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Teil 1: Die schönsten Bademöglichkeiten im Südosten Mallorcas
Sommer – Zeit für Badeausflüge und Strandtage. Geheimtipps und einsame Strände gibt es in Zeiten von Internet und GPS auf Mallorca nur noch sehr selten. Einige Buchten haben sich ihre Ursprünglichkeit aber bewahren können. Wir stellen sie in einer kleinen Reihe vor. In dieser Ausgabe: der Südosten.

Platja des Caragols

Platja d’es Caragol
Es Caragol, der südlichste Strand Mallorcas, ist sehr still und paradiesisch. Aus einem einfachen Grund: Man erreicht ihn nur zu Fuß. Vom Leuchtturm am Cap de Ses Salines, wo man kostenlos parken kann, sind es ungefähr 20 Minuten zu Fuß an der Küste entlang, um den Strand zu erreichen. Der Weg ist leicht steinig, aber auch mit Kindern zu meistern. Vom Aussehen erinnert Es Caragol an Es Trenc, obwohl er mit 500 Metern mal 50 Metern deutlich kleiner ist. Die weite, weiße Sandfläche geht nahtlos in klares, türkisfarbenes Wasser über. An beiden Extremen wird der Strand von felsigen Abschnitten abgegrenzt. Dort kann man die mediterrane Tierwelt entdecken. In den Dünen stehen zwei alte Bunker aus dem Bürgerkrieg. Vor allem Kinder klettern gerne darauf herum. Kinderfreundlich ist auch das seichte Wasser. Die Küste fällt sehr flach ab. Kurz vor dem Strand liegt eine Sandbank, die circa 200 Meter ins Meer reicht. Er müdend ist hier nicht das Schwimmen, sondern die Entfernung, die man laufen muss, bevor man in Tiefen kommt, in denen man schwimmen kann. Anders als an den touristischen Stränden gibt es am Platja d’es Caragol keine Rettungs-schwimmer, Sonnenschirme oder Liegen. Auch für die Verpflegung muss jeder selber sorgen und dabei darauf achten, den mitgebrachten Müll auch wieder mit zurückzunehmen.

Caló des Mármols

Caló des Marmols
Zwischen dem Cap de Ses Salines und Cala s’Almunia liegt leicht versteckt zwischen bis zu 20 Metern hohen Klippen die kleine Sandbucht Caló des Marmols. Ein Besuch der Marmorbucht, die ihren Namen wegen ihrer hellen Felsen erhalten hat, ist sehr empfehlenswert. Leider aber auch ein wenig beschwerlich. Die nächstmöglichen Parkmöglichkeiten befinden sich in Cala S’Almunia und am Cap de Ses Salines. Also jeweils ungefähr 5 Kilometer entfernt. Für den Fußmarsch zur Bucht muss man mindestens 90 Minuten einplanen. Wichtig ist sich früh auf den Weg zu machen, um die brennende Sonne zu vermeiden. Außerdem muss unbedingt ausreichend Verpflegung und Wasser mitgenommen werden.
Die Caló des Marmols ist relativ klein. Sie misst gerade einmal 40 Meter mal 35 Meter. Vor allem im Hochsommer kann es manchmal etwas eng werden. Zu den wenigen Besuchern, die über den Landweg kommen, gesellen sich die, die über den Wasserweg die Bucht erreichen. Dadurch, dass die Marmorbucht so tief eingeschnitten ist, gibt es einige natürliche Schattenplätze unter den Felswänden. Das macht zumindest das Tragen eines Sonnenschirmes überflüssig. Restaurants, Toiletten und Rettungsschwimmer sucht man jedoch vergebens.

S’Amarador

S’Amarador
Der Strand von S’Amarador ist leichter zu erreichen. Er liegt in dem 766 Hektar großen Naturpark von Mondragó, circa 5 Kilometer von Santanyí entfernt, sehr geschützt zwischen Pinienwäldern und Felsen. Die Küste fällt hier nur mäßig ins Wasser ab und der weiße Sandstrand lädt zum Buddeln und Entspannen ein. Wem es am Strand zu langweilig wird, kann im Naturpark auf einem der vielen Rundgänge spazieren gehen. Ein sehr gut ausgeschildertes Wegenetz führt durch den Park und stellt die typische Vegetation und ehemalige Nutzgebäude vor, unter anderem ein altes Munitionslager.
Seit diesem Jahr weht am Strand von S’Amarador außerdem eine blaue Flagge. Diese zeigt den Badegästen, dass sowohl das Wasser als auch die Sicherheit hier von höchster Qualität sind. Neben einer kleinen Strandbar befindet sich auf der 155 Meter mal 50 Meter großen Sandfläche in den Sommermonaten auch ein Rettungsschwimmer, der das Badegeschehen in Auge behält. Es können Sonnenschirme und Liegen gemietet werden.
Wer mehr Abwechslung oder eine Toilette sucht, kann über einen kleinen Weg entlang der Felsen in der Nachbarbucht Ses Font de n’Alis beides finden. Dort ist gewöhnlich etwas mehr Trubel. Neben einem Hotel gibt es dort auch einen Tretbootverleih, einen Spielplatz und eine Picknick-Ecke. Für Badeurlauber, vor allem Familien, die gewöhnlich mehr als nur Handtuch und Sonnenschirm zum Strand bringen, ist die leichte Anfahrt ein Vorteil. Nur wenige Minuten vom Strand entfernt befindet sich ein kostenpflichtiger Parkplatz. Der Strand ist vom Parkplatz in 5 Gehminuten zu erreichen. Die Buslinie L507 verkehrt zwischen Mai und September regelmäßig zwischen Cala d’Or und dem Naturpark.

