Die Malerin Elke Dombrowski im Portrait

Wer sagt eigentlich, dass man nur als junger Mensch seinen wirklichen Beruf oder soll man sagen “Berufung” findet?
Elke Dombrowski – heute 57 – war Ende Dreißig, als sie ihr Hobby Malen zum Beruf machte. “Zuvor hatte ich mit meinem Mann ein Reiseunternehmen geführt, aber dann siegte mein Drang zur Kunst.” Sie startete ein Studium an der Freien Kunstakadamie in Essen/Krefeld (2001-2005) und absolvierte zwischendurch Studien an der Fachhochschule für Design in Münster. “Ich fand das Studentenleben einfach toll und habe viel von meinen Lehrern gelernt, speziell von Veit Stratmann. Das Studium beinhaltete aber nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie wie Kunstgeschichte, Kunstmanagement, wobei es dabei beispielsweise darum ging, dass man als Künstler lernt, wie man sich vermarktet”, so Elke Dombrowski, “ein wichtiges Thema, denn als Künstler sollte man bestenfalls auch von seiner Kunst leben können.” Nach dem Abschluss begann sie als Künstlerin, erhielt einige Jahre lang ein Atelierstipendium in Münster und arbeitete auch drei Jahre als Kunstlehrerin in Münster. “Die Arbeit mit den Kindern fand ich sehr inspirierend, auch wenn ich mir dies anfangs eigentlich nicht vorstellen konnte, denn ich bin eher zurückhaltend und nicht so nach außen hin orientiert. Vor Klassen sprechen und die Kinder zu motivieren, stellte ich mir sehr schwer vor. Aber ich hab halt meine Leidenschaft vermittelt – und das ging dann gut.”

Emotionen in Bildern
Ihre Leidenschaft, mit der sie in tage-, wochen- oder gar monatelanger Arbeit ihre Bilder anfertigt und ihre Emotionen auf die Leinwand bringt, beschreibt die Münsteranerin sehr schön: “Ich mache keinen Plan, sondern mich muss ein Bild berühren, ich möchte etwas entdecken, spüren, erleben.” Die Intensität und ihre Emotionen, die durchaus wechselhaft sind, merkt man den Bildern an. Dabei ändert sie auch während des Malprozesses manches mal den eigentlich eingeschlagenen “Weg”, zerstört schon Gemaltes und geht einen anderen “Weg”.

Muse und Muße
Auch als Künstlerin ist Elke Dombrowski eher eine Eigenbrötlerin und braucht viel Ruhe, die sie nur in ihrem eigenen Atelier in Münster findet. “Malen ist auch Arbeit, dafür benötige ich nicht nur den legendären Kuss der Musen, sondern auch Muße – und das geht hier auf der Insel nicht. Hier lasse ich mich von zu vielen Reizen ablenken.” Daher pendelt sie zwischen Münster und Mallorca. Sie und ihr Mann kamen jahrelang als Urlauber, bis er sich entschied, die Zelte in Deutschland abzubrechen und ebenfalls seinen Beruf zu wechseln: Vom Reiseleiter und Reisekaufmann hin zum Betreiber von Tortuga, einem zauberhaften Dekogeschäft in Capdepera, das wir vor einigen Ausgaben auch ausführlich vorstellten. Es gibt – liebevoll zusammengestellt – jede Menge schöner Accessoires, Geschirr und auch Möbel. Teile, die man selbst gerne hätte oder die sich zum Verschenken eignen. Seine Frau hilft ihm dabei zeitweise, ist aber beispielsweise den Winter über vorrangig in Deutschland. Wer aber ihre Kunst sehen oder kaufen will, kann vom Hof des angeschlossenen netten Margarita-Cafés (Tipp: der leckere Mandelkuchen!) des Tortuga-Geschäfts eine Treppe hoch in die Galerie von Elke Dombrowski gehen.
Tortuga, Geöffnet Mo-Sa 10-14 Uhr, Mo-Fr 16-19 Uhr
C/. Centre 7, Capdepera, Tel.: 971 073 666
www.tortuga-capdepera.com
Elke Dombrowski, www.elkedombrowski.de

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