet, beispielsweise aus Salz oder Muschelkalk. Sie darf erst ab einer Entfernung von 200 Metern zur Küste zu Wasser gelassen werden. Angehörige können die Urne in Spanien auch mit nach Hause nehmen oder die Asche verstreuen.
Auch bei der Trauerfeier unterscheiden sich deutsche und spanische Traditionen in einigen Punkten. Während bei den Mallorquinern am Vortag eine Totenwache (velatorio) gibt, bei dem der Tote in einer gläsernen Vitrine aufgebahrt wird, ist bei den Deutschen der Abschied am offenen Sarg üblicher. Auch einen „Leichenschmaus“ gibt es in Spanien normalerweise nicht. Will man eine kirchliche Trauerfeier haben, sollte man sich direkt an die evangelische oder katholische Gemeinde auf Mallorca wenden. Sie unterstützen die Trauernden bei der Vorbereitung. Es können Kosten für die Kapellenmiete anfallen. Zudem freut sich die jeweilige Kirchengemeinde über eine Spende.
Die Kontakte der Bestattungsunternehmen, des Konsulats und der Kirchengemeinden finden sich auf der Seite des deutschen Konsulats in Palma. Dort ist auch aufgeführt, wo man deutschsprachige Ansprechpartner findet.

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