Cala Sa Nau
Klein und versteckt inmitten eines dichtbewachsenen Pinienwaldes befindet sich die Cala Sa Nau, eine kleine Sandbucht von 80 mal 50 Metern, die sich bei den Einheimischen vor allem wegen der kleinen Bar einen Namen gemacht hat. Dort kann man nett essen und am Wochenende den Tag bei Live-Musik ausklingen lassen. Das offene Meer ist vom Strand aus leider nicht zu sehen. Dafür eignet sich die Bucht aber besonders für Familien. Das Wasser ist ruhig, der Einstieg sehr flach. Rettungsschwimmer beobachten das Strandgeschehen.
Auch hier weht eine blaue Flagge. Dank der Pinienbäume gibt es viele natürliche Schattenplätze. Für Personen, die noch mehr Komfort benötigen, stehen gegen ein Entgelt auch Strandliegen und Sonnenschirme zu Verfügung. Duschen, Toiletten und kostenloses WLAN runden das Serviceangebot ab. Die Bucht liegt circa 13 km von Portocolom entfernt, weit abgeschieden von Wohnhäusern und Hotels, aber nah genug an den öffentlichen Infrastrukturen, um leicht mit dem Auto dorthin zu gelangen. Ungefähr 500 m vom Strand entfernt gibt es einen Parkplatz, der in den Sommermonaten kostenpflichtig ist.

Cala Varques

Cala Varques
Auch die Cala Varques ist ein Naturstrand und liegt auf halber Strecke zwischen Cales de Mallorca und Cala Romántica. Sie gehört zur Gemeinde Manacor. Die 44 mal 50 Meter große und als Hippiestrand bekannte Sandbucht hat in den letzten Jahren sehr unter Besucherströmen gelitten, weshalb Gemeinde und Anwohner die Parkmöglichkeiten in der Nähe und den Zugang von der Hauptstraße drastisch eingeschränkt haben. Trotzdem bietet die Cala Varques noch für fast jedes Publikum etwas. Zwischen den Felsen liegt sie wie ein natürliches Amphitheater. Kletterfreunde nutzen die Felswände zum Freiklettern. In der näheren Umgebung kann man gut wandern und die Grotte erforschen, in der bis vor kurzem eine Hippie-Kommune lebte. Die nächste Parkmöglichkeit befindet sich 4 Kilometer vom Strand entfernt in der Cala Romántica. Wäre der lange, circa einstündige Fußmarsch nicht, könnte die Bucht auch als Familienstrand gelten. Das Wasser ist sauber, hat einen flachen Einstieg und nur mäßigen Wellengang. Verpflegungsmöglichkeiten gibt es in der Cala Varques offiziell keine, weshalb im Vorfeld gut abgewägt werden muss, was man mitnehmen möchte.

Damaris Weiss
www.mallorcafuerkinder.de
Fotos: Diego Blanco

TIPPS
Weitere Strände im Südosten
Platja es Trenc Nahezu unbebauter Naturstrand mit flachem Einstieg. Gut für Familien mit Kindern.
Platja d´es Carbó
Weitläufiger Sandstrand bei Colònia Sant Jordi mit vorliegenden Mini-Inseln, die zu Abenteuern einladen.
Caló des Moro
Sehr kleine, saubere Bucht bei Santanyí, die leider im Sommer von Tagestouristen überrannt wird.
Cala Santanyí
Familienfreundliche Sandbucht mit vielen Freizeit- und Verpflegungsmöglichkeiten.
Cala Brafi
Kleine Sandbucht in der Nähe von Portocolom, fußläufig in 5 Minuten von der Cala Marçal zu erreichen.
Es Caló Blanc
Steinbucht neben der Cala Varques, die vor allem wegen dem Steinbogen bekannt ist, der ehemals den Eingang zu einer Höhle markierte, bis diese zusammenbrach.
Cala Morlanda
Hübsche, kleine Steinbucht bei S’Illot mit Treppen, die ins Wasser führen. Stellenweise zum Klippenspringen geeignet.

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